ÖGB: Wirtschaft und Konsum ankurbeln, Arbeit gerechter verteilen

Achitz: In Infrastruktur investieren, mehr Sachleistungen statt Geldleistungen im Sozialsystem

Wien (OTS) - Und wieder ist die Arbeitslosigkeit gestiegen: "Fast 385.000 Menschen suchen Arbeit - da können Weiterbildung und Vermittlungsbemühungen allein nicht mehr viel ausrichten. Eine gerechtere Verteilung der vorhandenen Arbeit muss her, und die Wirtschaft muss angekurbelt werden, und zwar mit Investitionen in die Infrastruktur und in soziale Dienstleistungen", fordert Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB.++++

"Weitere Schritte für mehr Wachstum sind notwendig. Das beginnt bei Investitionen der öffentlichen Hand in Infrastruktur, die nicht mehr in das Maastricht-Defizit eingerechnet werden dürfen, wenn sie dauernde Werte für künftige Generationen schaffen", so Achitz. Der Sozialstaat müsse in Richtung weniger Geldleistungen und mehr Sachleistungen umgebaut werden. "Investitionen in Kindergärten, Schulen und Pflegeeinrichtungen schaffen dreifach Arbeitsplätze:
zuerst am Bau, dann für die in diesen Einrichtungen beschäftigten Menschen. Und schließlich können vor allem Frauen länger und ihrer Qualifikation entsprechend arbeiten, wenn sie von Kinderbetreuung und Pflege entlastet werden."

"Auf Dauer ist aber auch mehr privater Konsum notwendig, damit genug neue Arbeitsplätze entstehen", sagt Achitz. Der hängt von der Kaufkraft der Menschen ab: "ÖGB und AK haben durchgesetzt, dass die ArbeitnehmerInnen ab 2016 weniger Lohnsteuer zahlen und so über mehr Geld verfügen. Dieser Effekt darf jetzt nicht durch Lohnzurückhaltung zunichte gemacht werden", fordert Achitz.

Konsum ist abhängig von Kaufkraft, aber auch von der Stimmung der Menschen

In der aktuellen Situation wären Sozialkürzungen, wie sie immer wieder in den Raum geworfen werden, natürlich kontraproduktiv, denn sie würden die Kaufkraft derjenigen schmälern, deren gesamtes Geld direkt in den Konsum fließt. "Aber nicht nur die Umsetzung von Kürzungen, sondern allein schon das andauernde Gerede über Lohnkürzungen, niedrigere Mindestsicherung, Hartz IV und so weiter, kann die Stimmung negativ beeinflussen und den Konsum bremsen", warnt Achitz.

6. Urlaubswoche muss für alle erreichbar werden

Was die gerechtere Verteilung der vorhandenen Arbeit auf mehr Menschen betrifft, muss vor allem die 6. Urlaubswoche leichter erreichbar werden. Achitz: "Alle, die 25 Jahre lang gearbeitet haben, sollen Anspruch auf sechs Wochen Jahresurlaub haben - und nicht nur diejenigen, die das immer seltenere Glück haben, durchgehend in derselben Firma beschäftigt zu sein." Arbeitszeitverkürzung wirkt sich nicht nur direkt positiv am Arbeitsmarkt aus, sie lässt die Menschen auch länger gesund und arbeitsfähig bleiben.

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