Neues Volksblatt: "Selbstverständlich" (von Herbert Schicho)

Ausgabe vom 14. September 2015

Linz (OTS) - Der ferne Krieg im Nahen Osten und das Florianiprinzip bei der EU-Flüchtlingsaufnahme bringen ein Dilemma, ein echter Ausweg ist nicht in Sicht. Selig die, die sich da zurücklehnen können und nur motschgern müssen - so könnte man die FPÖ-Flüchtlingspolitik beschreiben. Kurz nachdem der befristete deutsche Aufnahmestopp ruchbar wurde, schickte FPÖ-Landesstatthalter Haimbuchner bereits aus, dass Österreich die Grenzen dicht und eine Orban-Politik machen sollte. Wenn es nur so leicht wäre. Jene, die wirklich Verantwortung übernehmen, wissen, dass es keine einfache Lösung gibt. Selbstverständlich wäre es super, wenn in Syrien, dem Irak und überhaupt weltweit Frieden wäre und keiner fliehen müsste. Selbstverständlich kann Österreich nicht das gesamte Leid der Welt schultern. Und selbstverständlich wäre es wichtig, dass sich alle Länder in der EU solidarisch zeigten - aber eine "Hätti-Wari-Politik" hilft den Menschen, die auf unseren Bahnhöfen gestrandet sind, derzeit gar nichts.
Österreich kann stolz darauf sein, dass die Bürger mithelfen, diese Nothilfe zu gewährleisten. Das Engagement der vielen Ehrenamtlichen, die auch in den Gemeinden mithelfen, damit Integration gelingen kann, kann nicht hoch genug geschätzt werden, das ist keine Selbstverständlichkeit. Aber leider gibt es auch dabei den blauen Wermutstropfen: Denn solchen ehrenamtlichen Helfern per Mail zu drohen, ist wahrlich schäbig.

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