NEOS: Verlust der Krankenkassen ist systembedingt

Gerald Loacker: "Die Krankenkassen sollten bei eigenen Privilegien kürzen, bevor sie sich betriebsfremde Sündenböcke für ihre Verluste suchen"

Wien (OTS) - NEOS-Sozialsprecher Gerald Loacker widerspricht dem Hauptverbands-Chef Peter McDonald. Für die Verluste der Krankenkassen sei nicht die Pharmabranche, sondern das inneffiziente System der Sozialversicherung verantwortlich: "Die Verluste der Krankenkassen waren absehbar, in diesem Punkt gebe ich Peter McDonald recht. Allerdings nicht, weil die Kosten für Medikamente leicht gestiegen sind, sondern weil das System an sich mit 22 parallel agierenden Sozialversicherungsträgern die vermutlich höchsten Verwaltungskosten weltweit hat. Allein 6,9 Prozent der gesamten finanziellen Mittel fließen in das eigene Personal, das entspricht 1,05 Milliarden Euro. Vor zehn Jahren waren es noch 250 Millionen Euro weniger - kaum etwas wächst so schnell wie die Verwaltungskosten."

Und weiter: "Anstatt mit der Pharmabranche einen Sündenbock für alle Kostenprobleme zu suchen, sollte Peter McDonald zuerst einmal vor der eigenen Tür kehren. Allein die Zusatzpensionen für Mitarbeiter der Krankenkassen belasten die Kassen mit über 200 Millionen Euro jährlich. Zusätzlich gibt es Luxus-Sozialleistungen für die Kassen-Mitarbeiter, deren Höhe bisher verschwiegen wird. Beides wären gute Ansatzpunkte, um einen ersten Schritt zur Reduktion der Verwaltungskosten zu machen und das diesjährige Defizit der Kassen auszugleichen."

"Stattdessen will der Hauptverband offenbar an den Patientinnen und Patienten sparen. Das absichtliche Verknappen von Kassenleistungen und das Zurückhalten von teuren Medikamenten sind hierfür eindeutige Beweise. Ebenso eindeutig ist, dass die Kassen lange Wartezeiten für die Patientinnen und Patienten bei Ärzten tolerieren und unterstützen, um zahlungskräftige Menschen zu Wahlärzten zu treiben. Auf der Prioritätenliste von Peter McDonald stehen Versorgungsqualität, effizienten Strukturen und moderne Reformvorhaben an letzter Stelle", so Loacker abschließend.

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