Wehsely/Kopietz/Hacker: Wiener Flüchtlingspolitik wirkt - Stadt Wien ist gut vorbereitet

Wien betreut 10.700 Menschen in der Grundversorgung, 6.500 Notschlafplätze der Stadt Wien, 206.000 Zugriffe auf wien.at live App, neues Tool auf www.flüchtlinge.wien

Wien (OTS) - "Die letzten Wochen haben einmal mehr gezeigt, was es heißt in einer Stadt zu leben, zu deren Identität die Solidarität mit jenen Menschen zählt, die vor Krieg und Verfolgung geflüchtet sind", betont Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Landtagspräsidenten Prof. Harry Kopietz und dem Wiener Flüchtlingskoordinator und Geschäftsführer des Fonds Soziales Wien, Peter Hacker. Die Stadträtin betont aber gleichzeitig: "Asyl ist ein Menschenrecht, wir sind verpflichtet Flüchtlingen zu helfen", so Wehsely. "Dieses Recht gilt uneingeschränkt, es kann daher keine Obergrenze geben."

Dabei braucht es auch ein gemeinsames Vorgehen innerhalb der Europäischen Union. Es müsse möglich sein, dass die Flüchtlinge bereits direkt im Heimatland einen Asylantrag stellen können, weiters braucht es an den EU-Außengrenzen Flüchtlingslager, wo Menschen gut versorgt werden, dafür müssen auch ausreichend EU-Gelder zur Verfügung stehen.

Wien betreut 10.700 Menschen in der Grundversorgung, 6.500 Notschlafplätze der Stadt Wien Die Stadträtin erinnert daran, dass die Bundesländer endlich ihren Verpflichtungen nachkommen müssen, denn neben Wien erfüllen nur drei Bundesländer die Quote. Noch immer lebt in jeder zweiten Gemeinde kein einziger Flüchtling. "Wien betreut derzeit 10.700 Menschen in der Grundversorgung und übererfüllt die Quote, der Fonds Soziales Wien sorgt mit 14 Partnerorganisationen für eine gute und sichere Betreuung. Zusätzlich wurden in den letzten Tagen Notschlafplätze für rund 8.000 Menschen geschaffen, davon 6.500 Plätze der Stadt Wien. Wir werden auch weiterhin Plätze schaffen, das darf aber die anderen Bundesländer nicht von ihrer Pflicht entheben, endlich ihre Quote zu erfüllen und Verantwortung zu übernehmen", so Wehsely.

Aufgrund der Entwicklungen der vergangenen Tage hat Wien seine Notunterkünfte für Flüchtlinge auf der Durchreise kontinuierlich ausgebaut. Bis dato konnte diese große Herausforderung durch ein vorbildliches Zusammenspiel von Magistrat, Einsatzkräften, ÖBB, NGOs und Freiwilligen sehr gut bewältigt werden. Hier gibt es auch eine gute Zusammenarbeit beispielweise mit Train of hope.

Aktuell stehen mehr als 6.500 Übernachtungsplätze zur Verfügung, die in Zusammenarbeit mit dem Sanitätsteam und Hilfsorganisationen koordiniert und betrieben werden. Allein in den vergangenen fünf Tagen hat Wien seine Kapazitäten in diesem Bereich mehr als verzehnfacht.

"Alle Beteiligten haben Großartiges geleistet, damit Flüchtlinge in Wien nicht auf der Straße schlafen müssen. Wir können die Welt nicht retten, wir wollen sie auch nicht retten, aber wir können sie verbessern - und wir lassen uns Wien nicht schlechtreden", sagt Flüchtlingskoordinator Peter Hacker.

Dank an Freiwillige und MitarbeiterInnen der Stadt Wien "Die Wienerinnen und Wiener zeigen eindrucksvoll, was es heißt, für andere Menschen einzutreten und jenen zu helfen, die vor Gewalt und Verfolgung geflohen sind", bedankt sich die Stadträtin bei den hunderten Freiwilligen, die rund um die Uhr an den Bahnhöfen und für NGOs oder Vereine im Einsatz sind.

