FPÖ-Neubauer: Temelin, die tickende Zeitbombe an Oberösterreichs Grenze

Der Schutz der oberösterreichischen Bevölkerung ist ein Gebot der Stunde

Wien (OTS) - "Regelmäßig treffen mittlerweile unter mehr oder eher weniger medialer Beachtung die Störfall-Meldungen aus Temelin ein. Ende Juli kam es zum Austritt von Radioaktivität, es wurde dabei der gesamte Sekundärkreislauf radioaktiv verseucht. Mitte August waren Undichtheiten am Stromgenerator Anlass für einen weiteren Störfall. Diese Serie an Störfällen muss zum Anlass genommen werden, eine eingehende Überprüfung durch unabhängige Experten einzuleiten, zumal es eine gemeinsame Ursache geben könnte", so heute der freiheitliche Anti-AKW-Sprecher NAbg. Werner Neubauer.

Die sich häufenden Störfälle in Temelin nahm der Linzer Abgeordnete nun zum Anlass in einer parlamentarischen Anfrage an die Stresstestergebnisse vom Oktober 2012 zu erinnern, im Zuge derer im AKW Temelin nachfolgend angeführte vier schwerwiegende Mängel festgellt wurden: Die Ausrüstung zur Bekämpfung schwerer Unfälle sei nicht optimal gelagert. Leitlinien für das Vorgehen bei schweren Unfällen, die alle Anlagenzustände (d.h. Vollleistungsbetrieb bis hin zur Abschaltung) abdecken, seien nicht ausreichend vorhanden. Es seien keine passiven Maßnahmen zur Verhinderung von Wasserstoffexplosionen im Fall schwerer Unfälle vorhanden. Mit Filtern ausgestattete Abluftsysteme in der Sicherheitsumschließung, um bei einem Unfall den Druck im Reaktorbehälter gefahrlos ablassen zu können, würden fehlen.

"In Folge der Veröffentlichung der Ergebnisse wurde viel über nationale Aktionspläne, Stresstestempfehlungen samt Berichten und Reviews gesprochen. Für Juni 2014 wurde eine Frist für die Berichte über die Umsetzung der Stresstestempfehlungen gesetzt. Doch die einzige Frage, die die Bürger nun fast drei Jahre später, vor allem jene, in Oberösterreich, interessiert, ist, ob diese Mängel behoben sind bzw. ob die Sicherheit im AKW Temelin optimal gewährleistet ist. In Anbetracht jüngster Störfälle offenbar nicht", sagte Neubauer.

"Aus diesem Anlass will ich mit meiner parlamentarischen Anfrage Aufklärung darüber, was eigentlich konkret nach Feststellung der oben angeführten Mängel passiert ist und ob sich punkto Sicherheit und Zusammenarbeit der maßgeblichen Stellen etwas zum Positiven verändert hat. Temelin ist nur hundert Kilometer von unserer Landeshauptstadt Linz entfernt - für freigesetzte Radioaktivität bei ungünstigen Windverhältnissen eine äußerst geringe Distanz. Aus diesem Grund ist bei allen politischen Entscheidungsträgern auf Landes- und Bundesebene höchster Einsatz gefordert, dass zumindest eine Laufzeitverlängerung verhindert werden kann", so Neubauer.

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