Glastür stürzt auf Kind: ÖBB-Betriebsrat kritisiert Vergaben an Drittanbieter

vida-Gewerkschafter Blumthaler: Tragischer Unfall in Strasshof zeigt, „Wer billig kauft, kauft teuer“ vida-Gewerkschafter Blumthaler: Tragischer Unfall in Strasshof zeigt, „Wer billig kauft, kauft teuer“

Wien (OTS) - "Der tragische Zwischenfall in Strasshof ist ein Anlass, die Auftragsvergabe an Drittanbieter grundsätzlich zu hinterfragen", erklärt der geschäftsführende Zentralbetriebsratsvorsitzende der ÖBB Infrastruktur AG, vida-Gewerkschafter Günter Blumthaler, angesichts des gestern veröffentlichten Gutachtens zum Unfall am Bahnhof in Strasshof. Im Frühjahr war dort eine 120 kg schwere und fehlerhaft montierte Glastür auf ein vierjähriges Mädchen gestürzt. Das Gutachten habe nun ergeben, dass die beauftragten Firmen schlechte Arbeit geliefert hätten. Die ÖBB haben daher entsprechende rechtliche Schritte gesetzt, so Blumthaler.++++

"Wir hätten sowohl das Know-how als auch die Kapazitäten für derartige Arbeiten bei uns im Haus", kritisiert Blumthaler. Das Eisenbahngesetz sehe außerdem eindeutig vor, dass die ÖBB ohnehin für allfällige Fehler von Drittanbietern haftbar zu machen seien. Warum also derartige Montagearbeiten nicht gleich ‚in-house‘ erledigt werden und stattdessen Billigstbieter zum Zug kommen, sei "schlichtweg nicht nachvollziehbar", erklärt der Gewerkschafter. "In Strasshof hat sich auf tragische Art und Weise das Sprichwort ‚Wer billig kauft, kauft teuer‘ bewahrheitet", so Blumthaler.

"Das österreichische Eisenbahngesetz belegt eindeutig den Standpunkt der Gewerkschaft und des Betriebsrats", sagte der vida-Gewerkschafter. Dazu heißt es im EisbG, § 39a. (1) wörtlich:

"Das Sicherheitsmanagementsystem soll die Kontrolle aller Risiken, die mit den Tätigkeiten eines Eisenbahninfrastrukturunternehmens oder eines Eisenbahnverkehrsunternehmens, einschließlich Instandhaltungsarbeiten, der Materialbeschaffung und der Vergabe von Dienstleistungsaufträgen verbunden sind, berücksichtigen. Die sich aus Tätigkeiten anderer Beteiligter ergebenden Risiken sind angemessen zu berücksichtigen."

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