Kinderfreunde zu OÖ & NÖ: „Senkung der Volljährigkeit für Flüchtlinge ist Taschenspielertrick“

Wien (OTS) - Die geplante Senkung der Volljährigkeit für Flüchtlinge in Oberösterreich und Niederösterreich sorgt bei den Österreichischen Kinderfreunden für Verwunderung: "Es ist ein erneutes Zeichen absoluter Hilflosigkeit, dass den Landesregierungen von Niederösterreich und Oberösterreich nichts Besseres einfällt, als solche Taschenspielertricks", erklärt Jürgen Czernohorszky, Bundesgeschäftsführer der Österreichischen Kinderfreunde. Im Rahmen der niederösterreichischen Regierungsklausur hat Pröll bestätigt, dass das Alter der Volljährigkeit in Niederösterreich auf 17 Jahre gesenkt werden soll, um geflüchtete Jugendliche früher in Erwachsenenquartieren unterbringen zu können und damit Geld zu sparen. Auch in Oberösterreich sei ähnliches geplant.

"Die Schutzbestimmungen für jugendliche Flüchtlinge sind aus gutem Grund so, wie sie sind. Es ist ein Armutszeugnis der Politik, dass man lieber das Regelwerk verbiegt, statt ordentliche und ausreichende Betreuungsmöglichkeiten zu schaffen", so Czernohorszky weiter. Schon jetzt sei es der Fall, dass es viel zu wenig staatliche Angebote für jugendliche Flüchtlinge gebe: "Wir merken in unserer Arbeit jeden Tag, dass die Jugendlichen mehr Beschäftigung, Freizeit- und Bildungsangebote brauchen. Diese Jugendlichen jetzt einfach früher zu Erwachsenen zu erklären, um sich nicht mehr um sie kümmern zu müssen, ist zynisch", ärgert sich Czernohorszky.

Dieser Vorstoß gehe exakt in die falsche Richtung: "Was es wirklich braucht, sind mehr Unterstützungs- und Betreuungsangebote für diese Jugendlichen. Das wird ihnen schon jetzt an vielen Orten verwehrt, was am Beispiel des EAZ Traiskirchen am deutlichsten sichtbar wird. Teilweise haben die Jugendlichen unglaubliche Geschichten hinter sich und trotzdem sind sie froh hier zu sein und wollen in Österreich Teil der Gesellschaft zu werden. Wir müssen das Potenzial dieser Jugendlichen nutzen, statt auf ihrem Rücken sinnlose Sparversuche durchzuführen und sie damit in die Chancen- und Perspektivenlosigkeit zu treiben", so Czernohorszky abschließend.

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