Rotes Kreuz: Ohne Strategie sind Asylwerber auch im Winter obdachlos

Wien (OTS/Rotes Kreuz) - Der Asylgipfel am 24. Juni wurde von allen Seiten als gescheitert bezeichnet. Das einzige Ergebnis war, dass die Länder bis Ende Juli 6.500 Unterkünfte für Asylwerber zugesagt haben. "Diese Frist ist verstrichen - bis dato sind 3.500 Plätze da. Also nicht einmal dieser Minimalkonsens wurde erfüllt - die abgegebenen Versprechen haben nicht gehalten", sagt Werner Kerschbaum, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes.

Kerschbaum zeigt sich besorgt darüber, dass es nach wie vor keine langfristigen Strategien zur Unterbringung, Versorgung und Integration von Asylwerbern und Asylberechtigten gibt. Zieht man jene Personen ab, die wieder aus der Grundversorgung entlassen werden, kommen immer noch täglich mindestens 150 Asylwerber hinzu, die untergebracht und versorgt werden müssen. "Nach dieser sehr konservativen Schätzung werden bis Ende des Jahres mindestens 22.500 Asylwerber nach Österreich kommen", sagt Kerschbaum." Diese Menschen müssen untergebracht werden. Im September werden wieder einige Quartiere in Schulen wegfallen. Bis dahin braucht es dringend Ersatzquartiere."

Bund, Länder und Gemeinden dürften sich nicht weiter gegenseitig blockieren. Kerschbaum fordert dringend einen weiteren Gipfel, bei dem die Vertreter von Bund, Ländern und Gemeinden umsetzbare Lösungen vereinbaren. "Die Verantwortlichen sollten diese Sitzung erst verlassen, wenn weißer Rauch aufsteigt - sprich eine menschliche Lösung gefunden wurde. Wird weitergemacht wie bisher, müssen auch im Winter Asylwerber unter freiem Himmel schlafen."

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