Volkshilfe Wien: MiMi-Projekt für den „European Health Award 2015“ nominiert!

Ehrenamtliches Gesundheitsprojekt für MigrantInnen unter Top 5 in Europa

Wien (OTS) - Die Volkshilfe Wien und das Ethno-Medizinische Zentrum e.V. freuen sich, gemeinsam mit den österreichischen und deutschen PartnerInnen, mit dem Projekt "Gesundheit mit MigrantInnen für MigrantInnen in Europa (MiMi)" beim diesjährigen "European Health Award" in die Endauswahl gekommen zu sein. Der Preis würdigt grenzüberschreitende Kooperationen, die zur Verbesserung
der öffentlichen Gesundheit und des Gesundheitswesens in Europa beitragen und ist mit 10.000 Euro dotiert.

Die Geschäftsführer Otto Knapp und Walter Kiss: "Wir sind stolz darauf, dass dieses integrations- und gleichberechtigungsfördernde Projekt so erfolgreich innerhalb der Volkshilfe Wien implementiert ist: Erst im Juni 2015 haben 21 frisch gebackene MiMi-GesundheitslotsInnen ihr verdientes Zertifikat erhalten!"

Der European Health Award wird seit 2007 vom European Health Forum Gastein (EHFG) vergeben und honoriert grenzüberschreitende Projekte, die zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit und des Gesundheitswesens in Europa beitragen. Mit dem Preis werden Vorhaben gefördert, die sich um die Entwicklung von nachhaltigen, innovativen und übertragbaren Konzepten verdient gemacht haben und aktuelle Herausforderungen wie Ungleichheiten des Gesundheitsstatus, Zugang zu Gesundheit- und Vorsorgeleistungen oder Verbesserung von Behandlungsmöglichkeiten erfolgreich und pragmatisch angehen. Die Förderung des Preises erfolgt durch das Österreichische Bundesministerium für Gesundheit und das Forum der forschenden pharmazeutischen Industrie in Österreich.

Die Preisverleihung findet am 02. Oktober 2015 im Rahmen des 18. European Health Forum Gastein in Österreich statt. Die Veranstaltung steht unter dem Motto "Securing Health in Europe. Balancing priorities, sharing responsibilities".

Das Projekt MiMi: "Gesundheit mit MigrantInnen für MigrantInnen"

MiMi ist ein erfolgreiches, interkulturelles Gesundheitsprogramm, das vom Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres sowie der Gebietskrankenkassen für Wien und Oberösterreich gefördert wird.

Seit über zwei Jahren werden gut integrierte MigrantInnen in Kursen der Volkshilfe Wien und Oberösterreich zu ehrenamtlichen GesundheitslotsInnen ausgebildet, um andere MigrantInnen über Gesundheitsthemen zu informieren. Denn nach wie vor gibt es in Österreich Menschen mit Migrationshintergrund, die über ihren Gesundheitsbedarf nicht ausreichend informiert sind. Sie haben keine gleichwertige Chance auf ein gesundes Leben. Präventive Maßnahmen werden sehr häufig nicht wirksam und passende Anlaufstellen nicht vorsorglich aufgesucht.

Von MigrantInnen für MigrantInnen

Die Ausbildung der MiMi-GesundheitslotsInnen umfasst 50 Lehreinheiten zu den Themen Österreichisches Gesundheitssystem, Ernährung & Bewegung, Migration & Gesundheit, Seelische Gesundheit sowie Alter, Pflege & Gesundheit. Zusätzlich erhalten die Lotsinnen verschiedene muttersprachliche Materialien und ein ausführliches Register mit Kontaktadressen, die sie nutzen bzw. weitergeben können. Alle Materialien liegen in neun Sprachen vor.
Danach beginnt für die interkulturellen GesundheitslotsInnen die eigentliche Arbeit: Ihre Aufgabe ist, Informationsveranstaltungen zu den geschulten Gesundheitsthemen in MigrantInnen-Communities zu organisieren und das Erlernte in der jeweiligen Muttersprache und in kultursensibler Art und Weise weiterzugeben. Ziel ist es, bei Menschen mit Migrationshintergrund die Eigenverantwortung für ihre Gesundheit und für Maßnahmen der Prävention zu stärken und langfristig einen Beitrag für gesundheitliche Chancengerechtigkeit zu leisten.

Insgesamt konnten innerhalb von zwei Jahren im Rahmen von vier Schulungen in Wien und einer Schulung in Oberösterreich 117 Lotsinnen ausgebildet werden. Diese haben alleine im letzten Jahr 239 Infoveranstaltungen abgehalten und dabei direkt 2779 Personen erreicht. Rechnet man noch die Personen dazu, die durch Informationsweitergabe in der Familie und im Freundeskreis davon profitieren, vervielfacht sich diese Zahl. Die Teilnehmerinnen in den Infoveranstaltungen kamen 2014 aus 86 verschiedenen Ländern, allen voran aus der Türkei (21%) und aus Russland (20%).

Das European Health Forum Gastein (EHFG) wurde 1998 als europäische Konferenz zur Gesundheitspolitik mit dem Ziel gegründet, eine Plattform für die Diskussion der verschiedenen Akteure im Bereich der öffentlichen Gesundheit und der Gesundheitsversorgung zu schaffen. Das EHFG ist eine zentrale Veranstaltung, bei der hochrangigen Entscheidungsträger und Experten aus Regierung und Verwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und der Wissenschaft zusammen kommen.

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