Grüne zu Einkommensberichten: Unternehmen müssen in die Pflicht genommen werden

Aslan fordert Ausweitung der Berichte auf Unternehmen ab 25 MitarbeiterInnen und verbindlichen Aktionsplan für Unternehmen

Wien (OTS) - "Seit 2011 gibt es in Österreich die Einkommensberichte, doch so wie sie derzeit gehandhabt werden, bleiben sie fast wirkungslos. Es kann nicht sein, dass Unternehmen keine Konsequenzen fürchten müssen, wenn sie dem Betriebsrat ihren Bericht gar nicht oder nur mangelhaft vorlegen", kritisiert die Frauensprecherin der Grünen, Berivan Aslan.

Mindestens genauso wichtig wie den Einkommensbericht zu verfassen, sind die Taten, die auf die Erhebung folgen. "Derzeit können Unternehmen aufgetretene Gehaltsunterschiede oder auch mangelhafte Berichte einfach aussitzen. Niemand schaut darauf, dass sie auch die richtigen Lehren aus den Ergebnissen ziehen", sagt Aslan. "Unternehmen müssen daher verpflichtet werden, einen Aktionsplan in Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat zu erstellen, falls Gehaltsunterschiede bei den Geschlechtern ermittelt werden. Dieser sollte am besten gemeinsam mit einer externen Prüfstelle erarbeitet werden", fordert Aslan.

Unerlässlich findet die Frauensprecherin zudem, dass die Berichte auf Unternehmen ab 25 MitarbeiterInnen ausgedehnt werden. "Frauen sind hauptsächlich in Klein- und Mittelbetrieben tätig. Von der derzeitigen Regelung sind nur 45 Prozent der Arbeitnehmerinnen erfasst", hält Aslan fest.

Auch die hohe Verschwiegenheitspflicht bei den Einkommensberichten stellt ein Problem dar. "Wenn nicht einmal die BetriebsrätInnen wissen, was sie Ihren MitarbeiterInnen sagen dürfen und was nicht, dann kann das nicht im Sinn der Gehaltstransparenz in einem Unternehmen sein", meint Aslan.
In Großbritannien werden Unternehmen mit mehr als 250 MitarbeiterInnen ab 2016 dazu verpflichtet, die durchschnittlichen Männer- und Frauengehälter in ihrem Unternehmen zu veröffentlichen. "Cameron hat sich mit dieser Forderung sicher auch keine Freunde bei der britischen Wirtschaft gemacht. Der Unterschied zu Österreich: er macht es trotzdem."

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