Mahrer: Start der "Open Innovation Initiative" - Bürger werden zu Beteiligten

Bundesregierung startet Pilotprojekt zum Transfer von Wissen zwischen Bevölkerung, Wissenschaft und Wirtschaft - Launch einer Internetplattform, um innovative Ideen zu generieren

Alpbach (OTS/BMWFW) - Staatssekretär Harald Mahrer hat heute im Rahmen der Alpbacher Technologiegespräche gemeinsam mit Bundesminister Alois Stöger den Startschuss für die neue "Open Innovation Initiative" der Bundesregierung gegeben. Ziel der Initiative ist die Erstellung und Umsetzung einer entsprechenden Strategie zur Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit Österreichs, die konkrete Maßnahmen aufzeigt und Österreichs Forschungs-, Technologie- und Innovations- System zu den wettbewerbsfähigsten in Europa macht. Dabei sollen vier Aktionsfelder durch Open Innovation weiterentwickelt werden: "Wissenschaft und Forschung", "Wirtschaft", "Soziale Innovation" und "Verwaltung".

Der öffentliche Konsultationsprozess soll im Frühjahr 2016 abgeschlossen sein, dazu wurde u.a. die Homepage www.openinnovation.gv.at eingerichtet, um der Bevölkerung Raum für Ideen und Anregungen zu geben. Die Open Innovation-Strategie soll Mitte 2016 dem Nationalrat vorgelegt und damit integraler Bestandteil der heimischen Innovationspolitik werden. "Mit Open Innovation bedienen wir uns der Schwarmintelligenz, um ein Mehr an Innovationen zu erreichen. Wir wollen damit das brach liegende Innovationspotenzial heben. Mit diesem neuen Weg wollen wir einen zusätzlichen Arm des Innovierens zum bisherigen Innovationsportfolio ergänzen", so Staatssekretär Mahrer.

"Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung befindet sich die Welt in einem grundlegenden rasanten Wandlungsprozess, der eine große Chance für die Wissensgesellschaft und für unsere Wirtschaft ist. Dazu ist es notwendig, konventionelle Methoden zu überdenken und neue Wege einzuschlagen", betont Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und weiter: "Die Öffnung der Entwicklungsprozesse, sowie die aktive strategische Einbindung der Außenwelt ermöglichen einen Blick über den Tellerrand und zeigen neue Perspektiven auf, um innovativen Ideen rascher zum Durchbruch zu verhelfen. Unternehmen sparen sich dadurch finanzielle Ressourcen und erhalten einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gegenüber Mitbewerbern."

Laut Staatssekretär Mahrer gehe es daher darum, "eine neue Kultur der Innovation zu schaffen und damit nicht nur gesellschaftliche Probleme zu lösen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit des Innovationsstandortes und der Wirtschaft massiv zu erhöhen. Denn am Ende des Tages geht es um die Jobs der Zukunft und den Wohlstand unseres Landes."

"Wir machen aus Ideen Zukunft"

Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger können sich unter www.openinnovation.gv.at am Erstellungsprozess der Strategie beteiligen. In einem ersten Schritt können von Ende August bis Dezember 2015 Ideen, Anregungen und Meinungen zu folgenden fünf Themenfeldern eingemeldet werden: "Anwendungsgebiete Open Innovation", "Share Economy", "Gründen in Österreich", "Arbeitswelt der Zukunft" und "Verwaltung im Wandel". Die 100 qualifiziertesten Einträge werden speziell in die Erarbeitung der Open Innovation-Strategie eingebunden sein. Darüber hinaus finden im Herbst 2015 drei Stakeholder-Workshops statt.

Mögliche Anwendungsgebiete für Open-Innovation sind die Industrie, etwa um Anwender, Geschäftspartner und Konsumenten in die Neuproduktentwicklung einzubeziehen; im Wissenschaftsbereich, wenn es darum geht wissenschaftliche Fragestellungen und Lösungsansätze durch Bürgerbeteiligung zu erarbeiten; oder im Bereich der Verwaltung, wo Bürger sich aktiv mit Modernisierungsvorschlägen oder Problemen in der täglichen Umsetzung einbringen können.

Best-Practice-Beispiele aus Österreich

Das BMWFW setzt in ausgewählten Bereichen bereits heute auf den Open Innovation-Ansatz und die Beteiligung von Forschern, Unternehmern und Privaten. Beispielsweise sind im Rahmen der Initiative "Jahr der Forschung" Kinder, Jugendliche Hobbyforscherinnen und Hobbyforscher sowie die gesamte Wissenschaftscommunity eingeladen, ihre Zukunftsideen für Österreich einzureichen. Ebenso konnten Unternehmen auf der Entbürokratisierungsplattform "Bürokratie abbauen -Wirtschaften erleichtern" Vorschläge zur Verwaltungsvereinfachung direkt an das Ministerium adressieren.

Darüber hinaus wurden in einem Open Innovation-Projekt der Wissenschaften der Ludwig Boltzmann Gesellschaft innovative Forschungsfragen im Bereich psychischer Erkrankungen durch Crowdsourcing generiert.

Um insgesamt ein besseres Verständnis über die Möglichkeiten und Potenziale von Open Innovation zu bekommen finden sich auf der neuen Internetplattform zahlreiche Best-Practice-Beispiele aus Österreich. Alle Institutionen und Privatpersonen sind eingeladen entsprechende Projekte zu listen. Ziel ist es durch begleitende Bewusstseinsbildung eine Open Innovation-Kultur in Österreich zu etablieren.

Der gesamte Prozess wird unter Federführung des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft (BMWFW) sowie dem Bundesministerium für Verkehr, Technologie und Innovation (BMVIT) in Abstimmung mit den anderen Ressorts, Ländern und Stakeholdern vorangetrieben. Zentrales Anliegen ist die Einbindung der Bürgergesellschaft.

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Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft
Mag. Markus Habermann
Pressesprecher des Staatssekretärs
+43 1 711 00 2688
markus.habermann@bmwfw.gv.at
www.bmwfw.gv.at

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