Schultes zu Agrarpreis-Misere: "Grüner Diesel" soll Landwirtschaft entlasten

Dieselpreis: Kostensenkungen für Agrarsektor in nahezu allen EU-Ländern

Wien (OTS) - "Die Agrarpreise sind anhaltend niedrig, die bäuerlichen Einkommen rückläufig. Den stark sinkenden Produkterlösen stehen jedoch nur verhalten angepasste Betriebsmittelpreise gegenüber, wodurch die Preisverluste nicht ausgeglichen werden. Die Preis-Kosten-Schere klafft täglich weiter auseinander und wird mittlerweile zur Existenzfrage. Abhilfe schaffen soll ein nach EU-Vorbildern kostengünstigerer eigener Agrardiesel. Dieser eingefärbte 'grüne Diesel' wird geringer besteuert und entlastet die Landwirtschaft vom Kostendruck, so wie in anderen EU-Staaten auch", stellte heute Hermann Schultes, Präsident der LK Österreich, fest und unterstützte damit alle Bemühungen um die Einführung eines eigenen Agrardiesels.

EU-Vergleich: Unterschiedliche Kostensenkungsmodelle

Lediglich eine Handvoll EU-Mitgliedstaaten unterwirft die Land-und Forstwirtschaft derzeit voll dem Regelsteuersatz, Österreich gehört seit 2013 zu dieser Gruppe. Nahezu alle Unions-Länder mit einer nennenswerten ackerbaulichen Produktion bieten hingegen ihren Landwirten ein steuerliches Entlastungsmodell für den Dieseleinsatz in der Landwirtschaft. Diese Kostensenkungsmodelle sind unterschiedlich und reichen von einem eigenen (gefärbten) steuerermäßigten oder steuerbefreiten Produkt, wie in Frankreich oder Kroatien, bis hin zu Teilvergütungs- oder Erstattungsmodellen.

"Es zeigt sich dabei, dass das Kostenentlastungsmodell den jeweiligen nationalen Produktionsschwerpunkten folgt", erklärte Schultes und nannte in diesem Zusammenhang das Beispiel Holland. Die Niederlande haben zwar die Agrardieselregelung aufgegeben, nutzen jedoch die Energiesteuerrichtlinie dazu, die steuerliche Belastung von Erdgas für den Gartenbau zu senken.

"Dadurch heben die Niederlande die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Landwirtschaft im Binnenmarkt. Diesem Beispiel gilt es mit dem 'grünen Diesel' in Österreich zu folgen. Das Gebot der Stunde lautet, Österreichs Landwirtschaft von einer Sonderlast zu befreien", betonte Schultes.
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