Häupl: Wir lassen keinen jungen Menschen im Stich! – BILD

Bürgermeister Häupl besuchte zum Start des neuen Lehrjahres „Jugend am Werk“

Wien (OTS/SPW) - "Wenn man sich die Arbeitsmarktdaten in Wien ansieht, dann sieht man, wie wichtig Ausbildung ist. Von den PflichtschulabsolventInnen hat nur die Hälfte alle Chancen am Arbeitsmarkt. Alles, was man an Ausbildung machen kann, soll man auch machen. Es geht da nicht um die Frage: ‚Matura oder Lehre?‘ Beides ist wichtig"; betonte SPÖ Wien-Vorsitzender, Bürgermeister Dr. Michael Häupl am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz zum Start des neuen Lehrjahres im Lehrbetrieb "Jugend am Werk" in Wien-Brigttenau. Häupl wandte sich persönlich an die versammelten Tischlerlehrlinge: "Steigt auf keinen Fall aus und macht die Ausbildung fertig. Ihr macht das nicht für irgendjemanden, sondern es ist für Euch selbst wichtig!"****

Häupl betonte allgemein, dass Jugendliche einen guten Start ins Berufsleben brauchen: "Deshalb bauen wir die Wiener Ausbildungsgarantie kontinuierlich aus. Herzstück ist die überbetriebliche Lehrausbildung für rund 3.500 Jugendliche, die sonst keinen Ausbildungsplatz finden. Für das Ausbildungsjahr 2015/16 nehmen AMS und Stadt Wien dafür 62 Millionen Euro in die Hand. Und mit der spacelab-Produktionsschule hat Wien ein europäisches best practice-Projekt für Jugendliche, die es besonders schwer haben, am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen." Häupl stellte klar: "Wir lassen keinen Jugendlichen im Stich - denn nichts wirkt sich demotivierender aus, als gleich zu Beginn des Erwerbslebens von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein. Aber auch Wien profitiert - denn die Lehrlinge sind die gut ausgebildeten Facharbeiter von morgen. Und wir gehen seitens der Stadt mit gutem Beispiel voran und stellen hunderte Lehrstellen zur Verfügung. Klar ist aber auch: Die Wirtschaft muss ihrer Verantwortung nachkommen und endlich wieder mehr Lehrlinge ausbilden!"

Dedic: "Jugend ist unser Kapital" Im Herbst 2011 wurde auf Initiative der Wiener SPÖ ein Projekt gestartet, das Lehrlinge fördert und Auftragschancen für Wiener Unternehmen verbessert. Im Wiener Modell geht es konkret um die Direktvergabe von Bauaufträgen im öffentlichen Bereich. 2013 ist an allen Berufsschulen ein Frühwarnsystem inklusive "VIP-Betreuung" gestartet. Das System enthält unter anderem individuelle Fördermaßnahmen und soll Defizite in Theorie und Praxis ausbessern. Zudem investiert Wien bis 2016 rund 30 Millionen Euro in die EDV-Ausstattung in Pflichtschulen. Berufsschulen sind in jüngerer Vergangenheit um 18 Millionen Euro modernisiert worden. "Wir brauchen hochqualifizierte Ausbildungsplätze für alle Jungen in Wien, denn die Jugend ist unser Kapital", unterstreicht der Lehrlingssprecher der SPÖ Wien, Michael Dedic.

Lehre mit Matura Seit 2008 können sich Lehrlinge parallel zu ihrer Lehrausbildung kostenlos auf die Reifeprüfung vorbereiten. "Lehre mit Matura" ermöglicht Jugendlichen, einen Lehrabschluss und Matura zu erlangen. "Das Angebot steht allen Lehrlingen zur Verfügung, Voraussetzung für die Zulassung ist ein gültiger Lehrvertrag. Die Lehre mit Matura ist in Österreich neben der AHS- und der BHS-Reifeprüfung die dritte Möglichkeit, eine Matura zu absolvieren", informierte Dedic.

