KAICIID: Euro-mediterrane Region braucht interkulturelle und interreligiöse Akteure vor Ort

Hochrangiges Treffen in Barcelona zu interkulturellem und interreligiösen Dialog

Wien (OTS) - Vertreter verschiedener Religionen und interreligiöse Organisationen arbeiten zusammen, um gegenseitiges Verständnis in der euro-mediterranen Region zu schaffen. Erstes Treffen verschiedener Institutionen des interkulturellen Dialogs mit dem Ziel, im Rahmen eines langfristigen und maßnahmenorientierten Prozesses Diskriminierung und Intoleranz entgegenzuwirken. Teilnehmer in Barcelona sehen Treffen als substanziellen Beitrag für den Frieden und die Sicherheit in der Region.

Der interkulturelle Dialog ist ein wirkungsvolles Instrument, um Stabilität und Frieden zu generieren, Intoleranz und Extremismus zu bekämpfen und um die Werte eines friedvollen Zusammenlebens und des gegenseitigen Verständnisses hochzuhalten - darin waren sich die 80 internationalen Teilnehmer eines hochrangigen Treffens zum interkulturellen und interreligiösen Dialog Ende Juli in Barcelona einig.

Das internationale Treffen fand im Rahmen des Barcelona Prozesses, der die Politik der Europäischen Union gegenüber den Mittelmeerländern darstellt, und auf Vorschlag des spanischen Außenministers José Manuel Garcia-Margallo statt. Organisiert wurde das partnerschaftliche Projekt von der Union für den Mittelmeerraum, dem King Abdullah Bin Abdulaziz International Center für interreligiösen und interkulturellen Dialog (KAICIID), der "Allianz der Zivilisationen" der Vereinten Nationen (UNAoC), der Anna Lindh Foundation (ALF) und der Europäischen Union (EU).

Die Teilnehmer zeigten sich darüber einig, dass das Treffen eine gute Gelegenheit bietet, bestehende Instrumente des interkulturellen und interreligiösen Dialoges zu analysieren und zu bewerten. Ein weiterer Schwerpunkt wurde auf die Erarbeitung eines entsprechenden Fahrplans gelegt. In einem Ergebnisdokument wurde festgehalten, dass es einen Bedarf nach Dokumentation erfolgreicher Beispiele des interkulturellen und interreligiösen Dialoges gibt. Weiters wurden Aktionen und Programme für die Durchführung in drei unterschiedlichen Bereichen identifiziert: Bildung, Medien und Jugend.

Darauf basierend stimmten die Teilnehmer zu, vor dem Hintergrund der bestehenden thematischen Brennpunkte ein Netzwerk zu installieren, das den teilnehmenden Institutionen eine bessere Koordinierung zukünftiger Aktivitäten erlaubt.

"Die einzelnen Staaten und Insitutionen müssen Wege finden, ihre jeweiligen, sich ergänzenden Methoden und vorhandene Synergien besser zu nutzen, um so in Summe effizienter arbeiten zu können. Denn kein Staat und keine Institution wird alleine in der Lage sein, die gesteckten Ziele rechtzeitig zu erreichen, wenn jeder für sich alleine kämpft", betonte der spanische Außenminister. Abschließend ergänzte Garcia-Margallo: "Die immer wichtigere Rolle des interkulturellen und interreligiösen Dialoges ist eine Möglichkeit, Konflikte vorzubeugen oder sie aufzulösen und ist auch bei der Vermittlung zwischen verschiedenen Parteien entscheidend. Wir müssen es schaffen nicht mehr nur auf Hass und Gewalt zu reagieren, sondern eine Kultur der Prävention zu etablieren."

"Herausforderungen innerhalb der Region wie Terrorismus bzw. terroristische Tendenzen und die humanitäre Katastrophe im Mittelmeeraum bestätigen den Bedarf an gemeinsamen Aktionen und einen umfassenden Denkansatz. Die Stärkung des interkulturellen und interreligiösen Dialoges, die Betonung der regionalen Integration und die Wiederherstellung eines harmonischen Zusammenlebens waren nie so wichtig wie heute. Die Schaffung eines gesellschaftlichen Raumes der Solidarität und Stabilität in der euro-mediterranen Region sind eine Unabdingbarkeit", so Fathallah Sijilmassi, Generalsekretär der Union für den Mittelmeerraum.

In der nördlichen und südlichen Mittelmeerregion sind oftmals gerade junge Menschen Opfer von Arbeitslosigkeit, sozialer Instabilität und extremistischen Tendenzen. Gerade hier bestehen aber auch bisher ungenutzte Möglichkeiten, den interkulturellen Dialog zu fördern und auszuweiten. Im Rahmen des Treffens wurde diskutiert, wie diese jungen Menschen in entsprechende Institutionen integriert werden und die Rolle von Vermittlern zwischen politischen Institutionen und der Gesellschaft einnehmen können. Die Anna Lindh Foundation und ihr Netzwerk mit mehr als 4.000 Mitgliedern der Zivilgesellschaft erklärte sich bereit, eine entscheidende Rolle bei der Einbindung von jungen Frauen und Männern in den Dialogprozess einzunehmen.

Faisal Bin Abdulrahman Bin Muaammar, Generalsekretär des KAICIID, kam zur Schlussfolgerung, dass mit der Initiative, das Bewusstsein für die Bedeutung des interkulturellen und interreligiösen Dialoges zu steigern, die Institutionen begonnen haben, einen Aktionsplan für künftige Aktivitäten des Netzwerks zu erarbeiten. Diese Aktivitäten basieren auf einer gemeinsamen Agenda und einem Maßnahmenplan und ergänzen die Initiativen der kommenden Jahre.

"Radikalismus und gewalttätiger Extremismus können nur durch interkulturellen und interreligiösen Dialog ausgemerzt werden. Gleichzeitig brauchen wir einen praktischen und proaktiven Ansatz, in dem etwa vertrauensbildende Maßnahmen umgesetzt, Kooperationen gepflegt und langfristige, länderübergreifende Partnerschaften eingegangen werden, die unsere gemeinsamen Ziele - die Schaffung und Wahrung von Sicherheit und Frieden - verfolgen", so Nassir Abdulaziz Al-Nasser, Hoher Vertreter der UNAoC.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse finden Sie hier:
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