Meinl-Reisinger/Kreil: Politik und Ärztekammer müssen endlich handeln

Ambulanzgebühren sind sinnvolle Steuerungsmaßnahme, aber nur in Kombination mit dem Ausbau des niedergelassenen Bereiches

Wien (OTS) - "Während sich SPÖ und die Ärztekammer, die sich sogar intern im Kreis dreht, gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben, ist die Versorgung der Patienten gefährdet. Die Politik hat es in den vergangenen Jahren verabsäumt, Lösungen für das am Boden liegende Gesundheitssystem zu erarbeiten. Dieser Zustand ist untragbar und unverantwortlich", ärgert sich Meinl-Reisinger, Spitzenkandidatin von NEOS Wien. Sozial verträgliche Ambulanzgebühren seien jedenfalls eine sinnvolle Steuerungsmaßnahme, um die Spitäler zu entlasten, so Meinl-Reisinger: "Mit Gebühren alleine können wir das Problem aber nicht lösen. Wir brauchen parallel dazu unbedingt einen massiven Ausbau des niedergelassenen Bereiches - denn derzeit haben die Bürgerinnen und Bürger oft gar keine Alternative zur Ambulanz. Hier sind Politik, Ärztekammer und Sozialversicherung gefordert, ihre Blockaden aufzugeben und endlich sinnvolle Lösungen zu ermöglichen."

Anna Kreil, Fachärztin für Innere Medizin und NEOS-Gemeinderatskandidatin für Wien, sieht die Forderung nach Ambulanzgebühren als alleinige Steuerungsmaßnahme ebenfalls als nicht ausreichend durchdacht. "Bevor wir die Patientinnen und Patienten aus den Ambulanzen steuern, stellt sich erst einmal die Frage, wohin diese Menschen gehen sollen. Der niedergelassene Bereich ist aufgrund jahrelang verschleppter politischer Reformen noch nicht so weit, um einer umfassenden Versorgung gerecht werden zu können. Hier sofort Maßnahmen zu setzen hat Vorrang", so Kreil.

NEOS fordert daher eine umfassende und vor allem schnelle Gesundheitsreform. Es braucht ein Drei-Säulen-Modell: Prävention schon ab dem Kindergarten, einen Ausbau des niedergelassenen Bereiches durch die Erleichterung beim Gründen von Gemeinschaftspraxen und die Forcierung von Public-Healthcare-Erstanlaufstellen sowie mehr Transparenz und Effizienz bei der Finanzierung.

Im Hinblick auf die überfüllten Ambulanzen sieht NEOS-Gemeinderatskandidatin Kreil daher massive Versäumnisse, die durch Ambulanzgebühren allein nicht in den Griff zu bekommen sind. "Die Politik hat es verabsäumt, den niedergelassenen Bereich zu stärken und ihn für Ärzte attraktiv zu machen", erklärt Kreil. So seien zwar neue Zentren für die Primärversorgung geplant, es bewerbe sich jedoch niemand dafür: "Es mangelt an einem ansprechenden Honorierungssystem, erst dann wird sich dieser Bereich zu entfalten beginnen. Diese Zentren müssen deutlich verlängerte Öffnungszeiten auch am Wochenende haben, vorgesehen sind zur Zeit lediglich 50 Stunden. Auch der multiprofessionelle Ansatz muss hier gestärkt werden. Unsere Notfalleinrichtungen sind vor allem in den Nachtstunden sowie am Wochenende übervoll, ohne eine entsprechende Änderung wird sich am Problem also nichts verändern", appelliert Kreil.

"Die Dringlichkeit einer Reform ist allen Beteiligten bekannt, aber nichts tut sich. Wir haben eines der teuersten Gesundheitssysteme, und dennoch steht es vor dem Kollaps. Hunderte Millionen versickern im Wiener Gesundheitsfilz, seit einem Jahrzehnt werden die Probleme einfach ignoriert. Die Scheingefechte von Politik und der intern uneinigen Ärztekammer sind die Ursache für dieses Chaos und werden auf dem Rücken der Wienerinnen und Wiener ausgetragen, die ein Recht auf eine funktionierende und sichere Gesundheitsversorgung haben", verlangt Meinl-Reisinger endlich eine Lösung von Ärztekammer und Wiener Stadtpolitik.

Rückfragen & Kontakt:

NEOS Wien
Mag. (FH) Anja Herberth
Zollergasse 13/5, 1070 Wien
anja.herberth@neos.eu
0650/558 03 19

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEO0001