„Universum History“-Zweiteiler über die Chinesische Mauer im ORF

Teil 1: „Ansturm aus dem Norden“ am 11. September um 22.45 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Es ist ein Schock für China: Im September 1792 schickt der englische König George III. eine Handelsdelegation gen Osten, um die chinesische Führung zu einer Öffnung des Landes zu bewegen. Auf drei riesigen Kriegsschiffen erreichen ferner 700 Gefolgsleute das abgeschottete Reich der Mitte. Mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen im Gepäck soll der diplomatisch versierte britische Staatsmann George Macartney um eine Audienz bei Kaiser Qianlong ansuchen. Stattdessen machen die Briten eine sagenhafte Entdeckung -sie erkunden ein monumentales, unvergleichliches Bauwerk: "Die Chinesische Mauer". Neben faszinierenden und noch nie gezeigten Aufnahmen entlang der Großen Mauer zeigt "Universum History" in Christian Twentes Doku-Zweiteiler am Freitag, dem 11. und 18. September 2015, um 22.45 bzw. 22.40 Uhr in ORF 2 in aufwendig nachgestellten Szenen, mit welch großer Entschlossenheit China innerhalb kürzester Zeit versuchte, eine riesige Grenzbefestigung zu errichten. Bis heute gilt dieses Bauwerk als eines der größten der Menschheitsgeschichte. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse ergänzen das bunte Mosaik an Mythen und Gerüchten zu einem Gesamtbild, das eines der spannendsten Kapitel der chinesischen Geschichte erzählt.

Der chinesische Kaiserhof hatte die Versuche der Briten, den vierten Herrscher der Qing-Dynastie persönlich zu treffen, monatelang ignoriert. Doch die Briten ließen sich nicht abschrecken. Während der Wartezeit erkundeten sie China als Touristen - auf eigene Faust. Am Gubeikou-Pass, eine Zweitagesreise von Peking entfernt, machten sie eine erstaunliche Entdeckung - die Große Mauer, eine kilometerlange, aus Stein erbaute Grenzbefestigung. Nur wenige Europäer hatten die Mauer bis zu diesem Tage persönlich zu Gesicht bekommen. Lord George Macartney hielt den Steinwall für das großartigste je von Menschenhand erschaffene Bauwerk.

Seit dem 14. Jahrhundert hatte sich China zunehmend vom Rest der Welt abgeschottet. Trotzdem konnte die Große Mauer die Eindringlinge aus der Mongolei und der Mandschurei nicht von ihren Vorhaben abhalten. Der legendäre mongolische Fürst Altan Khan schaffte es gar bis nach Peking. Aus Angst vor den "Barbaren" ließ der Kaiser von China damals kurzzeitig den Handel mit den Mongolen zu. Gleichzeitig wurde die Mauer weiter ausgebaut und verstärkt. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden so entlang der mehr als 8.800 Kilometer langen Außengrenze im Norden Chinas zahlreiche Schutzwälle, Wehrtürme und Festungsanlagen. Architekten, Statiker und Maurer aus dem ganzen Land wurden zusammengezogen, um das Reich der Mitte für immer vor fremden Einflüssen zu bewahren.

Schlussendlich scheiterte dieser Versuch: 1644 besteigt ein Manchu, der Rebellenführer Li Zicheng, den Thron und besiegelte damit das Ende der Ming-Dynastie. Und auch George Macartneys Mission misslingt. Doch auf seine Entdeckung und Beurteilung der historischen Befestigungsanlage ist es zurückzuführen, dass die Chinesische Mauer heute einen so mythenumrankten Ruf genießt. Fest steht: die Große Mauer war niemals ein Symbol für die Macht des Kaiserreichs China. Ihre Erschaffung diente letztendlich nur dem Versuch, das Land abzuschotten. Heute gilt die Mauer als Symbol für eine Kultur, die nur für sich selbst leben wollte.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0002