• 17.08.2015, 08:03:32
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Greenpeace-Report über Abfallverwertung zeigt Handlungsbedarf

Appell an Politik und Zement-Industrie: Lehren aus HCB-Skandal ziehen

Utl.: Appell an Politik und Zement-Industrie: Lehren aus HCB-Skandal
ziehen =

Wien (OTS) - Der heute veröffentlichte Greenpeace-Report "Brennpunkt
Abfallverwertung - Wie sicher sind österreichische Zementwerke?"
zeigt deutlichen Handlungsbedarf für Politik, Behörden und Industrie.
Nach dem HCB-Skandal in Kärnten hat Greenpeace alle acht
österreichischen Zementwerke unter die Lupe genommen. Die gute
Nachricht: Die UmweltchemikerInnen stießen auf keinen erneuten
Umweltskandal. Weniger erfreulich jedoch sind die zahlreichen
kritischen Lücken im System.

"Viele Abfälle, die zur Entsorgung in österreichischen Zementwerken
landen, sind unklar definiert und die Auflagen für problematische
Schadstoffe nicht streng genug. Zudem ist die Verwertung von Abfällen
intransparent", kritisiert Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster. Er
fordert einen strengeren Umgang was Regelungen, Prüfungen und
Transparenz betrifft: "Aus dem HCB-Skandal müssen endlich umfassende
Lehren gezogen werden. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen ein Verbot
des Einsatzes besonders problematischer Abfälle wie PVC, strengere
Auflagen der Behörden beim Einsatz von Abfallarten, die bedenkliche
Verunreinigungen enthalten oder enthalten können, spezifische
Rauchgasmessungen beim Einsatz von kritischen Abfällen sowie eine
konsequente Eingangskontrolle für Abfälle durch die Zementwerke."

Insgesamt sind rund 680 Abfallarten für Zementwerke genehmigt,
darunter etwa 170, die problematische Stoffe enthalten oder enthalten
können. Die Liste der genehmigten Abfallarten enthält höchst
problematische Schadstoffe wie Arsen, sechswertiges Chrom,
Polyvenylchlorid (PVC) oder polychlorierte Biphenyle (PCBs). Letztere
zählen wie HCB zu den weltweit verbotenen "Dauergiften". Sorge
bereiten dem Umwelt-Chemiker auch die unklar definierten Abfallarten.
Ein Beispiel: "Sandfanginhalte, gefährlich kontaminiert". Hinter
dieser Bezeichnung können sich sowohl problemlose Verunreinigungen
wie Öle, aber auch Quecksilber verstecken - für Schuster untragbar:
"Seitens der Behörden gibt es bis dato kaum spezifische Auflagen für
diese unklar definierten Abfälle."

Der im Rahmen der Recherchen durchgeführte Vergleich der
tatsächlichen Luftemissionen der einzelnen Zementwerke ergibt ein
komplexes Bild: Grenzwertüberschreitungen sind zwar insgesamt selten
und kommen am ehesten bei Stickoxiden und Quecksilber vor. Jedoch
sind bestimmte Grenzwerte wie etwa der organische Gesamtkohlenstoff,
HCB oder Kohlenmonoxid sehr hoch angesetzt oder existieren gar nicht.
Greenpeace sieht daher bei jedem Werk Investitionsbedarf in
Umweltschutztechnik. "Mittelfristig gesehen müssen eine
Quecksilberabscheidung sowie eine Rauchgasnachverbrennung in
österreichischen Zementwerken Standard sein", so Schuster.

Höchst unterschiedlich und teils intransparent waren die von
Greenpeace angefragten Informationen der zuständigen Behörden. So
wurden etwa von den Ländern Oberösterreich und Salzburg die
relevanten Bescheide vollständig übermittelt, während
Niederösterreich lediglich Auszüge zusandte und die
Bezirkshauptmannschaft Reutte in Tirol unter Verweis auf das
Amtsgeheimnis diesen Teil der Anfrage gar nicht beantwortete. Dies
bestätigt erneut die Dringlichkeit der Forderung nach weitgehender
Aufhebung des Amtsgeheimnisses. Die Auskunftsbereitschaft der
Zementindustrie beurteilt Greenpeace als insgesamt zufriedenstellend,
mit Ausnahme der, aus Wettbewerbsgründen nicht erfolgten,
Informationen über die tatsächlich eingesetzten Abfallarten.

Schuster appelliert abschließend: "Sowohl Industrie als auch Behörden
und Politik sind nun gefordert, die von unseren Analysen abgeleiteten
Maßnahmen umzusetzen, um Umweltskandalen einen mehrfachen Riegel
vorzuschieben."

Weitere Informationen:
Den vollständigen Report "Brennpunkt Abfallverwertung - Wie sicher
sind österreichische Zementwerke" finden Sie zum Download unter
http://bit.ly/1TBc3gf

Bildmaterial:
Eine Auswahl an Bildmaterial finden Sie zur kostenlosen einmaligen
Verwendung unter Angabe der Photo Credits, zum Download unter
http://bit.ly/1LagVHb

Die im Grafiken und Bilder im Report senden wir Ihnen auf Anfrage an
[email protected] gerne zu.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP

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