„Orientierung“ über zwei ungleiche Freunde – Rabbi und Imam werben für Respekt

Am 30. August um 12.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Christoph Riedl-Daser präsentiert im ORF-Religionsmagazin "Orientierung" am Sonntag, dem 30. August 2015, um 12.30 Uhr in ORF 2 die letzte Folge einer fünfteiligen Sommerreihe, in der vor allem Beiträge zum Wiedersehen gezeigt werden:

Armenier in Istanbul: Vergangenheitsbewältigung in der Türkei

Der Massenmord an den Armeniern vor 100 Jahren sorgte im April dieses Jahres für diplomatische Verstimmungen mit der Türkei. Papst Franziskus hatte die Massaker in Anlehnung an eine Erklärung von Papst Johannes Paul II. als Genozid, also Völkermord, bezeichnet. Das führte in der Türkei umgehend zu einer Welle der Kritik. Am 24. April erinnerten die Armenier an den Jahrestag des Beginns der Vertreibungen vor genau 100 Jahren. Von 1915 bis 1917 wurden im Osmanischen Reich bis zu eineinhalb Millionen Armenier und Armenierinnen ermordet. Der Massenmord war zentral geplant, eine fanatisierte Bevölkerung half mit - es war Völkermord, sagen die meisten namhaften Historiker. Doch die Türkei, als Rechtsnachfolger des Osmanischen Reichs, leugnet standhaft viele Aspekte der Grausamkeiten von damals. Zwar hat die islamisch-konservative Regierung in den vergangenen Jahren zaghafte Schritte der Versöhnung gesetzt. Aber ein Großteil des konfiszierten armenischen Besitzes, darunter auch viele Kirchengüter, wurde nie zurückgegeben. Wie gehen die Nachfahren der Überlebenden damit um, warum tut sich die offizielle Türkei mit der Vergangenheitsbewältigung so schwer? Bericht: Jörg Winter.

Zwei ungleiche Freunde: Rabbi und Imam werben für Respekt

Sie sind zwei Geistliche aus Österreich: Schlomo Hofmeister, Gemeinderabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, und Ramazan Demir, Imam bei der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Außerdem sind sie befreundet - und gemeinsam sind sie Ende des vergangenen Jahres in die Türkei, nach Israel und ins Palästinensergebiet gefahren, um zu signalisieren: "Wir können miteinander." Sie sind besorgt, weil in Österreich - so sagen sie - wegen der Konflikte im Nahen Osten die Judenfeindlichkeit und die Islamfeindlichkeit gestiegen seien. Schuld an diesen Konflikten trage aber nicht die Religion, sondern die Politik. Bericht: Ben Segenreich.

Offene Moschee: Einladung an Homosexuelle und Andersgläubige

Eine Moschee, die ganz explizit Homosexuelle und Andersgläubige zum gemeinsamen Gebet einlädt und in der Frauen von der Kanzel sprechen? Ja, die gibt es: seit September 2014 in Kapstadt in Südafrika. Drohungen hat die Führung der Moschee mehrfach erhalten, auch Anschläge wurden schon verübt. Doch der Gründer, der Islamgelehrte und Imam Taj Hargey, hält an seiner Linie fest: Seine Moschee sei eine Moschee für aufgeschlossene und nicht für verschlossene Gläubige, betont er gegenüber der "Orientierung". Er fordert eine Abkehr von den sogenannten Hadithen - also Überlieferungen von Aussprüchen und Handlungen des Propheten - die in muslimischen Predigten traditionellerweise eine große Rolle spielten. Diese Hadithe aber, so der streitbare Imam - er ist auch Professor für Islamwissenschaft an der Universität Oxford - seien heute die Ursache vieler Probleme im Islam. Seine Antwort: eine Rückbesinnung auf den Koran. Dort finde man die Worte Gottes. Vom verpflichtenden Tragen eines Kopftuches sei da ebenso wenig die Rede wie von der Geschlechtertrennung. Seine Moschee, so Hargey sinngemäß, sehe er als Insel der Toleranz, die er auch gegen massive Widerstände aus den Reihen des muslimischen Klerus bewahren wolle.
Bericht: Dominik von Eisenhart-Rothe.

US-Trend: "Sonntagsmesse ohne Gott"

Sonntags in die Kirche gehen, das steht für viele junge US-Amerikaner schon lange nicht mehr auf dem Wochenendprogramm. Immer weniger Menschen unter 30 bezeichnen sich selbst als religiös. Doch am Sonntag zusammenkommen, um gemeinsam zu singen, zu meditieren und Gutes zu tun - das tun viele gern. Und so werden in den USA, aber auch in Großbritannien und Australien sogenannte "Atheisten-Kirchen" immer populärer. Eine dieser "Kirchen ohne Gott" ist die "Sunday Assembly", übersetzt "Sonntagsversammlung", gegründet im Jahr 2013 von zwei britischen Komikern und mittlerweile in mehr als 100 Städten weltweit etabliert. Ein "Orientierung"-Team hat die "Sunday Assembly" in der US-amerikanischen Hauptstadt Washington DC besucht. Bericht:
Verena Gleitsmann.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream angeboten.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0003