Politik realisiert langsam die Dramatik der Milchkrise

Bad Leonfelden (OTS) - Nun bleibt nichts anderes übrig als die Fehleinschätzung anlässlich der Abschaffung der Milchquote zuzugeben. Während Bauernbund, Landwirtschaftskammer und Molkereivertreter Ende März dieses Jahres keine Probleme am Milchmarkt sahen und die Abschaffung der Milchquote zu keinen Preissenkungen führen werde, müssen nun die Tatsachen anerkannt werden. Anstatt reflexartig dem Handel Preisdumping vorzuwerfen, führt zur Lösung der Milchkrise kein Weg daran vorbei weniger Milch zu produzieren. "Es macht keinen Sinn immer nur mit dem Finger auf andere zu zeigen, sondern alle vernünftigen Kräfte sollten sich zu einem runden Tisch verabreden, um gemeinsam einen Ausweg aus der Krise zu suchen. Daher lade ich als Obmann der IG-Milch, Bauernbund, Landwirtschaftskammer und Molkereivertreter ein, sich den Marktgegebenheiten zu stellen. Gemeinsam müssen wir ein Konzept entwickeln das den Milchmarkt wieder in ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage bringt. Nur so können die Preise wieder steigen." So Ewald Grünzweil, Obmann der IG-Milch.

Preisgarantien, Exportförderungen oder die Intervention von Überschüssen sind keine geeigneten Mittel die Krise zu überwinden und eine nachhaltige und zukunftsfähige Milchwirtschaft in Europa zu ermöglichen. Es ist nun auch an der Zeit die Ausrichtung der Zuchtverbände zu korrigieren und einen Ausstieg aus der Hochleistungszucht einzuleiten. Diese Neuausrichtung täte nicht nur den Kühen gut sondern auch Bauern und KonsumentInnen.

Die IG-Milch hat seit Jahren auf die bevorstehende Krise hingewiesen und mit vielen Aktionen auf der Straße und mit dem Projekt "A faire Milch" versucht neue und nachhaltige Wege im Milchbereich zu gehen. Alles was jetzt von Bauernbund und Landwirtschaftskammer an Initiativen geplant ist, wirkt wie ein warmer Aufguss unserer Aktionen. Die Lage ist jedoch so dramatisch, dass gerade jetzt ein gemeinsamer Versuch unternommen werden muss die Krise zu überwinden. Deswegen unterstützen wir auch unsere deutschen KollegInnen mit einigen Traktoren bei ihrer Staffelfahrt, die morgen in München endet.

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Grünzweil Ewald
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