Heimische Wirtschaft im 1. Halbjahr leicht gewachsen

Wien (OTS) - Gemäß der aktuellen Quartalsrechnung des WIFO wuchs die österreichische Wirtschaft im II. Quartal 2015 gegenüber dem Vorquartal um 0,3%, nach +0,2% im I. Quartal. Während der private Konsum verhalten blieb, zeigten die Exportwirtschaft sowie die Nachfrage nach Ausrüstungsinvestitionen erste Anzeichen einer Erholung. Auch die Industriekonjunktur kommt langsam in Schwung.

Das österreichische BIP wuchs im II. Quartal gegenüber der Vorperiode um 0,3%. Das Wachstum aus dem I. Quartal (+0,2%) setzte sich leicht beschleunigt fort. Das unbereinigte BIP übertraf das Vorjahresniveau im II. Quartal um 0,5%. Gegenüber der Schnellschätzung von Ende Juli ergab sich nur geringer Revisionsbedarf (BIP gemäß Schnellschätzung ebenfalls +0,3% gegenüber der Vorperiode, +0,4% gegenüber dem Vorjahr).

Abbildung 1: Entwicklung des realen Bruttoinlandsproduktes - auf der WIFO-Website (http://www.wifo.ac.at/publikationen/pressenotizen)

Die Inlandsnachfrage entwickelte sich im II. Quartal erneut träge. Die privaten Konsumausgaben stiegen weiterhin schwach (+0,1%). Die Konsumnachfrage nahm insgesamt ebenfalls um 0,1% zu, wenngleich der öffentliche Konsum eine etwas stärkere Dynamik aufweist. Erstmals seit dem Sommer 2014 erhöhte sich die Nachfrage nach Ausrüstungsinvestitionen (+0,5%) und setzte so positive Impulse; sowohl in Maschinen als auch in Fahrzeuge wurde mehr investiert. Die Nachfrage nach Bauinvestitionen (sowohl Wohn- als auch Nichtwohnbau) wurde hingegen seit 1 1/2 Jahren nicht ausgeweitet. Insgesamt wurden die Anlageinvestitionen (Ausrüstungs- und Bauinvestitionen) um 0,1% eingeschränkt.

Mit der Konjunkturbelebung im Euro-Raum zeigt auch die österreichische Exportwirtschaft erste Zeichen einer Erholung. Die Exportnachfrage erhöhte sich um 0,2%, jene nach Waren wurde dabei nach dem Rückgang der letzten zwei Quartale wieder leicht gesteigert (+0,1%). Bei einer Stagnation der Importnachfrage lieferte der Außenbeitrag einen positiven Wachstumsbeitrag zum BIP.

Übersicht 1: Ergebnisse der vierteljährlichen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung - auf der WIFO-Website
(http://www.wifo.ac.at/publikationen/pressenotizen)

Die Industriekonjunktur kommt in Österreich langsam in Schwung. Nach der Schwächephase in der zweiten Jahreshälfte 2014 beschleunigte sich die Dynamik gegenüber dem I. Quartal etwas (+0,4%). Ebenfalls positive Beiträge zum Wirtschaftswachstum kamen von den Dienstleistungsbereichen. Die Wertschöpfung in den Bereichen Handel, Beherbergung und Gastronomie, Verkehr und Nachrichtenübermittlung sowie Grundstücks- und Wohnungswesen stieg jeweils um 0,4%. Dämpfend wirkten hingegen die Wertschöpfungseinbußen in den Bereichen Bauwesen (-0,1%), Kredit- und Versicherungswesen (-0,5%) sowie Information und Kommunikation (-0,7%).

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