Steinbichler: „81 Prozent des Risikoportfolios von EUR 30 Mrd. abgebaut“

KA Finanz veröffentlicht Halbjahresergebnis 2015

Wien (OTS) -

  • Ausgeglichenes Halbjahresergebnis 2015
  • 81,3 % oder EUR 24,4 Mrd. des Risikoportfolios von EUR 30 Mrd. abgebaut
  • Hohe Portfolioqualität des Restportfolios von EUR 5,6 Mrd.; 89,4 % Investmentgrade
  • Solide Eigenkapitalausstattung; Gesamtkapitalquote 20,5 %; Kernkapitalquote 14,8 %

Die KA Finanz AG (KF) hat heute das Halbjahresergebnis 2015 veröffentlicht. Unter Nutzung des günstigen Marktumfelds konnte die KF im ersten Halbjahr 2015 weitere Risikopositionen im Ausmaß von EUR 499 Mio. abbauen. Das verbleibende Portfolio von EUR 5,6 Mrd. zeigt eine hohe Qualität mit 89,4 % Investmentgrade-Rating; davon EUR 2,0 Mrd. oder 35,3 % AAA/AA geratet. Die NPL-Ratio ist mit 2,7 % weiterhin niedrig. Insgesamt wurden bis zum Halbjahr 2015 damit 81,3 % oder EUR 24,4 Mrd. des Anfangsportfolios von EUR 30 Mrd. abgebaut. Die Bilanzsumme zum 30. Juni 2015 beträgt EUR 6,6 Mrd. Die KF verfügt über eine sehr solide Eigenkapitalausstattung von EUR 557,4 Mio. Dies entspricht einer Gesamtkapitalquote von 20,5 % und einer harten Kernkapitalquote (Common Equity Tier 1) von 14,8 % und liegt damit wesentlich über den regulatorischen Mindestkriterien. Das UGB/BWG-Jahresergebnis nach Steuern für das Halbjahr 2015 ist nach Auflösung einer allgemeinen Risikovorsorge gemäß § 57 Abs. 1 BWG im Ausmaß von EUR 20,5 Mio. ausgeglichen. Die verbleibende Risikovorsorge gemäß § 57 Abs. 1 BWG von EUR 19,9 Mio. gemeinsam mit der Risikovorsorge gem. § 57 Abs. 3 BWG von EUR 95,0 Mio. sowie Wertberichtigungen von zusätzlich EUR 75,4 Mio. ergeben einen konservativen Risikopuffer von insgesamt EUR 190,3 Mio. zum 30. Juni 2015.

Auswirkungen aus dem Teilverkauf Kommunalkredit Austria (KA)

Wie in der Ad-hoc-Mitteilung vom 13. März 2015 mitgeteilt, hat die Finanzmarktbeteiligung Aktiengesellschaft des Bundes (FIMBAG), welche 99,78 % der Aktien der KA treuhändig für die Republik Österreich hält, mit einem Käuferkonsortium - bestehend aus der englischen Interritus Limited und der irischen Trinity Investments Limited -einen Kaufvertrag über einen Teilverkauf der KA unterzeichnet. Dieser sieht vor, dass der gesamte Bankbetrieb der KA inkl. aller Tochtergesellschaften mit Aktiva von EUR 4,5 Mrd. im Wege einer verhältniswahrenden Abspaltung zur Neugründung gemäß § 1 Abs. 2 Z 2 SpaltG auf eine neu gegründete Gesellschaft (KA Neu) übertragen wird. Der nach Durchführung der Abspaltung verbleibende Teil der KA (KA Rest) mit einer Bilanzsumme von ca. EUR 6,7 Mrd. wird auf die KF verschmolzen werden.

Mit der Übernahme des aktiv- und passivseitigen KA Rest-Portfolios im Rahmen der Verschmelzung der KA Rest auf die KF wird sich rückwirkend die UGB-Bilanzsumme der KF von EUR 7,3 Mrd. zum 31. Dezember 2014 auf rund EUR 14 Mrd. zum 1. Jänner 2015 erhöhen. Mit der Übernahme des aktivseitigen KA Rest-Portfolios (Durchschnittsrating AA-) verbessert sich auch das Durchschnittsrating des KF-Portfolios von A- auf A+; die Spaltung resultiert aus einer Wettbewerbsauflage der Europäischen Kommission (EK) und beruht nicht auf Kreditqualitätskriterien. Passivseitig werden EUR 2,7 Mrd. Covered Bond-Anleihen auf die KF übertragen und damit die Refinanzierungsbasis der KF erweitert. Zudem wird durch Übertragung von positiven Eigenkapitalwerten auch weiterhin eine stabile Kapitalsituation gegeben sein, mit einer harten Kernkapitalquote von 15,4 % und einer Gesamtkapitalquote von 20,1 %; ohne Verschmelzung beträgt die harte Kernkapitalquote 14,5 % und die Gesamtkapitalquote 20,9 %. Das Service Level Agreement, unter welchem die KF operative Dienstleistungen aus der KA bezieht, bleibt bestehen, sodass die operative Stabilität der KF gewährleistet ist.

