Wien anders: Zahlenchaos im Wiener Wohnbau

Häupl stellt „fokussierte Unintelligenz“ im Wahlkampf selbst unter Beweis

Wien (OTS) - Vor einigen Jahren bekundete Bürgermeister Michael Häupl: "Wahlkampf ist die Zeit fokussierter Unintelligenz." Den Beweis dafür, dass zumindest die SPÖ im Wahlkampf genau auf "fokussierte Unintelligenz" setzt, treten Michael Häupl und sein Wohnbaustadtrat Michael Ludwig jetzt selber an.

In den letzten Tagen überboten sich beide nämlich beim Wahlkampfthema Wohnbau mit immer neuen Zahlen, die nicht nachvollziehbar sind. Letzte Woche erwiderte Michael Häupl im Interview mit der U-Bahnzeitung "Heute" auf den Vorschlag, Wien müsste 10.000 Wohnungen im Jahr bauen: "Wir bauen derzeit 14.000 Wohnungen". Es befinden sich wohl derzeit ca. 14.000 geförderte Wohnungen in Wien in Bau, aufgrund von Bauzeiten von ca. 2 Jahren werden aber nur ca. 7.000 pro Jahr fertiggestellt. Michael Häupl beweist hier dem Wahlkampf geschuldeter Unintelligenz, indem er einfach die Zahlen von zwei Jahren auf addiert.

Am Wochenende schaltete nun das Wohnbauressort von Michael Ludwig Inserate in der Kronen Zeitung, im Kurier und in Österreich. Mit der Aussage, dass in Wien jährlich "10.000 Wohnungen - davon 7.000 gefördert - errichtet werden". Noch im November letzten Jahres schaute die Rechnung für Wohnbauressort Ludwig völlig anders aus. Am 4.11.2014 sagte Ludwig im Kurier-Interview. "Wir übergeben heuer (...) 7000 geförderte Wohnungen (...). Dazu kommen noch einmal 1000 bis 1500 frei finanzierte Wohnungen." Im selben Interview meinte Ludwig übrigens auch, dass 8.500 neue Wohnungen/Jahr absolut genug sein.

Heute enthüllte wiederum die U-Bahn-Zeitung Heute den "Geheimplan" Michael Häupls für 2.500 neue Gemeindwohnungen. Ein - wenn man den Worten von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig glaubt - ziemlich unintelligenter Plan.
Ludwig hat nämlich noch im November 2014 auf die Frage, warum die Stadt Wien keine Gemeindebauten mehr errichtet geantwortet. "Mit den eingesetzten Wohnbauförderungsmitteln können wir mehr Wohnungen gemeinsam mit gemeinnützigen Bauträgern errichten, als wenn wir als Stadt selbst bauen würden. (…) Das würde mindestens 20 Prozent mehr kosten."

"Offensichtlich haben Bürgermeister Häupl und Stadtrat Ludwig vor lauter Wahlkampf völlig den Überblick verloren, wovon sie reden", wundert sich Wien anders Gemeinderatskandidat Christoph Ulbrich. "Für uns sind all diese Zahlen nicht nachvollziehbar und es ist mir auch ein Rätsel, warum die Stadt Wien um 20% teurer baut als anderer Bauträger. Sind das die 20%, die die allgegenwärtige Korruption bei Wiener Wohnen kostet?"

Errichtet werden die neuen Gemeindebauten von einer Gesellschaft, die zu 51% nicht Wiener Wohnen, sondern der GESIBA gehört. Die SPÖ sorgt damit schon mal dafür, dass Transparenz über die Vergabe und und politische Kontrolle von vorneherein untergraben werden.

Wien anders fordert jedenfalls weiterhin echte Gemeindebauten, errichtet von der Stadt Wien und finanziert über eine Wohnbausteuer nach dem Vorbild der Hugo-Breitner-Steuer - und nicht über teure Kredite. Außerdem muss die Vergabe der Wohnungen sowie das Geschäftsgebaren von Wiener Wohnen endlich transparent werden. Das wäre intelligente Politik.

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