Industrie: Arbeitsmarkt braucht mutige Strukturveränderungen statt Wahlkampfgerede

IV-GS Neumayer: Arbeitslosigkeit nimmt erneut zu – Senkung der Lohnnebenkosten und Arbeitszeitflexibilisierung fördern Investitionen und schaffen Arbeitsplätze

Wien (OTS/PdI) - "Die heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen sind abermals besorgniserregend. Die Alarmglocken schrillen immer lauter, auch im europäischen Vergleich fällt Österreich weiter zurück", konstatierte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, in Hinblick auf die heute, Dienstag, veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen. "Wie lange wollen wir noch warten, Maßnahmen umzusetzen, die unser Land wieder wettbewerbsfähig machen und den Arbeitsmarkt ankurbeln? Es sind nicht nur die Schweiz, USA und Japan, die in der Standortfrage wettbewerbsfähiger sind, auch in der EU hinken wir zunehmend hinterher. Die Zeiten, in denen Österreich als Vorzeigeland bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gehandelt wurde, sind längst vorbei.", so der IV-Generalsekretär.

"Deutschland, Tschechien, Malta, Großbritannien und Luxemburg haben uns innerhalb weniger Monate überholt und auch in anderen Ländern macht sich wirtschaftlicher Aufschwung bemerkbar. Die Konjunktur in der Europäischen Union zieht wieder an und auch die Arbeitslosigkeit sinkt. Doch hierzulande fehlen bisher der Mut und die Bereitschaft, ambitionierte Strukturreformen umzusetzen", betonte Neumayer, um hinzuzufügen: "Die OECD, die Europäische Kommission und zahlreiche Forschungsinstitute weisen für Österreich seit Jahren zu hohe Lohnnebenkosten aus. Österreich liegt damit im internationalen Spitzenfeld, diese Spitzenposition gilt es endlich abzugeben. Insbesondere im Bereich des Familienlastenausgleichsfonds (FLAF), des Insolvenz-Entgeltsicherungsfonds (IEF) und der Unfallversicherung (UV) besteht erhebliches Potenzial zur Senkung der Lohnnebenkosten. Eine Entlastung des Faktors Arbeit fördert die Investitionsbereitschaft der Betriebe, damit werden Arbeitsplätze erhalten und neue geschaffen." Zudem dringend notwendig sei die Flexibilisierung der Arbeitszeitregelungen, denn "das österreichische Arbeitszeitrecht entspricht nicht mehr den Bedürfnissen einer modernen Arbeitswelt. Wir können es uns nicht leisten, dass unsere -im internationalen Wettbewerb stehenden - Betriebe Aufträge verlieren, weil die gesetzlichen Bestimmungen in Österreich zu restriktiv und nicht mehr zeitgemäß sind", so Neumayer.

Gemeinsames, mutiges Handeln statt realitätsferner ideologischer Vorschläge

"Noch mehr Regulierung oder Arbeitszeitverkürzungen führen demgegenüber in eine standortpolitische Sackgasse, verunsichern Unternehmen und kosten Arbeitsplätze", wie Neumayer kritisierte. Abzulehnen sei ebenso ein Quotenmodell für Ältere, das sachlich ungerechtfertigt sei: "Gerade bei den Älteren ist die Beschäftigung mit einem Zuwachs von fast sieben Prozent gegenüber dem allgemeinen Beschäftigungsanstieg von 0,8 Prozent stark gestiegen und auch die Arbeitslosenquote von Personen über 50 Jahren verzeichnet ein geringeres Plus als die durchschnittliche Arbeitslosenquote. Seit Jahresbeginn haben über 73.000 über 50-Jährige aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Beschäftigung aufgenommen", betonte der IV-Generalsekretär und fügte abschließend hinzu: "Wir haben keine Zeit, völlig abgehobene ideologische Debatten zu führen, sondern brauchen endlich ein gemeinsames, mutiges Handeln für einen wettbewerbsfähigen und innovativen Arbeits- und Industriestandort."

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