Rebhuhn: Schnabelkürzen in der Jagdindustrie für den Massenabschuss

Rebhühnern in österreichischen Brütereien wird der Schnabel abgezwickt, um Schießbudenfiguren betuchter Jagdgäste abzugeben

Wien (OTS) - Ist die Jagd nicht Hege und Pflege unserer Wildtiere? Ist sie nicht ökologisch notwendig, um die Raubtiere zu ersetzen, die schon lange den menschlichen Platzansprüchen weichen mussten? Das ist das Image der Jagd, die Wahrheit sieht anders aus. Neben Hirsch- und Wildschweinzuchten in Jagdgattern blüht in Österreich auch die Massentierhaltung jagdbaren Federwilds. Fasane, Rebhühner und Stockenten sind in den meisten Jagdgesetzen aus dem allgemeinen Handelsverbot mit Wildvögeln ausgenommen, weil man sie in Massen züchtet und für den Jagdspaß aussetzt. Und wie wir das aus der Massentierhaltung von Hühnern und Puten kennen, so stutzt man auch in der Massentierhaltung von Fasanen und Rebhühnern die Schnäbel, um Aggression unter den verzweifelten Tieren zu verhindern. Doch im Gegensatz zur Situation bei den Legehennen, bei denen man erfolgreich daran gearbeitet hat, durch verbesserte Haltungsbedingungen das Federpicken in den Griff zu bekommen, wird über Tierfabriken für den Jagdspaß die schützende Hand einer Jagdelite gehalten.

Es ist bis heute völlig legal, Rebhühnern den Schnabel abzuzwicken, um sie an die Haltungsbedingungen in den Brütereien und Volieren anzupassen. Diese Tiere werden momentan in engen Kisten auf Tiertransportern an JagdveranstalterInnen ausgeliefert, die sie wiederum für zahlende Jagdgäste aussetzen werden. Verstümmelte Tiere setzt man also in die Natur aus, Tiere, die ohne Schnabelspitze nicht einmal mehr ihre natürliche Nahrung aufnehmen können. Aber das brauchen sie auch nicht, ist ihre einzige Funktion doch wie Tontauben abgeschossen zu werden. Die Jagd auf Rebhühner, die natürlich vorkommen, ist kommerziell nicht verwertbar. Das Rebhuhn ist in Österreich als bedroht eingestuft. Deshalb stammen praktisch alle abgeschossenen Tiere aus Großbrütereien, die letztlich jedes Jahr deutlich mehr Rebhühner "produzieren", als in der Natur in Österreich vorkommen. Der VGT fordert ein sofortiges Verbot des Aussetzens von Rebhühnern für den Jagdspaß, sowie ein Verbot des Schnabelkürzens in der Rebhuhnhaltung.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: "Unsere Natur verkommt für die Jagdindustrie zu einer Mastanlage für Schießbudenfiguren. In einem modernen Land mit Tierschutz als Staatsziel ist dieser Zustand unerträglich. Aus Spaß Tiere anzuschießen ist das Paradebeispiel von Tierquälerei, verhält sich ein Jugendlicher so, statt einem Herrn Mensdorff-Pouilly, dann schreitet die Polizei ein. Finanzelite hin oder her, die Tierschutzorganisationen Österreichs werden diese seltsam skurrilen Gepflogenheiten einiger unserer Mitmenschen nicht mehr länger hinnehmen. Traurig, wenn jemand mit seinem vielen Geld nichts Besseres zu tun weiß, als auf gezüchtete Tiere zu ballern. Jetzt muss aber endlich Schluss sein, mit diesem infantilen Unsinn!"

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