Industrie verleiht Exzellenzstipendien: Nachwuchs fördern, damit er die Zukunft gestalten kann

IV-GS Neumayer: Exzellenz-Auslandsstipendien 2015 in Höhe von 130.000 Euro vergeben – Unterstützung für Aufenthalt an renommiertesten Universitäten und Forschungsinstituten der Welt

Wien (OTS/PdI) - "Wir müssen den Nachwuchs fördern, damit er die Zukunft gestalten kann", hob Mag. Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), am Mittwochabend in seiner Rede anlässlich der Vergabe der Exzellenz-Auslandsstipendien 2015 im Wiener Haus der Industrie hervor. Für den Aufenthalt an einigen der renommiertesten Universitäten und Forschungsinstitute der Welt erhielten 13 junge Menschen die mit 10.000 Euro dotierte Unterstützung, welche gleichsam auch eine Auszeichnung darstellt. "Die Damen und Herren, die wir in Form der Stipendien unterstützen, haben sich dies durch ihre hervorragenden Leistungen verdient, die wir auf diese Weise auch würdigen und auszeichnen möchten. Wir tun dies umso lieber, da uns gerade als Industrie der hohe Stellenwert des Exzellenzgedankens für die Entwicklung einer Volkswirtschaft besonders bewusst ist", wie Neumayer betonte. Auch Wissenschafts-Staatssekretär Dr. Harald Mahrer unterstrich die Wichtigkeit von Innovation für den Standort: "Österreich verdient 6 von 10 Euro im Export. Als kleine exportorientierte Volkswirtschaft brauchen wir daher weiterhin ein sehr hohes Innovationspotenzial. Wenn man glaubt, es gibt ein Match zwischen Silicon Valley und Europa, ist das vollkommen falsch. Das Match lautet Silicon Valley gegen das Pearl River Delta in China. Um auf diesem hochkompetitiven Markt bestehen zu können, müssen wir auf die Kreativität, den Erfindergeist und die Innovationskraft der Menschen setzen, auf unsere Talente. Die konsequente Förderung exzellenter Forschungsleistungen ist daher die Saat, die wir für eine erfolgreiche Zukunft des Innovationsstandortes brauchen. Denn wer sich mit dem Durchschnitt zufrieden gibt, der wird in Zukunft nicht vorne mit dabei sein."

Laut Neumayer herrsche in Österreich ein Mangel an Absolventinnen und Absolventen von naturwissenschaftlich-technischen Fächern (MINT). Werde nicht gegengesteuert, so koste dies den Wirtschaftsstandort Österreich langfristig Wettbewerbsfähigkeit. "Daher müssen für Exzellenz die Rahmenbedingungen auch passen: exzellente Forscherinnen und Forscher, ein forderndes Umfeld, adäquate Forschungsinfrastruktur, ausreichende Finanzierung und kritische Massen an Forscherinnen und Forschern", zählte der IV-Generalsekretär einige wesentliche Faktoren auf.

Neumayer: Rahmenbedingungen für Exzellenz richtig gestalten

Erst, wenn Österreich es schaffe, die geeignete Rahmenbedingen sicherzustellen, werde es gelingen "gute Köpfe" anzuziehen, die durch die Qualität ihrer Arbeit Spill-Over-Effekte in die angewandte Forschung, in bestehende Unternehmen und in die Neugründung von hochspezialisierten wissensintensiven Start-ups auslösen. Die Politik sie hier dringend gefordert, denn "wir brauchen eine echte Bildungsreform, wie sie u.a. die IV mit ihrer Hochschulstrategie vorgelegt hat. Die FTI-Strategie der Bundesregierung ist zügig umzusetzen. Österreich muss sich intensiver mit ‚exzellenten‘ Einrichtungen weltweit vernetzen sowie der Forschungs- und Innovationsstandort qualitativ attraktiver gemacht werden", so Neumayer. Jeder in die Zukunftsbereiche Bildung, Forschung und Innovation investierte, zusätzliche Euro sei gut investiertes Geld und komme über Steuern und Abgaben des Bundes 1,5-fach wieder herein. In Summe wandere aber fast jede bzw. jeder achte Hochqualifizierte aus Österreich ab. "Nur 18,3 Prozent der ausländischen Studierenden aus Drittstaaten bleiben nach Studienabschluss in Österreich. Einen solchen Aderlaß können wir uns in Zukunft nicht mehr leisten", so Neumayer, der Österreich in der Pflicht sah, "jungen Menschen den Anreiz zu bieten, ihre Fähigkeiten der heimischen Spitzenforschung bzw. Wirtschaft zur Verfügung zu stellen."

