Unterschiedliche Marktentwicklung bei Benzin und Diesel

Verstärkte Benzinnachfrage aus Übersee führte zu unterschiedlicher Preisentwicklung am europäischen Kraftstoffmarkt

Wien (OTS) - Die seit Wochen sinkenden Preise bei Benzin und Diesel rufen bei den Autofahrern grundsätzlich eine freudige Stimmung hervor. Diesel ist seit Ende Mai kontinuierlich im Preis gesunken und derzeit so günstig wie zuletzt Mitte Jänner. Auch die Benzinpreise haben seit Mitte Juli deutlich nachgegeben. Diesel und Benzin werden zwar aus dem gleichen Rohstoff "Rohöl" hergestellt, dennoch handelt es sich nach der Verarbeitung in der Raffinerie um zwei verschiedene Produkte. Wie bei anderen Waren auch, kann es ebenso bei Benzin und Diesel zu einer jahreszeitlich und von Kontinent zu Kontinent unterschiedlichen Nachfrage kommen.

"Benzin und Diesel dürfen nicht in einen gemeinsamen Topf geworfen werden. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Produktgruppen, die in einem Koppelproduktionsprozess aus Rohöl produziert werden. Die Nachfrage nach den jeweiligen Produktionsanteilen entwickeln sich weltweit jedoch oft unterschiedlich", stellt Dr. Christoph Capek, Geschäftsführer des Fachverbandes der Mineralölindustrie, klar. Wird zum Beispiel saisonal bedingt mehr Benzin nachgefragt und folglich produziert, wird gleichzeitig auch mehr Diesel, der keine besondere Nachfragesteigerung aufweist, hergestellt. Ist die globale Benzinnachfrage gegenüber der Dieselnachfrage überproportional hoch, was im Frühjahr in Ländern wie USA, China und Indien zu beobachten war, driften die internationalen Preise für Benzin und Diesel auseinander.

"Durch den günstigeren Rohölpreis kam es in den USA im Frühjahr und Sommer zu einer höheren Benzinnachfrage, was zu verstärkten Benzinexporten aus Europa in die Vereinigten Staaten führte. Global erhöhte sich dadurch der Preis für Benzin. Beim Diesel gibt es in Europa hingegen produktionsbedingte Überkapazitäten, was die Dieselpreise ähnlich der Rohölpreisentwicklung sinken ließ", so Capek.

Preise in Österreich weit unter dem EU-Schnitt

Österreich hat am weltweiten Ölverbrauch einen Anteil von lediglich 0,3 %. In der EU beträgt der Österreich-Anteil bescheidene 2 %. Dadurch gibt es für die österreichischen Marktteilnehmer keine Möglichkeiten, das Marktgefüge in Europa oder gar weltweit zu beeinflussen. Beim wöchentlichen EU-Preisvergleich liegt Österreich unverändert und deutlich unter dem EU-Durchschnitt (sowohl bei Benzin 21 Cent, als auch bei Diesel 12,8 Cent).

Unterschiedliche Steuersätze bei Diesel und Benzin

Bei der Mineralölsteuer handelt es sich, anders als beispielsweise bei der Umsatzsteuer, um fixe Steuersätze. Für Diesel beträgt diese 39,7 Cent und bei Benzin 48,2 Cent. "Selbst wenn Benzin und Diesel am Markt gleich viel kosten würden, müssten Autofahrer an der Tankstelle inklusive Umsatzsteuer um etwa 10 Cent pro Liter mehr für Benzin bezahlen als für Diesel", ruft Capek in Erinnerung.

Über den FVMI

Der Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI) ist eine bundesweite Fachorganisation im Bereich der Wirtschaftskammer Österreich und als gesetzliche Interessenvertretung Bindeglied zwischen Wirtschaft und Öffentlichkeit. Mitglieder sind österreichische Unternehmen, die Rohöl aufsuchen und fördern (upstream), in Pipelines transportieren (midstream) und in eigenen oder konzernverbundenen Raffinerien verarbeiten sowie Mineralölprodukte vertreiben (downstream).

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