Alpbach: Technologieland Tirol präsentiert Rekorde und Kurs

Tirol erzielt Forschungsquote von 3,14 Prozent und eine kräftige Steigerung der Forschungsausgaben mit einer starken angewandten Forschung. Position wird weiter ausgebaut.

Alpbach (OTS) -

  • Der aktuellen F&E-Erhebung der Statistik Austria zufolge klettert die Forschungsquote in Tirol auf 3,14 Prozent weit über den EU-Schnitt
  • Die Tiroler Forschungsausgaben steigen auf den Rekordwert von 911 Mio. Euro; Tiroler Unternehmen steigern ihre F&E-Ausgaben mit +38,8% österreichweit am stärksten
  • Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf verweist beim Technologiebrunch der Standortagentur Tirol in Alpbach auf die Wirkung der Technologieoffensive und kündigt Kompetenzzentren an
  • Forcierung von High Tech Start-ups auf Basis der Gründerland-Strategie von Staatssekretär Mahrer und Kooperationen sollen den weiteren Ausbau stützen

Die aktuellen Erhebungen der Statistik Austria über Forschung und experimentelle Entwicklung in allen volkswirtschaftlichen Sektoren mit Bezugsjahr 2013 weisen Tirol mit einer Forschungsquote von 3,14 Prozent erneut als Top-Technologiestandort aus. Die neue Forschungsquote liegt über dem Österreich-Durchschnitt von 2,97 Prozent und weit über dem EU-Schnitt von 2 Prozent. Die Forschungsausgaben am Standort Tirol stiegen auf insgesamt 911 Mio. Euro. Ein Rekordergebnis stellen die neuen Zahlen insbesondere auch den Tiroler Unternehmen aus. Diese gaben für Forschung und Entwicklung 578 Mio. Euro aus (vgl. 2011: 416 Mio. Euro) und erzielten mit einem Plus von 38,8 Prozent den höchsten Zuwachs im Bundesländervergleich. Betreffend Forschungsarten vollzieht Tirol eine Trendwende: 41,5 Prozent der Tiroler F&E-Ausgaben werden im Jahr 2013 für angewandte Forschung aufgewendet, das ist der höchste Anteil im Bundesländervergleich. Davor war Tirol noch das Bundesland mit dem höchsten Grundlagenforschungsanteil (28% in 2011), dieser liegt nun bei 23,6 Prozent.

Zoller-Frischauf: Technologieoffensive wirkt, Verbreiterung der forschenden Basis im Fokus

Beim Technologiebrunch der Standortagentur Tirol anlässlich der Eröffnung der Technologiegespräche beim Europäischen Forum Alpbach bewertete die Tiroler Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf den Erfolg: "Die Zahlen belegen, dass wir mit der Tiroler Technologieoffensive die richtigen Impulse setzen. Starke Anreize liefert diese insbesondere für die kooperative Forschung -und das sehr erfolgreich: Tiroler Unternehmen sind an insgesamt 25 nationalen oder regionalen Kompetenzzentren beteiligt, in welchen Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam forschen. In Kürze sieht die Tiroler Landesregierung die Freigabe von Fördermitteln für drei neue, regionale Kompetenzzentren im Programm K-Regio vor, denn gerade jetzt dürfen wir mit den Investitionen in unsere Wettbewerbsfähigkeit nicht nachlassen."

Den weiteren Kurs gibt Zoller-Frischauf wie folgt vor:
"Österreichweit konzentriert sich Forschung und Entwicklung nach wie vor in wenigen großen Unternehmen, auch in Tirol kommen die zehn Unternehmen mit den höchsten F&E-Ausgaben für 75 Prozent der Ausgaben auf. Im Ausbau der Basis forschender Unternehmen in Tirol und Österreich steckt also noch ein ganz enormes Potenzial. Vor allem unsere Klein- und Mittelbetriebe bleiben hier gefordert. Einen wichtigen Beitrag zur Verbreiterung der F&E-Basis können auch neue Unternehmen liefern - deshalb forcieren wir forschungs-, innovations-und technologieorientierte Gründungen soeben erneut."

Mahrer: Forschung über neue Unternehmen in Wertschöpfung umsetzen, Tiroler JungunternehmerInnen top bei Innovation

Die Zahl innovativer Unternehmensgründungen will Tirol in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft erhöhen. Die Basis dafür bildet die Gründerland-Strategie von Staatssekretär Harald Mahrer, der beim Technologiebrunch ausführte: "Österreich hat wie Tirol exzellente Forschungsleistungen, um die uns andere Länder beneiden. Um den Technologiestandort voranzubringen, müssen wir auf die Kreativität, den Erfindergeist und die Innovationskraft der Menschen setzen, auf unsere Talente. Über technologiebasierte Start-Ups sowie akademische Spin-offs müssen wir diesen enormen Wissensschatz in Wertschöpfung und Arbeitsplätze umsetzen. Das erweitert zum einen die Forschungsbasis, zum anderen ist das Beschäftigungswachstum bei Technologie-Gründungen überdurchschnittlich hoch."

Die Relevanz von Gründungen für den Technologiestandort belegt der Global Entrepreneurship Monitor (GEM) Austria Report 2014. Ihm zufolge sind zusammengefasst mehr als 87 Prozent der heimischen JungunternehmerInnen in FTI-basierten Unternehmen aktiv. Tirol schneidet bei zentralen Aspekten der Wettbewerbsfähigkeit und Innovation ausgezeichnet ab: 42 Prozent der Tiroler JungunternehmerInnen bieten neue Produkte oder Dienstleistungen auf Märkten mit geringer bis keiner Konkurrenz an. Im Vergleich dazu liegt der Wert für ganz Österreich bei nur einem Drittel. Zudem ist die internationale Orientierung der Tiroler JungunternehmerInnen mit 48 Prozent die höchste im Bundesländervergleich: "Die Tiroler Start-Ups sind absolute Nischen-Champions. Mit mutigen Ideen, neuen Produkten, innovativen Dienstleistungen und noch nie da gewesenen Geschäftsmodellen haben sie sich am Weltmarkt etabliert. Start-Ups sind Innovationstreiber und Problemlöser der Zukunft und damit das unverzichtbare Rückgrat unserer Innovationslandschaft", so Mahrer abschließend.

Vom Innovationserfolg zur Forschung mit Hilfe von Kooperationen

In derselben Kategorie überzeugen beim GEM Austria Report 2014 aber auch die etablierten UnternehmerInnen in Tirol. Mit 20,8 Prozent in der "Neue Produkt-Markt-Kombination" sind sie die besten und führen das Bundesländer-Ranking 2014 weit über dem Österreichschnitt an. "Von dieser Innovationsleistung aus ist für viele Tiroler Klein- und Mittelbetriebe der Schritt zur Forschung und Entwicklung nicht mehr weit. Für die angestrebte Verbreiterung der betrieblichen Forschungsbasis sind das die besten Voraussetzungen", nimmt Dr. Harald Gohm, der Geschäftsführer der Standortagentur Tirol beim Technologiebrunch eine Einschätzung vor. Interessierten KMUs empfiehlt er, die starke Forschungslandschaft an den Universitäten und Fachhochschulen zum Aufbau von technologischem Marktvorsprung verstärkt zu nützen. "Die Standortagentur Tirol und ihre Cluster beraten und schaffen einen unkomplizierten Zugang zu den richtigen Partnern", so Gohm.

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