Blecha: Schluss mit der Reform-Blockade! Her mit Wertschöpfungsabgabe, Bonus-Malus und Pensionsmonitoring

Sozialsystem muss gesichert werden - Wirtschaft blockiert überfällige und längst paktierte Reformen

Wien (OTS) - "Schluss mit der Reform-Blockade! Her mit der Wertschöpfungsabgabe, dem Bonus-Malus-System und dem Pensionsmonitoring! Das alles ist notwendig, damit sich auch kommende Generationen auf unser gutes, solidarisches Sozial- und Pensionssystem verlassen können. Sie sind entscheidend für Österreichs Zukunft, sie sind im Regierungsprogramm paktiert, die Gesetzesvorlagen sind fix und fertig, aber die Wirtschaft steht immer noch auf der Reform-Bremse! Das ist unverantwortlich", betonte heute der Präsident des Pensionistenverbandes Österreichs Karl Blecha. ****

"Wir brauchen diese Reformen, damit Österreichs Sozialsystem an die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft angepasst wird. Aber anstatt notwendige Maßnahmen wie die Wertschöpfungsabgabe oder das Bonus-Malus-System mitzutragen, blockiert, bremst und verhindert die Wirtschaft. Anstatt endlich Verantwortung zu übernehmen, flüchten sich die Wirtschafts-Vertreter hinter ihre bezahlten ‚Pensions-Experten‘ und ‚Auftrags-Gutachten‘ und erzählen ständig das Märchen von der angeblichen Unfinanzierbarkeit der Pensionen! Fest steht: In den letzten Jahren wurden die größten Pensionsreformen seit Einführung des ASVG beschlossen und umgesetzt. Maßnahmen wie das Pensionskonto, die Reform der Invaliditätspension, der Hacklerpension und der Langzeitversichertenpension sind umgesetzt, zeigen bereits jetzt Wirkung und werden ihre Wirkung in den nächsten Jahren noch stärker entfalten. Das Pensionsalter steigt und hat bereits im ersten Halbjahr 2015 das im Regierungsprogramm für 2018 festgeschriebene Ziel von 60,1 Jahren erreicht. Auch die Teilpension ist bereits beschlossen und kommt! Parallel dazu wurden berufliche Gesundheitsprogramme wie ‚fit2work‘ gestartet und Millionen an staatlichen Mitteln speziell dafür investiert, damit ältere Arbeitslose wieder in Beschäftigung gebracht werden können! Und was tut die Wirtschaft?" so der PVÖ-Präsident.

Wertschöpfungsabgabe entscheidend für Sicherung des Sozialstaates

"Wir brauchen die Wertschöpfungsabgabe, weil sich die Arbeitswelt grundlegend ändert. In menschenleeren Fabrikshallen bauen übers Internet gesteuerte Roboter Maschinen und Konsumgüter. Große Unternehmen erwirtschafteten damit immer mehr Gewinn, beschäftigen aber immer weniger Arbeiter und Angestellte. Roboter und Computer zahlen aber keine Beiträge in die sozialen Vorsorgesysteme für Arbeitslosigkeit, Gesundheit, Pension. Die Sozialabgaben von Unternehmen müssen sich daher künftig an der Wertschöpfung und nicht an Löhnen und Gehältern orientieren", so Blecha.

Reform der Arbeitswelt dringend notwendig - Her mit Bonus-Malus-System und Pensions-Monitoring

"10 Prozent der Betriebe mit mehr als 25 MitarbeiterInnen beschäftigen keinen einzigen Mitarbeiter über 55! Noch immer erreichen uns täglich Hilferufe von älteren DienstnehmerInnen, die aus dem Berufsleben hinausgemobbt oder gedrängt werden! Damit muss endlich Schluss sein! Wir müssen diese absurde und schändliche ‚zu alt, zu teuer‘-Mentalität in den Köpfen der Personalchefs beenden und dafür jene Firmen unterstützen, die Älteren einen Arbeitsplatz bieten. Wir brauchen das Bonus-Malus-System, weil es einen Anreiz für Betriebe schafft, ältere Mitarbeiter einzustellen bzw. zu beschäftigen und jene einen Malus zahlen lässt, die das nicht tun. Parallel dazu brauchen wir ein umfassendes Beschäftigungs- und Pensionsmonitoring - auch für Beamte - und aufgeschlüsselt nach Branchen, Regionen, Alter.", so Blecha, der abschließend klarstellt:
"Die Wirtschaft ist aufgefordert sich endlich ihrer Verantwortung zu besinnen! Diese sture ‚Reform-Blockade‘ geht auf Kosten unserer sozialen Sicherheit, auf Kosten jetziger und kommender Generationen!" (Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

GS Andreas Wohlmuth, Pensionistenverband Österreichs, Telefon: 0664-48 36 138

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