Petschnig: Zehn von 13 Stipendiaten aus dem Bereich der MINT-Fächer

Otmar Petschnig, Vizepräsident der IV-Bundesorganisation und der Wirtschaftskammer Kärnten, außerdem Mitglied der Jury zur Vergabe der Exzellenz-Auslandsstipendien, bedankte sich bei IV und Wirtschaftskammer Kärnten für die großzügige Unterstützung. Über eine halbe Million Euro seien seit 2011 schon an hoch begabte junge Studierende oder Wissenschaftler gegangen. "Vielfach wäre ein derart hochkarätiges Studium im Ausland ohne die Unterstützung gar nicht möglich gewesen", so Petschnig. Daher wünsche er sich für die nächsten Jahre auch noch eine Aufstockung der jährlich zur Verfügung gestellten Summe. Die Stipendienaktion gehe auf eine Kärntner Initiative zurück, sei gleichzeitig eine der größten in Österreich und schließe eine ganz wichtige Lücke zwischen Bakkalaureat und Doktorat. Anders als bei vielen anderen Stipendien reiche zur Bewerbung für eines der mit je 10.000 Euro dotierten Stipendien bereits ein Bachelor-Abschluss. Zehn der insgesamt 13 Stipendiaten -fünf von ihnen aus Kärnten, der Rest aus OÖ, Steiermark, Burgenland und Wien - kämen auch heuer wieder aus dem Bereich der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), drei aus anderen Bereichen. Fünf - so viele wie noch nie - hätten auf der TU Wien die Basis für ihre weitere wissenschaftliche Karriere gelegt, zwei an der Montanuni Leoben. Zielunis im Ausland sind heuer die London School of Economics, die ETH Zürich, mehrere US-Universitäten wie San Diego, die San Francisco State und die University of Washington in Seattle, dazu die Uni Bochum, die EPFL Lausanne oder das Helmholtz Zentrum Geesthacht.

Was Petschnig ganz besonders freute: "Mit acht weiblichen Stipendiaten haben wir heuer eine deutliche Überzahl gegenüber den fünf männlichen. Das ist eine Premiere." Der IV-Vizepräsident sieht in den Stipendien eine wichtige Initiative gegen die Abwanderung junger Hochbegabter. Dadurch, dass man sie bei ihren ausländischen Studien unterstütze, schaffe man auch ein starkes Band zur Heimat und bestehe die berechtigte Hoffnung, dass die Stipendiaten wieder zurück kommen. Die hochkarätig aus Vertretern der Wissenschaft und der Wirtschaft bestehende Jury habe sich ihre Aufgabe nicht leicht gemacht, aus 21 exzellenten Bewerbungen 13 auszuwählen. Grundvoraussetzung für die Einreichung waren ein Höchstalter von 30 Jahren und eine Mindestdauer für den Auslandsaufenthalt von sechs Monaten. In der Beurteilung zählte zu 30 Prozent die Bedeutung der wissenschaftlichen Arbeit für die österreichische Wirtschaft, zu 50 Prozent die Exzellenz (Qualität, Neuheit, Komplexität), schließlich zu 20 Prozent der Studienerfolg.

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