Portfolioabbau

Das risikorelevante Obligo der KF beträgt nach Umsetzung der Portfolioabbaumaßnahmen EUR 5,6 Mrd. zum 30. Juni 2015 (31.12.2014:
EUR 5,7 Mrd.). Wechselkursentwicklungen, insbesondere durch den stärkeren USD, führten zwischen 31. Dezember 2014 und 30. Juni 2015 zu einer Exposureerhöhung von EUR 0,4 Mrd.; somit reduziert sich das Gesamtexposure unter Berücksichtigung der Abbaumaßnahmen in diesem Zeitraum um EUR 0,1 Mrd. Die Portfolioabbaumaßnahmen seit Beginn der Restrukturierung zeigt Tabelle 1 (siehe Anhang).

Portfolio-/Risikostruktur

Vom gesamten Risikoportfolio von EUR 5,6 Mrd. sind EUR 3,8 Mrd. Wertpapiere, EUR 0,7 Mrd. Darlehen, EUR 0,5 Mrd. CDS/Haftungen (netto nach Absicherungshedges; das verbleibende CDS-Risiko besteht ausschließlich aus CDS, die auf die Republik Österreich referenzieren) sowie EUR 0,7 Mrd. sonstige Positionen (im Wesentlichen Absicherungsderivate). Im Gesamtportfolio enthalten ist ein Obligo von EUR 0,7 Mrd. gegenüber der Republik Österreich. Ohne das Obligo gegenüber der Republik Österreich sowie das Exposure aus Absicherungsderivaten beträgt das Risikoexposure zum 30. Juni 2015 EUR 4,3 Mrd. Das Portfolio ist zum 30. Juni 2015 mit EUR 5,0 Mrd. oder 89,4 % im Investmentgrade-Bereich geratet; EUR 2,0 Mrd. oder 35,3 % des Gesamtexposures liegen im AAA/AA-Bereich. Das kapitalgewichtete Durchschnittsrating beträgt A (Skalierung nach Standard & Poor‘s). Die Non Performing Loan (NPL)-Ratio ist mit 2,7 % weiterhin niedrig. Die stillen Lasten haben sich gegenüber dem Ultimo 2014 von EUR 902,6 Mio. um EUR 45,7 Mio. oder 5,1 % auf EUR 856,8 Mio. zum 30. Juni 2015 reduziert.

Die zehn größten Risiken aus souveränem Obligo, sonstigen Gebietskörperschaften und staatsgarantierten Positionen betragen zum 30. Juni 2015 EUR 2,3 Mrd. oder 41,1 % des Gesamtportfolios (31.12.2014: EUR 2,4 Mrd. oder 41,3 %); insgesamt hat sich die Portfoliokonzentration aus den zehn größten Positionen gegenüber dem 30. Juni 2014 um EUR 300 Mio. oder 12,0 % reduziert (Tabelle 2).

Bilanzstruktur

Die Bilanzsumme der KF hat sich infolge der aktiven Portfolioabbaumaßnahmen sowie erfolgter Tilgungen gegenüber dem Jahresultimo 2014 um EUR 0,7 Mrd. oder 9,1 % reduziert und beträgt zum 30. Juni 2015 EUR 6,6 Mrd. (31.12.2014: EUR 7,3 Mrd.).

Eigenmittel

Der Eigenmittelbestand der KF liegt bei EUR 557,4 Mio. (31.12.2014:
EUR 581,1 Mio.), das harte Kernkapital bei EUR 403,6 Mio. (31.12.2014: EUR 403,6 Mio.); daraus resultiert zum 30. Juni 2015 eine Gesamtkapitalquote von 20,5 % (31.12.2014: 20,9 %) sowie eine harte Kernkapitalquote von 14,8 % (31.12.2014: 14,5 %).

