Leitl bei Wirtschaftsgesprächen in Alpbach: „Wir müssen der Ungleichheit Chancengleichheit entgegensetzen“

Eröffnung des Symposiums unter dem Motto „UnGleichheit – vom Paradox der Wirtschaft“

Wien (OTS) - "UnGleichheit - vom Paradox der Wirtschaft" - unter diesem Motto stehen heuer die Wirtschaftsgespräche im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach, die am Dienstag Nachmittag von Claus Raidl, Vizepräsident des Forums Alpbach, AK-Präsident Rudi Kaske und Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl eröffnet wurden.

"In der Welt gibt es Ungleichheit - bedingt durch unterschiedliche Klimazonen, unterschiedliche Demographie, unterschiedliche politische Systeme bzw. unterschiedliche Begabungen und Talente der Menschen. Daraus ergibt sich eine Ungleichheit der Lebenschancen. Die Wirtschaft ist sich - gerade angesichts aktueller Krisen - ihrer globalen Verantwortung bewusst und muss dafür sorgen, dass Lebenschancen auch in Krisenländern gegeben sind", betonte Leitl. "Wir haben hier eine moralische Verpflichtung, denn auch Europa wurde nach dem 2. Weltkrieg wieder auf die Beine geholfen und durch den Marshallplan kräftig beim Wiederaufbau unterstützt", erinnerte der WKÖ-Präsident. "Wir müssen grundsätzlich der Ungleichheit Chancengleichheit entgegensetzen. Jedem Menschen sollen die Voraussetzungen gegeben werden, damit er etwas aus seinem Leben machen kann."

Auf die Frage, ob die soziale Marktwirtschaft mit ihren Umverteilungsmechanismen das richtige System sei, um das Problem der Ungleichheit zu lösen, entgegnete Leitl: "Die Wirtschaft bekennt sich dazu, dass es genug Einnahmen für den Staat geben muss, damit er seine Aufgaben sinnvoll erfüllen kann. Zehn Prozent der Besteinkommensbezieher kommen für sechzig Prozent der Steuern auf und sorgen dafür, dass Leistungen wie Bildung oder Pflege, Infrastruktur oder Alterspensionen finanziert werden können." Zugleich wies Leitl aber auch auf das hohe Ausmaß an Steuerbelastung und Umverteilung auch in Österreich hin. Dies zeige etwa der Tax Freedom Day. Dieser bezeichnet den ersten Tag eines Jahres, an welchem ein durchschnittlicher Steuerzahler eines Landes nicht mehr zur Bezahlung seiner Steuern Geld verdienen muss, sondern ab dem er für sich selbst verdienen kann. "Früher fiel dieser Tag auf Mitte Juni, heuer wurde er bereits Mitte August begangen. Sechs Monate für den Staat zu arbeiten, wäre aber eigentlich genug!", kritisierte der WKÖ-Präsident. (PWK648/TB/RH)

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