E-Control: Strom- und Gasverbrauch im ersten Halbjahr gestiegen

Österreich verbrauchte heuer im ersten Halbjahr um 1,9 Prozent mehr Strom und um 5,7 Prozent mehr Gas als im Vergleichszeitraum des Vorjahres

Wien (OTS) - Der heimische Stromverbrauch ist heuer im ersten Halbjahr um insgesamt 1,9 Prozent oder 667 Gigawattstunden auf 35.104 Gigawattstunden gestiegen. Die Abgabe im öffentlichen Netz stieg um 2,3 Prozent auf 30.837 Gigawattstunden. Das geht aus vorläufigen Daten der Strom- und Gasregulierungsbehörde E-Control hervor. Der Großteil der Steigerungen entfiel auf das erste Quartal, doch auch im zweiten Quartal gab es mit Ausnahme des Monats Mai Verbrauchssteigerungen. "Die größten Zuwächse gab es wahrscheinlich bei den Großkunden. Bei den Haushalten dürften die Verbrauchssteigerungen etwas moderater gewesen sein", erläutert E-Control-Vorstand Martin Graf. Ein möglicher Grund für den höheren Stromverbrauch bei den Haushalten ist die im Vergleich zum Vorjahr niedrigere Temperatur in den ersten Monaten. Insgesamt war es im ersten Halbjahr aber wärmer als im langjährigen Mittel. Im gesamten Vorjahr ging der Stromverbrauch im Vergleich zu 2013 noch um 1,1 Prozent oder 786 Gigawattstunden zurück. "Der Verbrauchsrückgang des Vorjahres wurde heuer in den ersten sechs Monaten bereits kompensiert", sagt Graf.

Mehr Strom im Inland erzeugt

Die in Österreich erzeugte Strommenge ist im ersten Halbjahr um 10,3 Prozent oder 3.100 Gigawattstunden auf 33.800 Gigawattstunden gestiegen. Die stärksten absoluten Zuwächse gab es bei den Laufwasserkraftwerken mit 950 Gigawattstunden, wobei der Erzeugungskoeffizient der Laufkraftwerke im ersten Halbjahr 1,02 betrug und damit um 8,4 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahres lag. Mehr Strom erzeugten im ersten Halbjahr auch Windkraftwerke (plus 750 Gigawattstunden) sowie Steinkohlekraftwerke (plus 600 Gigawattstunden) und Gaskraftwerke (plus 400 Gigawattstunden). Bei den Wärmekraftwerken der Energieunternehmen waren Ende Juni Kohle und Heizöl mit einem Energiegehalt von 4.100 Gigawattstunden vorrätig, das sind knapp 2.000 Gigawattstunden weniger als im Vorjahr. "Offenbar wurden insbesondere die vorhandenen Kohlereserven stark für die Stromerzeugung genutzt", interpretiert Graf den Rückgang der Reserven. Die Wassergroßspeicher waren mit Ende Juni zu 55,8 Prozent gefüllt, damit waren knapp 1.800 Gigawattstunden Strom aus Wasserkraft vorrätig. "Das ist in etwa dieselbe Menge wie im Vorjahr", erläutert Graf.

Erstes Halbjahr: Weniger Strom importiert, mehr exportiert

Die Stromimporte sanken im ersten Halbjahr um zwei Prozent (300 Gigawattstunden) auf rund 14.000 Gigawattstunden, die Stromexporte erhöhten sich um 32,2 Prozent (2.500 Gigawattstunden) auf rund 10.200 Gigawattstunden. Daraus ergibt sich ein Importsaldo von 3.800 Gigawattstunden in der ersten Jahreshälfte, im Vorjahreshalbjahr waren es 6.600 Gigawattstunden. Graf: "Österreich hat in den ersten sechs Monaten etwas weniger Strom aus dem Ausland importiert, dafür wesentlich mehr exportiert als im Vorjahreshalbjahr."

Gasverbrauch im ersten Halbjahr gestiegen

Nachdem es im vergangenen Jahr den geringsten Erdgasverbrauch seit 20 Jahren gegeben hat, ist heuer im ersten Halbjahr der Gasverbrauch wieder gestiegen. Die Abgabe an Endkunden erhöhte sich in den ersten sechs Monaten nach vorläufigen Zahlen des Regulators um 5,7 Prozent auf 44.331 Gigawattstunden bzw. 3,96 Milliarden Kubikmeter. Gestiegen ist der Gasverbrauch vor allem wegen der im Vergleich zum Vorjahr kalten Wintermonate zu Jahresbeginn. "Dadurch wurde mehr Gas zum Heizen, sowohl direkt bei den Haushalten als auch bei der Erzeugung von Fernwärme verbraucht", erklärt E-Control-Vorstand Walter Boltz.

Weniger Erdgas in Österreich gefördert, geringere Importe und Exporte

Im ersten Halbjahr ging die Erdgasförderung in Österreich um 10,3 Prozent bzw. 700 Gigawattstunden auf 6.200 Gigawattstunden (0,55 Milliarden Kubikmeter) zurück. Die Erdgasimporte nach Österreich sanken im ersten Halbjahr um etwas mehr als ein Fünftel (22,2 Prozent) auf 214.321 Gigawattstunden (19,1 Milliarden Kubikmeter). Die Gasexporte reduzierten sich um 12,4 Prozent auf 199.210 Gigawattstunden (17,8 Milliarden Kubikmeter).

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