Faymann in ÖSTERREICH für EU-Sondergipfel noch Mitte September

Kanzler im ÖSTERREICH-Interview: "Sondersitzung des Europäischen Rates nach Innenministertreffen am 14.9." - Und: "Habe Orban von Anfang an nicht geglaubt."

Wien (OTS) - Im Interview mit der Tageszeitung ÖSTERREICH (Sonntagsausgabe) fordert Bundeskanzler Werner Faymann einen raschen EU-Sondergipfel zum Flüchtlingsproblem. Faymann: "Ich kämpfe darum dass wir zu einer raschen gemeinsamen Lösung mit gerechten Flüchtlingsquoten kommen. Ich bin für eine rasche Sondersitzung des Europaeischen Rats, am besten gleich nach dem Treffen der Innenminister, also nach dem 14. September. Die Kommission wird schon morgen Vorschläge fuer die gemeinsame Lösung ausarbeiten. Das muss jetzt rasch gehen. Rasch gerechte Quoten für alle. Rasch die Sicherung der Außengrenzen und rasch ein UN-Mandat, um Syrien zu befrieden."

Die Entscheidung, die Grenze zu öffnen, wäre klar gewesen. Faymann: "Die entscheidende Frage war: Macht Oesterreich die Grenzbalken für diese verfolgten Menschen auf - oder lassen wir sie geschlossen. Und da gilt: Oesterreich lässt verfolgte Menschen nicht im Stich. Und genauso wichtig war, dass wir das gemeinsam mit Deutschland tun."

Faymann spart nicht mit Kritik an seinem ungarischen Amtskollegen Viktor Orbàn: "Orban hat mir und Merkel gesagt, dass es nicht mehr als 4000 sind. Ich habe das von Beginn an nicht geglaubt."

Das Verhalten Ungarns kommentiert Faymann so: "Die Bilder sagen mehr als tausend Worte von mir. Jemand, der ernsthaft behauptet, er löst das Flüchtlingsproblem mit Stacheldraht und dann so ein Chaos anrichtet, der hat sich politisch disqualifiziert." Die Frage nach EU-Sanktionen beantwortet der Kanzler: "Das gilt für alle Staaten:
Wer nicht mithilft, das Flüchtlings-Problem zu lösen, muss mit finanziellen Konsequenzen rechnen."

Insgesamt bilanziert Faymann den heutigen Tag positiv: "Ich bin Angela Merkel für dieses Zeichen der Menschlichkeit sehr dankbar. In Wahrheit haben Deutschland und Österreich erstmals gezeigt, dass man das Flüchtlingsproblem gemeinsam angehen kann."

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