Neues Volksblatt: "Zeit zum Handeln" von CR Christian HAUBNER

Ausgabe vom 29. August 2015

Linz (OTS) - 71 Menschen, die elend zugrunde gegangen sind, vermutlich erstickt. Sie waren auf eine Art und Weise eingepfercht, die man nicht einmal Tieren zumuten würde: Auf einen Quadratmeter kamen fünf Personen. Unter den Toten sind vier Kinder, das jüngste, ein Mädchen, dürfte ein bis zwei Jahre alt geworden sein.
Die Ermittlungsergebnisse, die nun im Zusammenhang mit dem auf der Südautobahn abgestellten Schlepper-Lkw zutage kommen, sind kaum zu ertragen, das Martyrium der Opfer geradezu unvorstellbar.
Ebenso kaum zu ertragen ist auch eine ganz andere Tatsache: Dieser Fall, der klarerweise besonders berührt, weil er so nahe liegt, ist kein Einzelfall. Es ist noch keine vier Tage her, dass vor der libyschen Küste 50 Menschen im Rumpf eines Bootes gestorben sind, erstickt an Motorabgasen. Kurz darauf sind rund 200 Menschen beim Untergang zweier Schlepperboote ertrunken. Und wir reden hier nur von wenigen Tagen.
All das sei jenen ins Stammbuch geschrieben, die saturiert davon zu berichten wissen, dass Asylwerber ohnehin nur Wirtschaftsflüchtlinge seien. Und auch jenen Politikern, die immer neue Argumente dafür finden, sich gegen Aufteilungsquoten innerhalb der EU und damit gegen eine Aufnahme von Flüchtlingen in ihren Ländern zu stellen. Es ist einfach menschliche Pflicht, gegen dieses entsetzliche Massensterben anzugehen. Die Zeit zum Handeln ist schon lange da.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001