Neues Volksblatt: "Fällige Handlungen" von CR Christian HAUBNER

Ausgabe vom 28. August 2015

Linz (OTS) - Die Tragödie, die sich in dem Kühl-Lkw abgespielt haben muss, den man gestern im Burgenland gefunden hat, mag man sich gar nicht vorstellen. Zu schrecklich und unfassbar sind das Leid, die Panik, die Qual, welche die Menschen erlitten haben müssen, bevor sie unter unvorstellbaren Bedingungen gestorben sind.
Es ist aber dennoch nötig, diese schrecklichen Dinge zu thematisieren. Denn genau das ist es, was das Geschäft der Schlepperei ausmacht. Es handelt sich dabei eben nicht um ein "normales" Business, das Menschen in eine bessere Zukunft führen möchte. Die Menschen sind den Schleppern vielmehr völlig gleichgültig, ein Menschenleben ist nichts wert. Dass derartige Kriminelle verfolgt und mit voller Härte bestraft gehören, sollte sich von selbst verstehen.
Ebenso von selbst verstehen sollte sich, dass es zum besseren Schutz von Flüchtlingen zu den unter anderem von Österreich geforderten gemeinsamen Aufnahmezentren an den EU-Außengrenzen kommen muss. Und auch eine faire Aufteilungsquote innerhalb der EU ist ein Gebot der Stunde. Tragödien wie die gestrige sind traurige Mahnung dafür. Die Chance, etwas zu bewegen, hat es gestern nicht weit vom Fundort des Schlepper-Lkw gegeben: Denn in Wien tagten bei der Westbalkan-Konferenz auch namhafte Vertreter der EU. Bleibt abzuwarten, ob auf die Schweigeminute eine lang fällige Handlungsoffensive folgt.

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