Info-Broschüren zu Krebs-Früherkennung unzureichend

Studie der Donau-Universität Krems verglich Informationsmaterial aus Österreich, Deutschland und der Schweiz

Krems (OTS) - Im Vergleich der Qualität der Informationsbroschüren über Krebs-Früherkennung der deutschsprachigen Krebshilfe Institutionen schneidet Österreich am schlechtesten ab, dies zeigt eine jüngste Studie des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie der Donau-Universität Krems. Die Studie wird beim 23. Cochrane-Colloquium vom 3. bis 7. Oktober in Wien vorgestellt.

Krebs-Früherkennung soll Leben retten, birgt aber auch Risiken in Form von falschen Alarmen und unnötigen Behandlungen. Informationsbroschüren müssen über beides, Nutzen und Schaden aufklären. Wie eine aktuelle Studie des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie der Donau-Universität Krems nun zeigt, hat sich keine der 22 analysierten Informationsunterlagen als perfekt heraus gestellt. Während die Dokumente der Deutsche Krebsgesellschaft immerhin 82 Prozent der Qualitätskriterien erfüllten, waren es bei der Österreichischen Krebshilfe nur 35 Prozent. Zusätzlich werden in Österreich Untersuchungen empfohlen, die in Deutschland und der Schweiz abgelehnt werden, weil sie nicht evidenzbasiert sind (siehe www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1865921715001403).

"Die österreichischen Informationsmaterialien bieten den Menschen keine optimalen Entscheidungsgrundlagen. Es besteht viel Verbesserunsgbedarf", so Julia Hofmann, Erstautorin der Studie. Gerald Gartlehner, Direktor von Cochrane Österreich und Leiter des Department für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie der Donau-Universität Krems sowie Koautor der Studie ergänzt: "Die Art und Weise wie Empfehlungen der österreichischen Krebshilfe erstellt werden, entspricht nicht internationalen Standards:
Interessenskonflikte werden nicht transparent gemacht, Risiken der Untersuchungen werden verheimlicht und der mögliche Nutzen wird einseitig hervorgehoben."

In der Studie wurden Informationsmaterialien zu Brust-, Gebärmutterhals-, Darm- und Prostatakrebs der Krebshilfe Institutionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz danach analysiert, wie sehr die Information auf aktuellem Wissen basiert und wie verständlich die zu erwartenden Folgen erklärt sind.

Präsentation bei internationalem Kongress in Wien
Die Studie wird beim 23. Cochrane Colloquium präsentiert, dem größten internationalen Kongress Evidenzbasierter Medizin der heuer von 3. bis 7. Oktober in Wien stattfindet. Auf der Liste der Vortragenden finden sich auch herausragende Namen wie Ben Goldacre, Autor von "Bad Pharma", oder der deutsche Risikoforscher Gerd Gigerenzer.

Informationen zum 23. Cochrane Colloquium:
https://colloquium.cochrane.org

Rückfragen & Kontakt:

Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner, MPH
Leiter des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie
Donau-Universität Krems
T +43 (0)2732 893-2910
gerald.gartlehner@donau-uni.ac.at
www.donau-uni.ac.at/ebm

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