LKÖ zu Arbeitsmarktzugang für Asylwerber: Probelauf mit Sonderkontingent für Landwirtschaft starten

Dieses Arbeitskräftepotenzial für Land- und Forstwirtschaft besser zugänglich machen

Wien (OTS) - "Die Landwirtschaftskammer Österreich hat sich bereits im Frühjahr dafür ausgesprochen, das brachliegende Arbeitskräftepotenzial aus den gestiegenen Asylwerberzahlen für die Land- und Forstwirtschaft besser zugänglich zu machen. Die schwierige Arbeitsmarktlage spricht aber eher gegen einen freien Arbeitsmarktzugang ab dem ersten Tag des Asylverfahrens. Besser wäre es vorerst einen Probelauf für einen verbesserten Arbeitsmarktzugang für Asylwerber in einem eher eng abgesteckten Umfeld rasch umzusetzen", erklärte Hermann Schultes, Präsident der LK Österreich, zum Vorschlag von EU-Kommissionspräsident Jean Claude Juncker, einen freien Arbeitsmarktzugang ab dem ersten Tag des Asylverfahrens zu ermöglichen.

Die LK Österreich könnte sich vorstellen, den Rahmen, den die Niederlassungsverordnung für befristet beschäftigte Fremde ("Saisoniers") eröffnet und der mit den jeweiligen Kontingentverordnungen nicht voll ausgeschöpft wird, mit einem Sonderkontingent für Asylwerber aufzufüllen. Auf Basis der geltenden Niederlassungsverordnung könnten sofort rund 1.000 zusätzliche Kontingentplätze für Asylwerber in den Saisonbranchen Land- und Frostwirtschaft sowie Tourismus durch den Sozialminister verordnet werden. Auch das Erntehelferkontingent, dessen Rahmen mit maximal 700 Beschäftigungsverhältnissen sehr überschaubar konstruiert ist, wäre aus Sicht der LK Österreich für einen derartigen Vorstoß geeignet.

Sonderkontingent für Asylwerber für bevorstehende Wein- und Obsternte

"Die Land- und Forstwirtschaft ist nach wie vor eine der wenigen Branchen, die auf kontinuierlich steigende Beschäftigungszahlen verweisen kann. Dieser Bedarf kann aber aus dem heimischen Arbeitskräftepotenzial nicht gedeckt werden. Daher wäre es aus Sicht der Land- und Forstwirtschaft sicher sinnvoll zusätzliche Kontingentplätze für Asylwerber über ein Sonderkontingent zur Verfügung zu stellen. Heuer wurde das Erntehelfer-Kontingent mit 395 Plätzen begrenzt. Dies bedeutet, dass ein weiteres Kontingent im Ausmaß von 305 Plätzen für die anlaufende Wein- und Obsternte jederzeit möglich wäre", unterstrich Schultes.

Bei der Beschäftigung von Asylwerbern in der Landwirtschaft wurden in den letzten Jahren die Kontingente stark gekürzt. Zudem sind die Regelungen für die Wiederaufnahme in die Grundversorgung nach Beendigung der Saisontätigkeit aus Sicht der LKÖ beschäftigungshemmend ausgestaltet. Unter diesen Voraussetzungen ist daher die Aufnahme einer zeitlich befristen Beschäftigung in der Land- und Forstwirtschaft nicht besonders attraktiv, so der LKÖ-Präsident "Eine höhere Beschäftigungsrate von Asylwerbern in der Land- und Forstwirtschaft wird nur dann zu erreichen sein, wenn auch die Wiederaufnahme in die Grundversorgung erleichtert wird. Im Regierungsprogramm wurde dazu eine entsprechende Zielsetzung aufgenommen, wo, für Asylwerber und Asylwerberinnen verbesserte Übergänge zwischen Grundversorgung und legaler (Saison-)Beschäftigung gefordert werden", betonte Schultes.
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Für fachlich Rückfragen: Mag. Johann Zimmermann, Tel.01/53441-8584; E-Mail j.zimmermann@lk-oe.at
Kontakt LK-Pressestelle: Ludmilla Herzog MAS, Tel 01/53441-8522, E-Mail l.herzog@lk-oe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AIM0004