ÖGB-Anderl: Höchste Zeit, Kinderbetreuung auszubauen

Ausreichende Kinderbildungsplätze ermöglichen Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Wien (OTS) - "Die Tatsache, dass Großeltern immer häufiger auf ihre Enkelkinder am Nachmittag aufpassen, zeigt deutlich, dass in Österreich großer Nachholbedarf bei den Kinderbildungseinrichtungen besteht", kommentiert Renate Anderl, ÖGB-Vizepräsidentin und Bundesfrauenvorsitzende, die präsentierte Studie des Österreichischen Instituts für Familienforschung (ÖIF). "Ausreichende Kinderbildungseinrichtungen würden viele Großeltern in ihrer wohlverdienten Pension entlasten, aber vor allem auch Eltern ermöglichen, Beruf und Familie zu vereinbaren und einer Vollzeitbeschäftigung nachzugehen."

"Es ist höchste Zeit, den flächendeckenden Ausbau der Kinderbildungseinrichtungen voranzutreiben. Alle Eltern, von Wien, Eisenstadt über Linz bis hin zu Bregenz, müssen die gleichen Voraussetzungen vorfinden, um ihrer Beschäftigung nachgehen zu können, ohne sich ständig Gedanken darüber machen zu müssen, wer die Betreuung der Kinder in den nächsten Tagen übernimmt. Dazu gehören auch bedarfsorientierte Öffnungszeiten, auch in den Sommermonaten, die das ermöglichen", fordert Anderl.

Während in Wien 85 Prozent der Kindergartenplätze eine Vollzeitarbeit ermöglichen, sind es in Oberösterreich nur 14 und in Vorarlberg lediglich neun. "Der Ausbau von Kindergärten und Schulen wäre ein wichtiger Beitrag zur Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern und die effizienteste Möglichkeit, um Frauen ein Einkommen zu sichern, von dem sie auch leben können", betont Anderl und fügt hinzu: "Auf der Strecke bleiben jene Mütter, die auf Oma und Opa nicht zurückgreifen können. Aus diesem Grund gehen viele einer Teilzeitbeschäftigung nach, und das wirkt sich nicht nur auf das Gesamteinkommen der Familie aus, sondern in späterer Folge auch auf die Pension. Denn ein geringes Einkommen bedeutet auch eine geringe Pension."

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