Die Lehre mit Matura werde von der Arbeitgeberseite gerne als Vorzeigeprojekt genannt: "Und ja, das Angebot kann Lehrlingen viele Vorteile bringen - gerade in Hinblick auf weitere berufliche Qualifizierung. Aber: Derzeit stellt die Lernzeitregelung eine große Herausforderung dar. Der Besuch von Vorbereitungskursen während der Arbeitszeit ist zwar möglich, bedarf jedoch der Zustimmung des Arbeitgebers/der Arbeitgeberin. Im Einvernehmen kann in diesen Fällen die Lehrzeit verlängert werden. Zeigen sich die Lehrbetriebe jedoch nicht entgegenkommend, ergibt sich für den Lehrling eine schwierige Doppelbelastung." Dies sei für viele Jugendliche ein Grund, sich nicht für das Angebot zu entscheiden, kritisierte Dedic: "Somit profitiert nur eine Minderheit der Lehrlinge von der Lehre mit Matura. Wir fordern daher einen Rechtsanspruch auf Freistellung, um die Lernzeiten für die Matura besser in die Lehre zu integrieren. Das würde das Angebot zugänglicher machen. Ein entsprechendes Arbeitszeitmodell könnte die Maturavorbereitung innerhalb der gesetzlichen Arbeitszeit bindend verankern."

Köpf: "Fachkräfte fallen nicht vom Himmel" "Die FSG Wien Jugend hat ganz klare Vorstellung wie die Lehre in Wien auszusehen hat. Die SPÖ Wien bzw. die FSG stehen für eine nachhaltige Wirtschaftspolitik, bei der die Menschen und nicht die Profite im Vordergrund stehen. Darum wird Schulter an Schulter an Verbesserungen für die WienerInnen und vor allem für die Jugend gearbeitet", unterstreicht die FSG Wien-Landesjugendvorsitzende, Carina Köpf. "Konkret werden Lehrlinge oft als billige Arbeitskräfte in den Betrieben eingesetzt. Das bringt arbeitsrechtliche Probleme mit sich. Deshalb braucht es entweder eine unabhängige Stelle, die die Lehrstellenplätze auf ihre Qualität prüft oder die Lehrlingsstelle sollte gleich in die Arbeiterkammer wandern", so Köpf. Derzeit sei die für die Überwachung der Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen zuständige Lehrlingsstelle in der Wirtschaftskammer angesiedelt: "Das ist problematisch, denn die Wirtschaftskammer wird wohl kaum ihre eignen Kunden maßregeln", kritisierte Köpf.

Eben weil Wien für Ausbildung und nicht Ausbeutung steht, fordert die FSG Jugend die Unternehmen auf, langfristig in die Fähigkeit ihrer MitarbeiterInnen und in den Standort Wien zu investieren. "Ein großes Problem ist, dass die Wirtschaft zu wenige Lehrstellenplätze anbietet. Die Betriebe müssen einerseits ihre sozialpolitische Verantwortung wahrnehmen. Andererseits geht es darum, einem Fachkräftemangel präventiv vorzubeugen. Alle Jugendlichen müssen die Chance auf eine gut fundierte Ausbildung haben. Deshalb fordern wir die Schaffung eines echten Wiener Berufsausbildungsfonds, für den alle Wiener Betriebe gleichermaßen einen finanziellen Beitrag leisten, um Lehrstellen zu schaffen und deren Qualität zu sichern. Denn: Fachkräfte fallen nicht vom Himmel!", so Köpf.

Kumar: Kampagnenpräsentation der FSG Wien Jugend Die FSG Wien Jugend und Teams der SPÖ Wien werden im Rahmen des Wahlkampfs von 7. September bis 9. Oktober 2015 durch alle Wiener Berufsschulen touren, informierte Sumit Kumar, FSG Wien-Landesjugendsekretär. "Wir werden die Wiener BerufsschülerInnen bei insgesamt 150 Terminen informieren, mit ihnen diskutieren und uns um Anliegen kümmern. Zudem sind zahlreiche Betriebsbesuche geplant." (Schluss) tr

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