Gewerkschaftsfrauen fordern Mitbestimmung

40 Prozent der führenden Gewerkschaftspositionen sollen zukünftig mit Frauen besetzt werden

Wien (OTS) - Zum Abschluss der ersten Weltfrauenkonferenz des internationalen Gewerkschaftsbundes IndustriALL Global Union stimmten die rund 300 Teilnehmerinnen einheitlich für die Annahme einer Resolution, die eine Erhöhung der Frauenquote in den IndustriALL-Führungspositionen auf 40 Prozent fordert. "Es kommt höchst selten vor, dass Frauen führende Positionen einnehmen. Leider trifft das nicht nur auf Unternehmen zu, sondern auch auf Gewerkschaften. Wenn wir Gleichbehandlung und Chancengleichheit für Frauen wollen, müssen wir als Gewerkschaft mit gutem Beispiel vorangehen. Ich bin sehr glücklich, dass wir heute einen entscheidenden Schritt in die richtige Richtung machen konnten", sagt die stellvertretende IndustriALL-Generalsekretärin Monika Kemperle kurz nach der Abstimmung.++++
Ergänzend zu der an das IndustriALL Exekutivkomitee gerichteten Resolution verabschiedeten die aus 60 Ländern angereisten Gewerkschafterinnen eine neue Gleichheitscharta. Diese zielt darauf ab, alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, um dem Ziel einer "Gesellschaft, in der Frauen und Männer ihr gesamtes Potential ausschöpfen können und echte Mitbestimmung verwirklicht wird", näherzukommen, wie es in der Charta heißt. Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen zählen unter anderem, Frauen den Zugang zu männerdominierten Berufen zu ermöglichen, den Mutterschutz zu gewährleisten, für gleiche Löhne und gleichwertige Arbeit zu kämpfen und eine "Null-Toleranz"-Position gegenüber Gewalt gegen Frauen einzunehmen.
Der Dachverband IndustriALL Global Union umfasst rund 700 Mitgliedsorganisationen der Metall-, Chemie-, Energie- und Textilsektoren aus 143 Ländern und vertritt damit mehr als 50 Millionen Mitglieder. Die erste IndustriALL-Weltfrauenkonferenz fand vom 14. bis 16. September 2015 in Wien statt. Gastgeberin war die Produktionsgewerkschaft PRO-GE.

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