Die Stadträtin bedankt sich aber auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Wien, die in den letzten Wochen rasch und unbürokratisch Unterkünfte für Flüchtlinge geschaffen haben. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Wien, etwa die des Krisenmanagements der Magistratsdirektion, die ÄrztInnen, SanitäterInnen, das Krankenpflegepersonal, MitarbeiterInnen der Mobilen Sozialen Arbeit (sam) und des FSW, KollegInnen des PID, der MAG ELF, der MA48, MA14 und der Magistratsdirektion Gruppe Prozessmanagement und IKT-Strategie bis hin zu den MitarbeiterInnen der Wiener Linien, der Wiener Kinderfreunde und natürlich das gesamte Sanitätsteam oder die Berufsfeuerwehr der Stadt Wien haben in den letzten eineinhalb Wochen Unglaubliches geleistet. Sie alle haben dazu beigetragen, dass sich die Flüchtlinge in Wien sicher und gut aufgehoben fühlen können."

Am Westbahnhof wurde in Kooperation mit den Kinderfreunden ein Tageszentrum für Flüchtlingsfamilien auf die Beine gestellt, in dem in den ersten beiden Tagen bereits 1.000 Personen betreut werden konnten. Die 2.500 Quadratmeter große Einrichtung in der WIPARK-Garage am Bahnhofsgelände bietet zahlreiche Möglichkeiten für Eltern mit Kindern und soll zur Entspannung der Situation auf den Bahnsteigen beitragen. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer können sich ab sofort auf der Website connect.kinderfreunde.at online für einzelne Betreuungsschichten eintragen.

"Freiwillige Soforthilfe" als neues Tool auf www.flüchtlinge.wien Mit der Website www.flüchtlinge.wien wurde im August gemeinsam mit den "Helfern Wiens" und zahlreichen Hilfsorganisationen eine Plattform ins Leben gerufen, auf der sich Interessierte für ehrenamtliche Tätigkeiten melden, Wohnraum anbieten sowie Dinge des täglichen Gebrauchs und Geld an Hilfsorganisationen spenden können. Seit Inbetriebnahme verzeichnete die Seite über 90.000 Zugriffe, 3.300 Bewerbungen von Freiwilligen und über 200 Angebote für Wohnraum gingen ein.

"Die Wienerinnen und Wiener haben damit eindrucksvoll bewiesen, dass sie sich solidarisch mit den Flüchtlingen zeigen und bereit sind, sich hier aktiv einzubringen", betont der Wiener Landtagspräsident und Vizepräsident der "Helfer Wiens" Prof. Harry Kopietz. "Die Helfer Wiens sind eine wichtige Stütze für die Betreuung der Flüchtlinge, wir werden uns auch weiterhin kompromisslos für jene einsetzen, die Unvorstellbares erlebt haben."

"Um freiwillige Helferinnen und Helfer mit den Hilfsorganisationen künftig noch besser zu vernetzen, startet mit heute die "Freiwillige Soforthilfe", erklärt Kopietz weiter. All jene, die sich in diesem Bereich auf www.flüchtlinge.wien registrieren, werden sofort per Mail oder SMS kontaktiert, wenn von den Hilfsorganisationen akut Hilfe gebraucht wird. Der Bedarf wird von der jeweiligen NGO an die "Freiwillige Soforthilfe" übermittelt, die Koordination der vielen Freiwilligen dadurch noch effizienter gemacht.

"Damit haben wir die Seite um eine weitere wichtige Funktion erweitert. Freiwillige können sich jetzt noch schneller und unbürokratischer melden. Ich bin überzeugt, dass auch diese von den Wienerinnen und Wienern sehr gut angenommen wird", so Wehsely.

"wien.at live"-App unterstützt Flüchtlingshilfe durch Echtzeit-Information
Erweitert wurde das Angebot auf der Website der Stadt Wien angesichts der steigenden Anzahl durchreisender Flüchtlinge Anfang September um die Seite www.hilfeambahnhof.at, die in Echtzeit über die Lage an den großen Wiener Bahnhöfen und Notunterkünften informiert und als Push-Service über die Wien.at-live-App auch auf mobilen Geräten abrufbar ist. "Über 206.000 Zugriffe und 6.700 AbonnentInnen des Push-Services zeigen, wie enorm das Interesse und der Wunsch nach Informationen ist", so Wehsely abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Katharina Ebhart-Kubicek
Mediensprecherin
Stadträtin Mag.a Sonja Wehsely
01 4000 81238
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Thomas Kluger
Mediensprecher
Büro des Ersten Präsidenten des Wiener Landtages
0664 8268427
thomas.kluger@wien.gv.at

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Stv. Pressesprecher
FONDS SOZIALES WIEN
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