SPÖ-Themenrat (7) - Schieder: SPÖ steht für sozial durchlässige und gerechte Gesellschaft

ThemenpatInnen präsentieren Leitresolution: Verstärkte Frühförderung, gemeinsame, ganztägige Schule, mehr Schulautonomie und freier Hochschulzugang

Wien (OTS/SK) - SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder hat heute, Samstag, beim SPÖ-Themenrat unter dem Motto "Bildung. Chancen. Zukunft" die wichtigsten Punkte der Leitresolution skizziert. In der Leitresolution findet sich ein Bekenntnis zur flächendeckenden Frühförderung und zur gemeinsamen, ganztägigen Schule genauso wie zum freien Hochschulzugang. Zentrale Punkte sind, wie Schieder betonte, u.a. auch die Stärkung der Schulautonomie und der Erwachsenenbildung. Schieder betonte mit Verweis auf die Resolution: "Die SPÖ steht für eine sozial durchlässige und gerechte Gesellschaft. Jeder Mensch soll unabhängig von der Herkunft die Möglichkeit haben, bestmögliche Bildung und Ausbildung zu absolvieren". Im Anschluss präsentierten zwölf ThemenpatInnen in fünf Themenblöcken die Leitresolution. ****

Schieder unterstrich, dass "Bildung der Hebel ist, um die Gesellschaft und bestehende Ungerechtigkeiten zu verändern und zum Besseren zu entwickeln". Das gelte vom Kindergarten bis zur Erwachsenenbildung, so Schieder, der auch die Wichtigkeit eines gleitenden Übergangs vom Kindergarten in den Schulalltag sowie die Bedeutung einer modernen Schulverwaltung betonte. Von zentraler Bedeutung sei außerdem die gemeinsame, ganztägige Schule in verschränkter Form, sagte Schieder, der auch das Grundprinzip des freien Zugangs zur Hochschule unterstrich.

SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann - Themenpatin für Bildungsgerechtigkeit - betonte, dass die nach wie vor bestehende Bildungsvererbung "uns nicht kaltlässt, sondern ein Handlungsauftrag ist. Denn es darf nicht vom Geldbörsel der Eltern abhängen, welche Bildungschancen ein Kind vorfindet." Daher kämpfe die SPÖ - die schon viel erreicht hat - für die gemeinsame, ganztägige Schule, für eine Aufwertung der Elementarpädagogik und auch für ein zweites Gratis-Kindergartenjahr. Es gelte, "konsequent weitere Meilensteine für Bildungs- und Leistungsgerechtigkeit zu setzen", denn eine Vergeudung von Talenten und Lebenschancen können wir uns nicht leisten, sagte Grossmann. Sascha Ernszt, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend, sprach sich als Themenpate im Sinne der Stärkung von Lebenschancen für den Abbau von Hürden in der Berufsausbildung aus. "Denn die besten Berufsschulen nutzen nichts, wenn man sich überlegen muss, ob man sich das leisten kann", sagte Ernszt, der sich froh über das Bekenntnis der SPÖ zu einem freien Bildungszugang zeigte. Kurt Scholz (ehemaliger amtsführender Stadtschulratspräsident Wien) betonte, dass "die SPÖ einen Leistungsbegriff hat, während andere einen Vererbungsbegriff haben. Wir glauben, dass die Begabung entscheidet, und nicht der Umstand, ob der Storch das Kind ins richtige Nest legt". Für Scholz ist klar:
"Vererbungsbegriffe haben im Schulwesen nichts zu suchen. Die SPÖ ist mit ihrer Resolution auf dem richtigen Weg."

SPÖ-Kinder- und Jugendsprecherin Katharina Kucharowits, AKS-Bundesvorsitzende Christina Götschhofer und Jürgen Czernohorszky (Bundesgeschäftsführer der Österreichischen Kinderfreunde) widmeten sich als ThemenpatInnen den Bereichen
Elementarpädagogik, Schuleingangsphase und Grundkompetenzen. Götschhofer verwies auf die Wichtigkeit eines sanfteren Übergangs durch eine Schuleingangsphase und unterstrich die Bedeutung der SchülerInnenmitbestimmung. Themenpatin Kucharowits sagte, dass es gelte, "die Neugier und das Lernen-Wollen stärker in die Volksschule mitzunehmen" und dafür zu sorgen, dass die Berufswünsche von Kindern auch Realität werden. Czernohorszky plädierte in Sachen Kindergärten für viel mehr und bessere dieser Bildungsorte, die eine ganz zentrale Bildungsreinrichtung seien.

Rudolf Altersberger, Kärntner Landesschulratspräsident, unterstrich als Themenpate die Bedeutung der gemeinsamen, ganztägigen Schule für die Sechs- bis Vierzehnjährigen (= Block 3). Altersberger machte klar, dass "endlich Schluss mit der frühen Trennung sein muss, weil wir sonst viele Ressourcen und Begabungen verlieren, die wir brauchen würden". Die gemeinsame, ganztägige Schule sei "ein Turbo für mehr Chancengerechtigkeit und die Voraussetzung für individuelle Förderung sowie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf".

Als ThemenpatInnen für den Block 4 fungierten SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl und VSStÖ-Bundesvorsitzende Katrin Walch. Walch unterstrich, dass der freie Bildungszugang ein zentrales Anliegen der SPÖ sei. Die VSStÖ-Chefin sagte auch, dass Zugangsbeschränkungen in Sachen soziale Durchmischung eine "Katastrophe" seien - außerdem würden dadurch Frauen diskriminiert. Andrea Kuntzl betonte, dass "die Bildungsgerechtigkeit ein Schlüsselbegriff der sozialdemokratischen Hochschulpolitik ist. "Denn der Weg kann nicht darin bestehen, immer mehr Kinder über bessere Schulen zur Matura zu führen, und dann die Hochschule zuzumachen". Wichtig seien für die SPÖ auch eine Verbesserung der sozialen Situation der Studierenden und die Frauenförderung. Hier habe man schon viel erreicht, sagte Kuntzl mit Verweis auf die 50-Prozent-Frauenquote in den Gremien.

Schwerpunktbereiche des fünften Blocks waren multiprofessionelle Teams an Schulen, mehr Autonomie und eine moderne Schulverwaltung. Die Themenpatenschaft für diesen Bereich übernahmen Thomas Bulant (Bundesvorsitzender der FSG PflichtschullehrerInnen), Alexia Getzinger (steirische Landesschulrats-Vizepräsidentin) sowie Patrick Wolf (Bundesvorsitzender Sozialdemokratischer LehrerInnenverein Österreich). Getzinger sagte, dass mehr Autonomie die beste Basis für eine moderne Schulverwaltung sei. Hier gehe es u.a. um mehr Gestaltungsspielraum für die Schulen - und das in pädagogischer, personeller, organisatorischer und finanzieller Hinsicht. Bulant betonte, dass professionell ausgebildete und gut aufeinander abgestimmte Teams "Garant dafür sind, dass auf die Interessen und Begabungen unserer Kinder gut eingegangen werden kann". Patrick Wolf unterstrich zum Thema Bildungsgerechtigkeit, dass es für die Lebenschancen eines Kindes egal sein muss, welche Eltern es hat. Außerdem stellte Wolf klar, dass ein Flüchtlingslager kein Ort für Kinder sei und kein Ort, in dem Chancen stattfinden.

SERVICE: Die Leitresolution im Volltext findet sich auf der Webseite der SPÖ unter http://tinyurl.com/nbe32l7 (Schluss) mb/bj/mo

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0007