SPÖ-Themenrat (2) – Häupl: Stadt Wien startet Jugendcollege für Flüchtlinge!

Häupl beim SPÖ-Themenrat: „Werden für alle Flüchtlingskinder, die schulpflichtig sind, entsprechende Plätze finden“

Wien (OTS/SPW) - "Zunächst einmal ist es keine Frage, in Zeiten wie diesen am Thema Nr. 1 nicht vorüberzugehen. Der gestrige Tag ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich viele, allen voran der österreichische Bundeskanzler, eingesetzt haben, eine Herausforderung bestmöglich zu lösen. Und ein anderer steht am Viktor-Adler-Markt, hetzt gegen Flüchtlinge und will den Eisernen Vorhang wieder errichten. Einmal mehr ist deutlich geworden, wofür wir stehen, und wofür dieser Recke steht. Und diesen Unterschied, den kann man am 11. Oktober wählen. Wir stehen für Humanität, für Hilfe für Flüchtlinge und gegen Hetze. Dass jemand sich hinstellt und zu Kriegsflüchtlingen sagt: Geht wieder zurück dorthin, wo euch die Mörderbanden des IS umbringen, so viel Niedertracht ist das allerletzte!", betonte SPÖ Wien-Vorsitzender, Bürgermeister Michael Häupl am Samstagvormittag im Rahmen des SPÖ-Themenrats "Bildung, Chancen, Zukunft" im Wiener Museumsquartier.****

Der Bürgermeister unterstrich: "Wir werden für alle Flüchtlingskinder, die schulpflichtig sind, entsprechende Plätze finden. Und wir kümmern uns auch um jene, die älter sind oder Schulabbrecher. Dazu wird das Projekt Jugendcollege gestartet - mit Deutschlernen und einer Berufsausbildung, damit diese Jugendlichen sich in die Gesellschaft integrieren können. Wir lassen sie nicht im Stich und bieten diese Möglichkeit an."****

Für ihn sei es eine Verpflichtung gewesen, der Einladung, in die Bildungs-Regierungskommission zu folgen, stellte Häupl klar: "Denn Bildung ist eines der wichtigsten Themen und ein Teil der sozialen Frage - nicht nur in dieser Stadt, sondern in ganz Österreich. Im Vordergrund aller Bemühungen stehen die Kinder und nicht die Schulverwaltung. Wir werden unseren Weg fortsetzen, nämlich die Schule aus dem 19. Jh. ins 21. Jh. zu führen."

Im Zentrum der Schulreform stünden die Kinder, so Häupl: "Wir müssen ihre Neugierde erhalten, Stärken stärken und Schwächen schwächen. Und: Wir lassen niemand zurück. In Eliteschulen geht’s nur um das Selektionsprinzip -so sehr wir Spitzenforscher brauchen, wir müssen auch jene mittnehmen, die von vornherein nicht alle Chancen und Möglichkeiten haben." Weiters gehe es um die Fragen: "Was wird unterrichtet und von wem? Was brauchen wir nicht mehr? Wo ist fächerübergreifender Unterricht möglich? Und schließlich: Wie wird unterrichtet?" Die Steinzeitschulpädagogik sei ohnedies vorbei, aber es sei sich wichtig, neue Erkenntnisse der Psychologie und der Hirnforschung schon in die Kindergartenpädagogik einfließen zu lassen. "Dazu braucht es eine entsprechende Ausbildung des pädagogischen Personals, und zwar vom Kindergarten bis zum Uni-Professor. Wir brauchen die besten LeherInnen und PädagogInnen, damit alles adäquat umgesetzt werden kann. Es gibt eine Unzahl von sehr engagierten LehrerInnen, aber wie in jedem Beruf gibt es solche und solche. Die Routine von gestern reicht nicht aus!"

In der Frage der Schulorganisation stehe die Sozialdemokratie für die gemeinsame Schule der 6-14-Jährigen, ganztätig, mit verschränktem Unterricht und Leistungsmodulen: "Wir haben überhaupt nichts gegen Leistung - aber Leistung ist für uns nicht nur dass, was der großartige Unternehmer macht, sondern wir wissen die Leistung eines Hochofenarbeiters und eines Tischlers genauso zu schätzen. Leistung ist mehr als das Funktionieren in einem Mechanismus der Wirtschaft, sondern es geht um das sich-Selbst-Einbringen in gesellschaftliche Veränderung."

In Wien setze man das Campus- und Ganztagsschulmodell um - bis es soweit sei, sei klar, dass es nicht ohne die Gratisnachhilfe abgeht, weil sich viele Eltern die Nachhilfe nicht leisten können. "Ich sehne den Tag herbei, wo wir sie nicht mehr brauchen", so Häupl. Bei der Ausbildung der über 15-Jährigen sei vieles durchlässiger geworden -etwa durch die Lehre mit Matura: "Aber es braucht mehr Bewusstsein dafür, dass eine Berufsausbildung von gleichem Wert ist, wie eine AHS- oder BHS-Matura."

Was die Schulverwaltung angehe, so trete man für möglichst viele Autonomie und Eigenverantwortung sowie Einfachheit ein. Wer letztlich den Gehaltsscheck unterschreibe, sei selbst den LeherInnen egal. " Wenn ein Wille da ist, so wie bei der Steuerreform, dann wird es am Ende des Tages bei der Schulreform denselben Erfolg geben!", so Häupl abschließend. (Forts.) tr

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