„Am Schauplatz“ dokumentiert das „Tagebuch einer Flucht“

Am 17. September um 21.05 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Es war einmal ein kleiner syrischer Bub namens Abdulmajid, der wie viele Kinder gern vor dem Fernsehgerät saß. Am liebsten mochte er die Zeichentrickserie "Heidi". 20 Jahre später arbeitet Abdulmajid selbst beim Fernsehen. Als Kameramann für internationale Sender filmt er den Bürgerkrieg und die Gräueltaten des IS. Sowohl das Assad-Regime als auch die Islamisten sind hinter ihm her. Als Heckenschützen seinen Vater, der ihm als Tonassistent aushilft, schwer verletzen, wird klar: Der einzige Ausweg ist die Flucht. Aber wohin? Da fällt ihm der Comic wieder ein. "Heidi" lebt eigentlich in den Schweizer Bergen. Aber Abdulmajid glaubt, dass die Zeichentrickserie in Österreich spielt. Damit ist sein Ziel klar. Gemeinsam mit seinem Vater macht sich der 28-Jährige auf den Weg. Zurück bleiben die Mutter, der kleine Bruder und Abdulmajids Frau. Sie ist schwanger.

"Tagebuch einer Flucht" - zu sehen am Donnerstag, dem 17. September 2015, um 21.05 Uhr in ORF 2 - ist eine in jeder Hinsicht herausragende "Am Schauplatz"-Reportage, in der Andreas Mannsberger und Nermin Ismail folgenden Fragen nachgehen: Wie verläuft eigentlich eine Flucht? Wo findet man Essen, wo Unterschlupf? Wie verhalten sich Schlepper? Und was macht eine Flucht mit den Menschen und mit einer Familie? Wie geht man mit Trennung, Ängsten und Entfremdung um?

Drei Monate lang dauert die Odyssee der beiden Männer über die Türkei, Griechenland und den Balkan in den Westen. Sie werden verjagt, verhaftet, von zwielichtigen Schleppern durch Wälder geführt. Abdulmajid filmt alles mit. Irgendwann landen sie in Mürzzuschlag. Hier hatte der Komponist Johannes Brahms sein Sommerhaus. Das erscheint ihnen als gutes Omen: Abdulmajids Vater Mohammad liebt die Musik von Brahms. Und tatsächlich: Sie bekommen Asyl. Aber die restliche Familie sitzt im syrisch-türkischen Grenzland fest. Und die IS-Truppen rücken immer näher. Die Männer organisieren einen Schlepper und reisen in die Türkei. Die Frauen, das Baby und der 17-jährige Bruder sollen in der Nacht über die Grenze gebracht werden. Abdulmajid und sein Vater fahren in ein staubiges Bergdorf, um sie in Empfang zu nehmen. Abdulmajid will endlich sein Baby in die Arme schließen, das er nur von Bildern kennt. Aber wird die Flucht auch klappen?

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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