Industrie: Ungleichheit als Anschub für Technologie- und Innovationsoffensive nutzen

IV-Präsident Kapsch in Alpbach: Technologischer Fortschritt hat immer zu mehr Arbeitsplätzen geführt – F&E weiter stärken und ausbauen

Wien (OTS/PdI) - "Der technische Fortschritt bietet Chancen aber auch Risiken. Es gilt nun, positive Effekte des technologischen Wandels im Sinne einer positiven Ungleichheit zu nutzen", so der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Georg Kapsch heute, Donnerstag, anlässlich der Technologiegespräche in Alpbach bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesminister Alois Stöger, Staatssekretär Dr. Harald Mahrer und AIT-Chef Dr. Hannes Androsch. Der Begriff "Ungleichheit" sei nicht eindimensional auf "Arm" und "Reich" zu reduzieren. Wichtig sei die Frage der Rahmenbedingungen im Sinne von Zugang zu und der Fähigkeit zur Nutzung von Technologien. "Es geht um das Thema Chancengerechtigkeit - für das Individuum, für Unternehmen und für Staaten und Regionen. Ein Gewinner von technologischem Fortschritt ist jedenfalls die Umwelt", so der IV-Präsident.

Forschungsinitiativen verstärkt internationalisieren

Tatsache sei, "Unternehmen, Staaten und Menschen streben nach Ungleichheit. Sie fördert die relative Wettbewerbsfähigkeit und ist ein Treiber von Fortschritt. Es ist evident, dass technologieaffine Menschen und Gesellschaften Wettbewerbsvorteile haben, denn insgesamt hat der technologische Fortschritt immer zu einer Veränderung, Qualitätsverbesserung und Steigerung der Arbeitsplätze geführt. Staaten und Unternehmen würden ja nicht in Forschung und Entwicklung investieren, würden sie sich dadurch nicht einen Wettbewerbsvorteil erwarten. Daher müssen wir auch Forschung und Entwicklung stärken", so Kapsch: "Damit der Standort Österreich von dynamischer wachsenden Märkten profitieren kann, ist die durchgängige Internationalisierung von Forschungsinitiativen entlang der gesamten Wertschöpfungskette ein wesentlicher Schritt. Die aktuelle zunehmende Beteiligung österreichischer Unternehmen am neuen Rahmenprogramm der Europäischen Union, Horizon 2020, weist darauf hin, dass der Aspekt der Internationalisierung an Bedeutung gewinnt."

Erhöhung der Forschungsprämie zu begrüßen

In diesem Zusammenhang sei auch die Erhöhung der Forschungsprämie von zehn auf zwölf Prozent sehr zu begrüßen. "Es ist erwiesen, dass Produktinnovationen positive Beschäftigungseffekte haben und Leitbetriebe wichtig für den Standort Österreich sind. Industrie 4.0 steigert die Wettbewerbsfähigkeit und damit langfristig auch die Chance, Industrie wieder nach Europa zurückzubringen und Arbeitsplätze, die sonst verloren gingen, zu erhalten. Wir müssen nun den Technologiesprung nutzen und vor allem auch das Selbstverständnis von Berufsbildern und Arbeitsplätzen anpassen", so der IV-Präsident.

Massiver Handlungsbedarf bei Pflichtschulen und Elementarpädagogik

Zu einer etwaigen "Maschinen- oder Robotersteuer" sagte Kapsch, "diese killt auch noch den letzten Produktivitätsfortschritt, der in Österreich derzeit schon ziemlich gering ist". Zum Thema Bildung sagte der IV-Präsident, es sei seit Jahrzehnten klar und evident, dass Österreich im Pflichtschulbereich massive Probleme habe - großer Handlungsbedarf bestehe jedoch auch bei der Elementarpädagogik. Beim Bildungsgipfel der Bundesregierung im November müssten zwei Kernpunkte thematisiert werden: einerseits die Schulautonomie, andererseits ein neues Trägerschaftsmodell, da sonst eine dringend erforderliche Entpolitisierung des Bildungssystems nicht zustande zu bringen sei.

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