WKÖ-Vizepräsidentin Schultz: Europäische Integration bringt vielfältig positive Effekte – aber auch Herausforderungen

Politische Gespräche beim Europäischen Forum Alpbach 2015 – Bietet die EU gleiche Chancen für alle?

Wien (OTS) - Die Stabsabteilung EU-Koordination der WKÖ organisierte im Rahmen der Politischen Gespräche beim Europäischen Forum Alpbach 2015 einen interaktiven Arbeitskreis: Der deutsche Staatsminister für Europa, Michael Roth, die EU-Abgeordnete Evelyn Regner, UEAPME-Generalsekretär Peter Faross und WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz stellten sich den Fragen der Teilnehmer zu Gleichheit und Ungleichheit in Europa.

"Keine Frage, wir Österreicher haben vom europäischen Binnenmarkt sehr profitiert", unterstrich Martha Schultz, Vizepräsidentin der WKÖ und von EUROCHAMBRES, dem Dachverband der europäischen Wirtschaftskammern. Entgegen der verbreiteten Meinung, dass nur die Großen sich am europäischen Markt behaupten könnten, haben gerade kleinere und mittlere Betriebe vom EU-Beitritt vor 20 Jahren enorm profitiert. Laut einer Studie des österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung bewirkte allein der EU-Beitritt ein zusätzliches Wirtschaftswachstum von 63 Milliarden Euro und die Schaffung von rund 18.500 zusätzlichen Arbeitsplätzen jährlich.

Der deutsche Europaminister Michael Roth sah die größten europäischen Herausforderungen in der Aus- und Weiterbildung, der Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion sowie insbesondere in der hohen Jugendarbeitslosigkeit. Notwendig seien hier europäische Lösungen. Gleichzeitig müssten die Mitgliedstaaten damit aufhören, sich Erfolge auf die eigenen Fahnen zu heften und Misserfolge auf die EU abzuschieben.

UEAPME-Generalsekretär Peter Faross, Stimme des Handwerks und der Klein- und Mittelbetriebe auf EU-Ebene, hielt fest, dass wir Europäer nur 7% der Weltbevölkerung stellen, unsere Wirtschaft etwa 20% des weltweiten Wohlstandes schafft, und wir mindestens für 40% der weltweiten Ausgaben im öffentlichen und sozialen Bereich verantwortlich sind. Die Europäische Union sei hier Vorreiter. Wohlstand sei am europäischen Kontinent gerechter verteilt als außerhalb. Dies sei vor allem auch der Sozialpartnerschaft auf nationaler und EU-Ebene zu verdanken. "Nichts desto trotz müssen wir uns auch der ungleichen Verteilung in Europa stellen. Gerade KMU leisten hier wertvolle Arbeit, insbesondere indem sie Arbeits- und Ausbildungsplätze für junge Menschen schaffen", so Faross.

Die EU-Abgeordnete Evelyn Regner betonte die Rolle des Europäischen Parlaments bei der Lösung anstehender gemeinschaftlicher Herausforderungen. Eine frühzeitige Einbindung der Sozialpartner und eine Aufwertung des EU-Parlaments seien unerlässlich für eine bessere Akzeptanz von europäischen Lösungen in der Bevölkerung.

Martha Schultz hob abschließend hervor, "dass wir nur dann in Europa erfolgreich sein können, wenn wir Qualität und Innovation oberste Priorität geben. Außerdem müssen wir endlich zu einem umfassenderen Verständnis von Wirtschaftspolitik auf EU-Ebene kommen." (PWK644/FA)

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