Leitl zu Arbeitslosenzahlen: Betriebe schaffen trotz schwieriger Rahmenbedingungen neue Jobs

Frühzeitige Vermittlung verstärken – spürbare Senkung der Lohnnebenkosten ist Gebot der Stunde

Wien (OTS) - Mit 384.585 arbeitslosen Menschen und Personen in Schulung setzte sich im August der seit 4 Jahren anhaltende Trend monatlich steigender Arbeitslosenzahlen fort. Im EU-Vergleich bleibt Österreich auf Rang 6 und verfestigt damit seinen Abstieg von der EU-Spitze der niedrigsten Arbeitslosigkeit, die Österreich noch im Vorjahr innehatte. Die nationale Arbeitslosenquote beträgt im August 2015 8,4% und liegt um 0,8% über dem Vorjahreswert. Besorgniserregend ist der Anstieg der Verweildauer in Arbeitslosigkeit um 16 auf 129 Tage sowie der erneut hohe Anstieg der Langzeitarbeitslosigkeit um fast 200%. "Hier sind frühzeitige Vermittlung und rasche Aktivierung von Arbeitslosen nötig, um so rasch wie möglich Arbeitslosigkeit zu beenden. Nach einem halben Jahr Arbeitslosigkeit sinkt die Chance auf eine Arbeitsaufnahme massiv", so Leitl.

Plus 30.000 Beschäftigte im August - Quote zur Beschäftigung Älterer nicht notwendig

Trotz verhaltener Konjunktur schaffen neue Arbeitgeber in Österreich neue Jobs. Laut Statistik Austria entstanden in jedem Unternehmen, das 2013 erstmals Dienstnehmer beschäftigte, drei neue Arbeitsplätze pro Unternehmen. Dies zeigt sich auch in den steigenden Beschäftigtenzahlen des Monats August mit plus 30.000 Beschäftigten. Das Beschäftigungswachstum konzentriert sich auf Personen über 50 Jahre mit einem Plus von 56.000 Beschäftigten. Seit Jahresbeginn haben 73.354 Personen über 50-Jährige eine Beschäftigung aus Arbeitslosigkeit aufgenommen - das ist ein Plus von 10% (Durchschnitt: +1,5%). "Diese erfreuliche Entwicklung zeigt einmal mehr, dass österreichische Unternehmen keine Quoten zur Beschäftigung älterer Arbeitskräfte oder gar Strafandrohungen brauchen. Die Wirtschaft beschäftigt diese erfahrene und wichtige Altersgruppe in steigendem Ausmaß. Es zeigt sich auch, dass die Mittel für die Eingliederungsbeihilfe älterer Arbeitsloser gut eingesetztes Geld sind", unterstreicht Leitl.

Die dem AMS zur Besetzung gemeldeten offenen Stellen sind um 15,7% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. "Jetzt benötigen unsere Unternehmen Unterstützung bei der Schaffung weiterer Arbeitsplätze", so Leitl. "Alles ist zu unterlassen, was Unternehmen zusätzlich unter Druck bringt". Wie das WIFO zur Belebung der Wirtschaftsentwicklung vorschlägt, sind Abgaben auf den Faktor Arbeit zu senken. "Deswegen benötigen wir neben mutigen Strukturreformen jetzt eine deutlich spürbare Senkung der Lohnnebenkosten. Die für 2018 angekündigte Senkung ist zu begrüßen, ein erster Schritt sollte aber bereits 2016 kommen", fordert Leitl. (PWK646/PM)

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