- 21.08.2015, 17:09:11
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Abschied von Superintendent Paul Weiland
Bischof Bünker: "Liebevoller Kämpfer für Gerechtigkeit" - Landeshauptmann Pröll: Seelsorger im besten Sinn des Wortes
Utl.: Bischof Bünker: "Liebevoller Kämpfer für Gerechtigkeit" -
Landeshauptmann Pröll: Seelsorger im besten Sinn des Wortes =
St. Pölten (OTS) - Der Superintendent der Evangelischen Kirche in
Niederösterreich, Paul Weiland, ist am Freitag in St. Pölten beerdigt
worden. Angehörige und mehrere hundert Menschen aus der Evangelischen
Kirche, der Ökumene, der Politik und dem öffentlichen Leben nahmen
Abschied von Paul Weiland, der am vergangenen Sonntag völlig
unerwartet verstorben war.
"Paul Weiland hat gelebt im Dienst an Jesus Christus", sagte der
Stellvertreter des Superintendenten, Senior Klaus Jürgen Romanowski,
der die Einsegnung auf dem Hauptfriedhof in St. Pölten vornahm. "Je
dichter unsere Reihen, umso deutlicher wird, wie er uns fehlt",
meinte der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker vor den
zahlreichen Trauergästen beim anschließenden
Auferstehungsgottesdienst in der Kapelle des Landhauses. In seiner
Predigt bezeichnete Bünker den verstorbenen Superintendenten als
"liebevollen Kämpfer für Gerechtigkeit". Weiland habe sich in
zahlreichen Aufgabenfeldern als "verlässlicher Partner" erwiesen, mit
Sinn für Humor oder auch Verständnis für moderne Kunst, mit großer
Neugier auf das Neue und mit Visionen. "Paul Weiland trat für den
Zusammenhalt ein trotz aller Unterschiede, in der Kirche, in der
Ökumene, in Niederösterreich und darüber hinaus", sagte der Bischof
und unterstrich Weilands Einsatz für die Diakonie. In
"vertrauensvoller Offenheit" habe sich Weiland immer dem Anderen
zugewandt.
Für das Land Niederösterreich aber auch persönlich drückte
Landeshauptmann Erwin Pröll seine Anteilnahme aus. Weiland sei
"Seelsorger im besten Sinne des Worte" gewesen: "Aufrichtig und
aufrichtend, ruhig und beruhigend, überzeugt und überzeugend", so der
Landeshauptmann. Weiland habe es geschafft, den Glauben zu verkörpern
und auch zu vermitteln. Durch seine "unglaubliche" Fähigkeit auf die
Menschen zuzugehen habe er viele Brücken gebaut, "zwischen den
Menschen, den Konfessionen, der Kirche und der Politik". Seine feste
Verwurzelung mit dem Land sei deutlich geworden in seiner
öffentlichen Arbeit und inneren Haltung.
Schon als Pressepfarrer sei es Paul Weiland wichtig gewesen, dass das
Evangelium über die Grenzen der Kirchen hinausgeht, betonte
Synodenpräsident Peter Krömer, Dieses Motivation habe Weilands
Engagement als Obmann des Evangelischen Presseverbandes, des
Evangelischen Bundes und der Bibelgesellschaft geprägt. In
Niederösterreich habe Weiland die Gemeindediakonie auf eine
tragfähige Grundlage gestellt. Mit seinem Wirken habe er "etwas für
die Ewigkeit bewirkt".
"Paul Weiland war ein besonders lieber Weggefährte und manchen von
uns ein echter Freund", sagte der steirische Superintendent Hermann
Miklas. Das Superintendentenamt sei Weilands "Lebensrolle" gewesen,
"einen Paul Weiland in Pension konnte man sich nicht vorstellen".
Weiland selber habe er immer "sachlich, visionär und sprühend vor
Ideen" erlebt.
Für den römisch-katholischen Diözesanbischof Klaus Küng war Paul
Weiland in den über elf Jahren der Zusammenarbeit zum ökumenischen
"Partner und Freund". Man sei ein "eingespieltes Team" gewesen.
Durch die Verbundenheit bei den wesentlichen Dingen habe man gemerkt,
"dass das Verbindende stets größer war als das Trennende", sagte
Küng.
"Wir haben eine Ökumene der Freundschaft gelebt", erzählte Abt
Maximilian Fürnsinn vom Stift Herzogenburg. Weiland habe Lasten und
Belastungen nicht gescheut, "ich habe seine unermüdliche Kraft eines
guten Hirten bewundert, der immer da war und sich gleichzeitig auch
um seine kranke Frau kümmerte", sagte der Abt.
Von einem langjährigen Freund, der ein glühendes Christuszeugnis
vorgelebt habe, sprach der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl. Er
würdigte Weiland als "Medienmann von höchster Professionalität" und
als "Motor der Ökumene", die nach eucharistischer Gastfreundschaft
dränge.
"Man kann nicht all dem gerecht werden, wo Paul Weiland seine Stimme
erhoben hat und für uns da war", sagte Superintendentialkuratorin
Gisela Malepour. Er habe "unendlich viel gegeben", sein Tod
hinterlasse eine große Lücke.
Paul Weiland leitete seit 1998 als Superintendent die Evangelische
Kirche in Niederösterreich. Davor wirkte Weiland als Pressepfarrer,
war Chefredakteur des Evangelischen Pressedienstes und der
Kirchenzeitung "SAAT".
Honorarfreie Bilder von der Beerdigung und vom
Auferstehungsgottesdienst finden Sie unter http://foto.evang.at
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