Stronach/Steinbichler: Nicht der Markt sondern die Regierung hat versagt!

Steinbichler fordert Wiedereinführung der Milchquote sowie eine Vollkostenrechnung für mehr Preistransparenz

Wien (OTS) - "Der Vorschlag von Bauernbundpräsident Jakob Auer, eine neue Agrarmarkt-Kontrollbehörde einzuführen und auch der entbehrliche Vorstoß des Vorsitzenden der Agrarlandesräte, Max Hiegelsberger, mehr Produkte mit geografisch geschützter Angabe (GGA) und geografisch geschützter Ursprungsbezeichnung (GGU) zu kennzeichnen, bestätigen, wie weit sich die Agrarpolitik von der Realität des Marktes entfernt hat", stellt Team Stronach Agrarsprecher Leo Steinbichler fest.

Es gebe mit der amtlichen Preisbehörde (BWB) und den Marktberichten der Agrarmarktpreisbehörde bereits mehr als genug Bürokratie, kritisiert Steinbichler. Vielmehr müssten seine Forderungen, die jetzt auch vom Bauernbund - bloß auf einem anderen Tablett präsentiert - aufgegriffen wurden, endlich umgesetzt werden. Bereits im Vorfeld zur Diskussion um die Milchquote hatte Steinbichler verlangt, diese so wie auch die Rübenquote unbedingt aufrecht zu erhalten. Er fordert die Wiedereinführung der Milchquote und die Fortführung der Rübenquote "zum Schutz der heimischen Milchproduktion und der Konsumenten!"

Wie die Opposition am 1. Juli im Ausschuss bereits verlangt habe, "wäre für den Milchmarkt eine Abfederung nach dem Abschaffen der Milchquote notwendig gewesen", erinnert Steinbichler. Leider wurde dieser Antrag von den Regierungsparteien genauso wie der Antrag zur Einrichtung eines Unterausschusses zum Thema Milchmarkt niedergestimmt.

Auch fehle die Preistransparenz für die Bauern, weshalb sich Steinbichler für die Einführung der Vollkostenrechnung ausspricht, die er bereits bei der Paragraf-7-Kommission eingefordert hatte. Laut Steinbichler gebe diese Aufschluss über folgende Fragen: "Wieviel kostet das Produkt am österreichischen Bauernhof, wieviel bekommt der Verarbeiter, wieviel bekommt der Handel und wieviel muss der Konsument letztlich für ein Spitzenprodukt der österreichischen Qualität bezahlen?" Zur Absicherung dieser Qualität müsse das seit 2008 vertagte österreichische Qualitätsgütesiegelgesetz aber endlich umgesetzt werden, betont der Abgeordnete, denn: "Wo Österreich drauf steht, muss Österreich drin sein."

Ein Dorn im Auge sind für den Abgeordneten die Substitute zu den Milchprodukten. "Es ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten, wenn sich der Bauerbund über den österreichischen Sänger Gabalier aufregt, weil dieser für Deutsche Milch wirbt und gleichzeitig mit seinen genossenschaftlichen Molkereien Generalimporteur von Hauptkonkurrenzprodukten der österreichischen Milchprodukte ist", sagt Steinbichler. Seit Jahren weist er darauf hin, dass Milchfett durch Palmöl bzw. Kokosfett aus dem Regenwald substituiert wird. Genauso verlangt Steinbichler einen klaren Nachweis darüber, wieviel Kunstkäse bzw. Analogkäse auf den Markt gebracht wird. "Es ist interessant, dass sich bei den Bauern die Kontrollbehörden die Türklinke in die Hand geben, aber bei den Industriebetrieben, wo Lebensmittelsubstitute erzeugt werden, heißt es laut Ministeranfrage, "das liege im Ermessen des Erzeugerbetriebes."

Im Hinblick auf die bevorstehende Rieder Messe, die unter dem Motto "Zukunft Tier" steht, verlangt Steinbichler, dass die Fakten auf den Tisch gelegt werden. "Immerhin ist es der Bauernbundpolitik der letzten Jahrzehnte zu verdanken, dass 50 Prozent der Bauernhöfe ihre Pforten für immer geschlossen haben und sich der Kuhbestand in Österreich von 1,7 Mio. Kühen auf 550.000 reduziert hat", betont Steinbichler und stellt die Frage: "Bei meiner Ehr, wo kommt hier der Rohstoff her?"

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