Volkshilfe ruft Plattform „solidART for refugees“ ins Leben

NGO, KünstlerInnen, Intellektuelle und engagierten BürgerInnen für ein soziales, humanes und solidarisches Österreich!

Wien (OTS) - "Menschen, die vor Kriegen fliehen und im vermeintlich sicheren Europa den Tod finden, das ist eine unfassbare Tragödie. Aber sie hat Gründe, die in konkreten politischen Handlungen liegen. Wir brauchen nicht mehr Grenzen, sondern einen raschen Ersatz für das nicht funktionierende Dublin-System. Das muss das Gebot der Stunde sein."

Aber auch in Österreich werden im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen grundlegende Menschenrechte verletzt, das haben Amnesty International und zuletzt Ärzte ohne Grenzen festgestellt. Flüchtlinge sind unterversorgt, werden nicht menschenwürdig untergebracht und betreut.

Der Direktor der Volkshilfe Österreich, Bundesgeschäftsführer Erich Fenninger betont im Rahmen der heutigen Pressekonferenz, dass "die Situation besonders für die vielen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge dramatisch ist. Sie müssen, unabhängig von ihrer Herkunft, von der Kinder- und Jugendwohlfahrt betreut werden. Viele PolitikerInnen nehmen ihre Verantwortung nicht wahr, es ist ein Multi-Organversagen der Republik."

"Sehr positiv in diesem Zusammenhang ist die Haltung der Stadt Wien", so Fenninger, "die klar gestellt hat, dass sie auch über die Quote hinaus Menschen aufnimmt und alle minderjährigen Flüchtlinge aus Traiskirchen abholen und adäquat betreuen wird. Mit dieser Haltung in allen Bundesländern wäre die Herausforderung rasch bewältigt."

Angesichts dieser Situation hat die Volkshilfe KünstlerInnen gebeten, sich ebenfalls zu Wort zu melden. Aber auch Stimmen aus der Zivilgesellschaft wie die Organisatorin der Demo "Mensch sein in Österreich" Nadia Rida kommen im Rahmen der Plattform zu Wort.

Julya Rabinowich, Dramatikerin und Malerin sagte: "Es ist absurd zu glauben, dass sich verzweifelte Menschen von Zäunen abhalten lassen oder von den Zuständen in Traiskirchen. Sie werden immer Wege finden, Grenzen zu umgehen, Zäune zu überklettern und unter Stacheldrähten durchzukriechen. Es wird nur immer gefährlicher. Das müssen die verantwortlichen PolitikerInnen in Europa doch endlich einsehen."

Sabine Gruber, erfolgreiche Schriftstellerin, nahm Stellung und findet "dass Literatur dazu beitragen kann, anders wahrzunehmen, sich hineinzufühlen, als "Empathieschulung zu fungieren. Derzeit ist die Haltung des reichen Europa einfach beschämend. Für Österreich wünsche ich mir ein Integrationsministerium, das die Aufgaben im Flüchtlingsbereich übernimmt."

Vladimir Vertlib, ein Autor, der sich immer wieder mit den Erfahrungen seines Migrantenlebens auseinandersetzt, sagte im Rahmen der Presskonferenz "ich hätte mir vor 30 Jahren nicht vorstellen können, dass sich im schönen Österreich solche Szenen wie in Traiskirchen oder jetzt im Flüchtlingstransporter abspielen könnten. Für mich ist es wichtig, dass wir auch jene Menschen erreichen, die nicht unserer Meinung sind und mit künstlerischen Mitteln zu einer Bewusstseinsänderung beitragen. Es geht um Menschen, die überleben wollen, das darf man nie vergessen."

Nadia Rida, die Initiatorin der Demo "Mensch sein in Österreich", die am kommenden Montag in Wien stattfinden wird, erklärte ihre Beweggründe, als Privatperson eine Demonstration zu organisieren:
"Angesichts der Situation dürfen wir nicht in Resignation und Ohnmacht verfallen. Wir dürfen nicht abstumpfen, sondern müssen uns zusammentun, denn gemeinsam sind wir stärker. Wir können alle etwas tun, sonst haben wir als Mensch versagt."

Die neu ins Leben gerufene Plattform wird noch breiter und für Spendenaktivitäten ebenso genutzt werden wir für den künstlerischen Ausdruck von Solidarität bis Protest. Die Aktion wird auch von Robert Menasse, Peter Turrini, Harald Krassnitzer, Werner Gruber, Valerie Fritsch, Cornelius Obonya, Erika Pluhar, Ursula Strauss, Wanda, Heinz aus Wien, 5/8erl in Ehr'n sowie Christoph & Lollo und Christian Kolonovits unterstützt und wird täglich größer.

Fenninger stellt zusammenfassend fest: "Mit der Plattform "solidART for refugees" rufen wir gemeinsam die Zivilgesellschaft dazu auf, für ein soziales, humanes und solidarisches Österreich einzutreten. Für ein Österreich, in dem die Menschenrechte nicht mit den Füßen getreten, sondern als wichtige Errungenschaft respektiert werden.

Die Volkshilfe setzt sich seit ihrer Gründung für Menschen ein, die aus ihrer Heimat flüchten müssen und engagiert sich seit Jahren für Flüchtlinge. Derzeit werden mehr als 3.500 AsylwerberInnen betreut, alleine in Oberösterreich schafft die Volkshilfe im September 510 neue Plätze.

Am Ende wurde eine Social Media Aktion unter dem Titel "Wir sind sauer" vorgestellt, die von der Sängerin Niddl unterstützt wird und auf facebook zu Spenden für die Volkshilfe Flüchtlingshilfe aufruft.

Spenden: Volkshilfe Solidarität, PSK IBAN AT77 6000 0000 0174 0400 Kennwort: Flüchtlingshilfe

Rückfragen & Kontakt:

Erwin Berger, MAS
Tel.: 0676 83 402 215
E-Mail: erwin.berger@volkshilfe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VHO0001