Kapitalmaßnahmen der Republik Österreich

Im Berichtszeitraum wurden seitens der Republik Österreich keine Kapitalmaßnahmen an die KF geleistet. Der Gesamtbetrag der von der Republik Österreich seit November 2008 bis zum Stichtag 30. Juni 2015 geleisteten Netto-Kapitalmaßnahmen ist im ersten Halbjahr um EUR 8,3 Mio. auf EUR 2.150,4 Mio. gesunken. Der Rückgang ergibt sich aus im ersten Halbjahr 2015 geleisteten Haftungsentgelten von EUR 8,1 Mio. sowie aus einer tilgungsbedingten Reduktion der ausstehenden Bundesbürgschaft ohne Inanspruchnahme um EUR 0,2 Mio. auf EUR 4,5 Mio. (Tabelle 3).

Der Republik Österreich steht für geleistete Kapitalmaßnahmen ein Besserungsrecht für zukünftige Jahresüberschüsse (vorrangig vor Genussrechten und Eigenkapitalinstrumenten) bzw. zukünftige Liquidationserlöse (vorrangig vor Eigenkapitalinstrumenten, aber nachrangig zu allen anderen Verbindlichkeiten) im Ausmaß von EUR 1.268,3 Mio. (Stichtag 30.06.2015) zu.

Haftungsentgelte

Im ersten Halbjahr 2015 hat die KF Haftungsentgelte im Ausmaß von EUR 8,1 Mio. geleistet; davon EUR 7,9 Mio. für das staatsgarantierte Commercial Paper-Programm sowie EUR 0,2 Mio. für eine Bundesbürgschaft der Republik Österreich von EUR 4,5 Mio. per 30. Juni 2015 für ein einzelnes Kreditengagement. Insgesamt hat die KF seit Übernahme durch die Republik Österreich bis 30. Juni 2015 EUR 689,4 Mio. Brutto-Haftungsentgelte geleistet. Nach Abzug der von der Republik Österreich bis Ende 2011 geleisteten Restrukturierungsbeiträge in Höhe von EUR 210,0 Mio. ergeben sich Netto-Haftungsentgelte von EUR 479,4 Mio.

Liquidität

Das Refinanzierungsvolumen (ohne Eigenmittel) der KF beträgt zum 30. Juni 2015 insgesamt EUR 5,4 Mrd. (31.12.2014: EUR 6,1 Mrd.). Davon entfallen EUR 5,2 Mrd. (31.12.2014: EUR 6,0 Mrd.) plangemäß auf kurzfristige Refinanzierungen, insbesondere Commercial Paper, EZB-Tender, Geldmarkteinlagen und Repo-Refinanzierungen. Das langfristige Refinanzierungsvolumen beträgt EUR 0,2 Mrd. (31.12.2014:
EUR 0,2 Mrd.). Mit 30. Juni 2015 wurden EUR 3,1 Mrd. (31.12.2014: EUR 4,0 Mrd.) bzw. 57,1 % des Refinanzierungsvolumens (31.12.2014: 65,2 %) unabhängig von direkten staatlichen Unterstützungsmaßnahmen auf dem freien Markt aufgebracht.

Am 11. August 2015 wurde eine neue EUR 1,0 Mrd. staatsgarantierte Anleihe mit Laufzeit fünf Jahre und einem Kupon von 0,375 % bei 1,6-facher Überzeichnung erfolgreich platziert; dadurch verbessert sich die Fristigkeitsstruktur der Refinanzierung.

Zum Stichtag 30. Juni 2015 besteht eine EUR 3,0 Mrd.-Rahmengarantie der Republik Österreich für das Commercial Paper-Programm unter dem FinStaG (Finanzmarktstabilitätsgesetz). Die bestehenden Garantien haben keinen Eigenkapitalcharakter und sind daher nicht unter Kapitalmaßnahmen zu rechnen; mit einer Beanspruchung wird ebenso wie bei bisherigen Liquiditätsgarantien nicht gerechnet (Tabelle 4).

Ertragslage

Im ersten Halbjahr 2015 erzielt die KF ein ausgeglichenes UGB/BWG-Periodenergebnis nach Steuern von EUR 0,0 Mio. (HJ 2014: EUR 0,0 Mio.); dies nach Auflösung einer allgemeinen Risikovorsorge gemäß § 57 Abs. 1 BWG im Ausmaß von EUR 20,5 Mio. Die verbleibende Risikovorsorge gemäß § 57 Abs. 1 BWG von EUR 19,9 Mio. gemeinsam mit der Risikovorsorge gem. § 57 Abs. 3 BWG von EUR 95,0 Mio. sowie Wertberichtigungen von zusätzlich EUR 75,4 Mio. ergeben einen konservativen Risikopuffer von insgesamt EUR 190,3 Mio. Das Zinsergebnis ist mit EUR 1,3 Mio. positiv (HJ 2014: EUR 4,7 Mio.); das Provisionsergebnis beträgt im ersten Halbjahr 2015 EUR -8,7 Mio. (HJ 2014: EUR -12,9 Mio.) und resultiert vor allem aus Haftungsentgelten an die Republik Österreich für Bürgschaften sowie das garantierte Commercial Paper-Programm.

