Walser: Schule für Flüchtlingskinder ab dem ersten Tag

Grüne verlangen Ende der peinlichen Feilscherei um notwendige Finanzmittel

Wien (OTS) - "Es braucht jetzt endlich ein System, das eine pädagogische Betreuung ab dem Eintreffen der Flüchtlingskinder in den Erstbetreuungseinrichtungen vorsieht. In österreichischen Krankenhäusern ist das teilweise bereits Praxis", äußert sich der Grüne Bildungssprecher Harald Walser zur derzeit laufenden Debatte um den Schulbesuch von Flüchtlingskindern.

Walser verweist auf seine diesbezüglichen Anträge im Nationalrat, zuletzt vom Jänner diesen Jahres, der bedauerlicherweise nach jenem von 2009 wieder nicht angenommen wurde. "Es ist für mich verwunderlich, dass wir die Lage und die notwendigen Schritte seit langem erkannt und aufgezeigt haben, und jetzt erst in der Regierung und in den Ländern eine Diskussion um das Procedere und um die notwendigen Finanzmittel geführt wird", kritisiert Walser.

Walsers Antrag sieht vor, dass Flüchtlingskinder im schulpflichtigen Alter bereits in den ersten Tagen und Wochen ihres Aufenthaltes Unterricht erhalten, der Bildungsstand erhoben wird und erste Deutschkenntnisse und die Gepflogenheiten des Unterrichts in Österreich vermittelt werden. "Das hat den Vorteil, dass wir keine Zeit damit verlieren und an den Schulen dann nicht bei Null begonnen werden muss. Außerdem würden die Kinder schon in den Erstbetreuungseinrichtungen einen sinnvollen, geregelten Tagesablauf vorfinden."

Walser fordert zusätzlich ein Konzept ein, das schleunigst jene Schritte definiert, die wir benötigen, um Flüchtlingskinder möglichst gut in eine Schule einzubinden, denn es könne nicht den Schulen überlassen bleiben, wie sie vorgehen werden: "Ein - wenn auch gut gemeinter - Leitfaden ist dafür zu wenig. Es ist zuerst eine Betreuung durch PsychologInnen und SozialarbeiterInnen notwendig. Wir benötigen zweifellos auch speziell geschultes Lehrerpersonal. Aber auch das sind Rahmenbedingungen, die wir schon seit langer Zeit verlangen", unterstreicht Walser.

"Ich erwarte mir, dass die Republik ohne Wenn und Aber jene Mittel zur Verfügung stellt, die notwendig sind, um für Flüchtlingskinder den Schulbesuch und eine ordentliche Betreuung sicher zu stellen. Hier ist eindeutig Finanzminister Hans Jörg Schelling gefordert." Walser stimmt der Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek voll zu, wenn sie darauf pocht, dass jedes Kind in Österreich unabhängig von seinem aufenthaltsrechtlichen Status Anrecht auf einen Schulbesuch hat: "Das ist für mich nicht verhandelbar, daher ist die peinliche Feilscherei um die dafür notwendige Mittelaufstockung sofort zu beenden."

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