AK und Betriebsräte begrüßen “Pflegeausbildung neu“, fordern aber mehr Personal und Aufwertung der Pflegeassistenten

Linz (OTS) - Grundsätzlich positiv sehen die Personalvertreter/-innen der Pflegeinrichtungen die geplante Neuausrichtung der Pflegeausbildung durch eine Novellierung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetz (GuK). 85 oberösterreichischen Betriebsräte/-innen aus der Branche waren einer Einladung der AK OÖ gefolgt und diskutierten in der AK Linz mit einer Vertreterin des Gesundheitsministeriums über den vorliegenden Gesetzesentwurf. AK-Präsident Kalliauer nannte die Aufwertung der Pflege einen längst überfälliger Schritt, fordert aber die rasche Umsetzung eines bundesweit verbindlichen Mindestpersonalschlüssels für alle Kranken-und Pflegeeinrichtungen.

Dr.in Meinhild Hausreither, die für den Gesetzesentwurf verantwortliche Abteilungsleiterin im Gesundheitsministerium erläuterte den Betriebsräten/-innen die wichtigsten Neuerungen. Diplomiertes Pflegepersonal soll in Zukunft - statt wie bisher an Krankenpflegeschulen - durchwegs an Fachhochschulen ausgebildet werden und die Ausbildung mit Bachelor abschließen. Neu eingeführt wird eine zweijährige Ausbildung zum Pflegefachassistenten. Diese Änderungen werden von Betriebsräten/-innen und AK begrüßt. Kritisch sehen die Personalvertreter/-innen, dass die Ausbildung zur Pflegeassistenz (bisher Pflegehelfer/-innen) einjährig bleibt. Dadurch haben diese qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer weiterhin keinen Berufsschutz und sind auch bei der Pension benachteiligt.

AK-Präsident Kalliauer fasste die Position der Arbeitnehmervertretung folgendermaßen zusammen: "Die Aufwertung der Pflege ist insgesamt zu begrüßen und eine Ausbildung von Pflegekräfte auf Hochschulniveau fördert die Zusammenarbeit mit den Ärzten auf Augenhöhe. Wir als Arbeitnehmervertreter werden ganz genau darauf schauen, dass die Pflegekräfte, die schon jetzt im System arbeiten, in Zukunft nicht benachteiligt werden". Gegen Versuche, beim Personal zu sparen, werde sich die AK gemeinsam mit den Betriebsräten/-innen im Interesse der Beschäftigten, aber auch der Patienten/-innen zur Wehr setzen. Deshalb brauche es auch rasch einem bundesweit verbindlichen Mindestpersonalschlüssel für alle Kranken- und Pflegeeinrichtungen.

Arbeiterkammer, Gewerkschaften und die Fachgruppe Gesundheitsberufe wollen sich noch intensiv in den Gesetzwerdungsprozess einbringen und Änderungen im Sinne der Arbeitnehmer/-innen vorschlagen.

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