Der Verwaltungsaufwand beträgt EUR -7,9 Mio. (HJ 2014: EUR -7,0 Mio.); die Erhöhung beruht ausschließlich auf der EUR 1,5 Mio.-Rückstellung für die im Gesamtjahr 2015 erwarteten Beiträge zum nationalen Bankenabwicklungsfonds, welcher, gemäß BaSAG (Banken-Sanierungs- und Abwicklungsgesetz), ab 1. Jänner 2015 zu dotieren ist. Ohne diese zusätzlichen regulatorischen Kosten beträgt der Sachaufwand EUR -6,4 Mio. (HJ 2014: EUR -7,0 Mio.), eine Reduktion gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 um 9,4 %. Das Ergebnis aus Bewertungen und Realisierungen in Höhe von netto EUR 13,4 Mio. (HJ 2014: EUR 12,9 Mio.) resultiert vor allem aus Abbaukosten für Portfoliomaßnahmen in der Höhe von EUR -8,5 Mio., denen der positive Effekt aus der Auflösung der allgemeinen Risikovorsorge gem. § 57 Abs. 1 BWG im Ausmaß von EUR 20,5 Mio. gegenübersteht.

Rating

Infolge der Bank Recovery and Resolution Directive (BRRD), welche europaweit von der EU in Kraft gesetzt wurde, sowie deren nationaler Umsetzung über das am 1. Jänner 2015 in Kraft getretene Bundesgesetz über die Sanierung und Abwicklung von Banken (BaSAG), wurden die Ratings der österreichischen Banken, so auch der KF, durch die Rating-Agenturen Standard & Poor’s (S&P) und Fitch neu bewertet; das S&P-Rating wurde am 13. März 2015 von A / A-1 (langfristig / kurzfristig) auf A / A-2 herabgesetzt. Fitch reduzierte das Rating am 19. Mai 2015 von zuvor A+ / F1+ auf BBB+ / F2. Der Ausblick der Ratings beider Agenturen für die KF ist stabil.

Ausblick

Aus dem beschlossenen Teilverkauf der KA und der daraus resultierenden Verschmelzung der KA Rest auf die KF wird sich eine Erhöhung der Bilanzsumme der KF auf rund EUR 14 Mrd. ergeben. Jedoch resultieren daraus, infolge der Werthaltigkeit der übertragenen Aktiva sowie des positiven übertragenen Kapitalwertes, keine negativen Auswirkungen auf die Risikoposition sowie die Kapitalsituation der KF Neu. Das Durchschnittsrating des Portfolios wird von A- auf A+ ansteigen; die harte Kernkapitalquote wird von 14,5 % auf 15,4 % steigen; die Gesamtkapitalquote bleibt mit 20,1 % im Vergleich zu 20,9 % hoch.

Passivseitig werden zudem EUR 2,7 Mrd. Covered Bond-Anleihen übertragen und damit die Refinanzierungsbasis der KF erweitert. Die KF wird zu 100 % im Eigentum der Republik Österreich (treuhändig gehalten durch die FIMBAG) verbleiben.

Mit den Beschlussfassungen des Aufsichtsrats der KA und der KF in deren Sitzungen vom 26. Juni 2015 sowie der a. o. Hauptversammlungen der KA und der KF vom 27. Juli 2015 liegen sämtliche für die Durchführung der Abspaltung der KA zur Neugründung sowie Verschmelzung der KA Rest auf die KF erforderlichen Organbeschlüsse vor. Ein Closing der Transaktion unterliegt noch den aufsichtsrechtlichen Genehmigungen durch die zuständigen Behörden; diese werden für das zweite Halbjahr 2015 erwartet.

Die KF erwartet für 2015 kein positives Jahresergebnis. Daher werden auch in Zukunft keine Ausschüttungen an bestehende Genussrechte erfolgen; dies entspricht der Ad-hoc-Meldung der KF vom 17. November 2009 gemäß § 48d Börsegesetz; diese Meldung ist nach wie vor aufrecht. Gemäß Ad-hoc-Meldung vom 26. Juni 2015 werden gewinnabhängige Instrumente im Rahmen der Verschmelzung gem. § 226 Abs. 3 AktG zu ihrem wirtschaftlichen Wert abgegolten.

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