VSStÖ: Medizinstudium verkommt zu männlichem Eliten-Privileg

Aufnahmetest stellt wegen hohen Vorbereitungskosten eine massive finanzielle Hürde dar und diskriminiert Frauen.

Wien (OTS) - "Einmal mehr zeigt sich, dass der Medizin-Aufnahmetest Frauen diskriminiert. Es ist völlig inakzeptabel, dass zum Beispiel an der Medizinischen Fakultät der JKU Linz Frauen 59% der Bewerber_innen ausmachten, aber jetzt nur 45% der Studienplätze stellen. Ähnliche Ergebnisse gibt es an allen weiteren Medizinstandorten. Die Politik und die Universitäten müssen endlich Verantwortung übernehmen und handeln, anstatt Jahr für Jahr zuzuschauen, wie hunderten Frauen aufgrund ihres Geschlechts das Medizinstudium verwehrt bleibt", so Katrin Walch, Bundesvorsitzende des Verbands Sozialistischer Student_innen (VSStÖ) über die Ergebnisse des Medizin-Aufnahmetests.

Aber nicht nur Frauen werden von dem Aufnahmetest benachteiligt. Wie Studien aus der Hochschulforschung belegen, hat sich auch die soziale Durchmischung im Medizinstudium seit Einführung der Zugangsbeschränkungen massiv verschlechtert.

"Das Medizinstudium ist zu einem männlichen Eliten-Privileg verkommen. Dazu tragen neben der strukturellen Diskriminierung von Frauen, die erst kürzlich von der Arbeiterkammer in einer Untersuchung aufgezeigten, hohen Vorbereitungskosten bei. Zusätzlich zu der Prüfungsgebühr von 110 Euro und teurem Lernmaterial, geben angehende Medizinstudent_innen bis zu 2.300 Euro für privat angebotene Vorbereitungskurse aus. Die finanzielle Situation und nicht das eigene Können entscheidet somit über einen Platz im Medizinstudium", fährt Walch fort.

"Der Druck, hohe Kosten auf sich zu nehmen um die Chancen auf einen Studienplatz zu erhöhen, wirkt vor allem auf Personen mit geringeren Einkommen abschreckend. So etwas wie ‚faire Zugangsregeln‘, die der Wissenschaftsminister und seine ÖVP-Aktionsgemeinschaft propagieren, gibt es nicht. Nur ein offener Hochschulzugang ohne strukturelle oder finanzielle Hürden, kann ein gleichberechtigtes Hochschulwesen ermöglichen", ist sich Walch sicher.

Der VSStÖ gratuliert allen, die den Medizin-Aufnahmetest bestanden haben und wünscht ihnen einen erfolgreichen Start ins Studium. "Für all jene, die ihn nicht bestanden haben, setzen wir uns weiterhin für die Abschaffung dieses sozial selektiven und diskriminierenden Aufnahmetests ein. Alle sollen sich ihren Traum vom Medizinstudium erfüllen können - unabhängig von finanzieller Situation, sozialer Herkunft und Geschlecht", so Walch abschließend.

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Mail: katrin.walch@vsstoe.at

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