vida-Hebenstreit zu Bahnsicherheit: Mehr Personal – „Kameras nur für Spanner“

Gewerkschaft zu Thalys-Anschlag: Österreich bald Vorreiter in EU – aktueller bmvit-Erlass zu Eisenbahnaufsichtsorganen sorgt für mehr Sicherheit

Wien (OTS) - Vor dem Hintergrund des Anschlags im Thalys-Hochgeschwindigkeitszugs und der von der Europäischen Union geplanten Sicherheitschecks in Zügen, betont Roman Hebenstreit, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida, einmal mehr die Notwendigkeit von mehr Personal in den Zügen. "Nur Menschen können Menschen schützen. Nur sie können im Ernstfall die Gefahrenlage vor Ort besser einschätzen. Jemand, der in hundert Kilometern Entfernung in 30 Monitore gleichzeitig glotzen muss, kann das nicht". Zuletzt habe auch der feige Mordanschlag auf zwei US-amerikanische JournalistInnen vor laufender Kamera gezeigt, "Kameras sind nur etwas für Spanner und retten keine Leben", so Hebenstreit.++++

Österreich nehme aufgrund des Erlasses des Verkehrsministeriums (bmvit) zum Einsatz von Eisenbahnaufsichtsorganen bei personenbefördernden Fahrten (vom März 2015), welcher für die Bahnen verpflichtend sei, noch heuer eine Vorreiterrolle bei der Sicherheit in Zügen in Europa ein, sagt Hebenstreit. Diesbezügliche Prüfungs-und Evaluierungsprozesse bei den Bahnen seien bereits angelaufen. Auch die ÖBB würden zukünftig wieder auf mehr Personal in den Zügen setzen. Eine langjährige Forderung der Gewerkschaft steht somit kurz vor der Umsetzung, freut sich der vida-Gewerkschafter.

Auszüge aus dem Erlass zum Einsatz von Eisenbahnaufsichtsorganen

Zu den Aufgaben von Eisenbahnaufsichtsorganen zählt die Überwachung des Verhaltens von Personen vor Ort bis zum Einschreiten in Gefahrensituationen. Zu ihren Aufgaben gehören u. a. auch die Meldung von wahrgenommenen Unregelmäßigkeiten wie Gefahrsituationen z. B. beschädigte Anlagen, überfüllte Züge, den Eisenbahnbetrieb gefährdendes Verhalten Dritter sowie die notwendige Freihaltung von Flächen von Arbeits- und Rettungswegen. Genauso zählen dazu auch die Mitwirkung bei Maßnahmen zur Beherrschung von betrieblichen Vorfällen wie beispielsweise die Weitergabe von Meldungen, Aufstellung von Gefahrenhinweisen wie auch die Unterstützung von in der Mobilität eingeschränkten Personen bei personenbefördernden Fahrten, heißt es im Erlass des bmvit.

Bei der erforderlichen Zahl an Eisenbahnaufsichtsorganen geht der bmvit-Erlass unabhängig von Notfallkonzepten und Notfallplänen der Bahnen davon aus, dass sich grundsätzlich in jedem personenbefördernden Zug zumindest ein Eisenbahnaufsichtsorgan befinden müsse.

Ein Eisenbahnunternehmen werde "daher in jenen Fällen, in denen in einem personenbefördernden Zug kein Eisenbahnaufsichtsorgan anwesend ist, durch einen Prozess festlegen müssen, dass umgehend die Veranlassungen eingeleitet werden, die sicherstellen, dass ein Eisenbahnaufsichtsorgan ehestmöglich zum Einsatzort gelangt", lautet es im Erlass des bmvit.

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